Zirkus nach Vandalismus in Not: Wie Jutta Speidel jetzt helfen will
Sie ist bekennender Zirkus-Fan: "Sonst hätte ich wohl kaum ein ganzes Buch darüber geschrieben", sagt Schauspielerin Jutta Speidel im Gespräch mit der AZ und lacht. Umso mehr liegt der Münchnerin ein aktueller Fall am Herzen.
Vandalen beschmieren Zirkuszelt in der Silvesternacht
Der Fall des Familien-Zirkus Diabolo. Während dessen Gastspielzeit in Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck haben in der Silvesternacht Vandalen gewütet. Mit schwarzer Farbe sprühten die unbekannten Täter den Vorwurf "Tierquäler" an die Wand des Zirkuszelts. Das Absurde an der Sache: Der Circus Diabolo hat noch nie Tiere besessen.
Doch der Schaden ist da – und trifft die Zirkusfamilie hart. Denn das Zirkuszelt, das bereits in dritter Generation im Familienbesitz ist, ist 35 Jahre alt: "Ersatzteile sind nicht mehr erhältlich. Eine chemische Reinigung würde die Brandschutzeigenschaften des Materials verändern und damit die Tüv-Zulassung gefährden", schreibt die Zirkus-Familie zu dem Vorfall auf ihrer Website. Zu allem Überfluss sei die Plane nicht nur beschmiert, sondern auch noch aufgeschlitzt worden.

Neue Zirkus-Plane würde 10.000 Euro kosten
Ein unbrauchbares Zirkuszelt könnte der sechsköpfigen Familie, deren Mitglieder von jung bis alt allesamt als Clowns und Artisten in der Manege stehen, die Existenzgrundlage nehmen. Denn eine neue Zeltplane würde satte 10.000 Euro kosten, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Zirkusfamilie um Direktorin Mandy und Enrico Lauenburger zeigt sich fassungslos von dem Vandalismus-Vorfall in der Silvesternacht: "Der Circus Diabolo hat noch nie Tiere besessen oder in seinen Shows eingesetzt. Seit unserer Gründung stehen unsere Gastspiele ausschließlich für moderne Artistik, Akrobatik und menschliches Können", schreibt die Familie auf ihrer Website.
Tierquäler-Schmiererei: Das sagt die Zirkusfamilie
Und weiter: "Diese Tat hat uns nicht nur finanziell, sondern auch emotional schwer getroffen." Umso bitterer: Auch wenn die Zirkusfamilie Anzeige erstattet hat – die Hoffnung, den oder die Täter zu finden, ist seitens der Polizei sehr gering.
Daher schaltet sich jetzt prominente Unterstützung ein. Schauspielerin Jutta Speidel ("Fleisch") will der traditionsreichen Zirkusfamilie helfen und lädt zu einer Lesung aus ihrem aktuellen Buch "Amaryllis".
Jutta Speidel: Das verbindet die Schauspielerin mit dem Zirkus
Der Roman ist vor zwei Jahren im Langenmüller-Verlag erschienen und handelt von Valerie, die davon träumt, als große Artistin und weiblicher Clown in der männerdominierten Zirkuswelt berühmt zu werden.
Mit ihrer Lesung für den guten Zweck will die 71-Jährige ein Zeichen für Solidarität setzen: "Die Familie steht sonst vor dem Ruin", so Speidel zur AZ. "Wir wollen unbedingt diese 10.000 Euro zusammenbekommen."
Lesung für den guten Zweck am 21. Februar
Der gesamte Erlös des Abends fließt daher in die Reparatur der Schäden am Zirkuszelt und damit in die Existenzsicherung des Zirkus.
Die Lesung soll am 21. Februar im Zirkus-Zelt der Familie am Volksfestplatz Erding stattfinden: In der Manege steht Jutta Speidel um 19.30 Uhr gemeinsam mit ihrer Tochter und einem Musiker.
Alle Infos zur Lesung mit Jutta Speidel und die Möglichkeit zu spenden, sind auf der Website des Zirkus unter circus-diabolo.de zu finden.
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