Wolfgang Rademann: Drei Gründe für seinen Erfolg

Er erfand Gassenfeger wie "Die Schwarzwaldklinik" und "Das Traumschiff" und sorgt damit seit jeher für Sensationsquoten. Auch mit 80 Jahren bleibt der Erfolg für Wolfgang Rademann nicht aus. Warum?
| (ili/spot)
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Seit 1976 ein echtes Powerpaar: Wolfgang Rademann und Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek
ddp images Seit 1976 ein echtes Powerpaar: Wolfgang Rademann und Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek

Berlin - Wolfgang Rademann feiert seinen 80. Geburtstag und wer den Schöpfer der Reise- und Harmonie-Reihe (seit 1981) sowie der 1980er-Kultserie "Schwarzwaldklinik" (1985-1989) schon mal getroffen hat, wird bestätigen: Ein Gespräch mit ihm ist erquicklicher als so manches mit jüngeren Kollegen aus seiner Branche. Und das liegt nicht nur an der Berliner Schnauze. Der Produzent ist neugierig und aufgeschlossen geblieben und er gibt Menschen eine Chance. Zum Erfolgsrezept gehören aber auch fleißige Recherche und ein ausgeprägter Familiensinn.

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Ein Näschen für Themen

 

Auffallend ist sein zielsicheres Gespür für Themen. Dafür hält er Augen und Ohren stets offen und liest täglich viele Zeitungen und Magazine. Wenn er dabei auf ein Thema stößt, das ihn berührt, wird der Artikel ausgeschnitten und in einem Ordner abgeheftet, wie er der Nachrichtenagentur spot on news in einem früheren Interview verriet.

Manchmal wisse er dann noch gar nicht, was er damit anfange, "ich habe aber den Riecher, dass es etwas ist" - und dass sein Riecher recht hat, hat er im Laufe seiner langen Karriere immer wieder bewiesen. Messen lässt sich der Erfolg auch an den vielen Auszeichnungen, die er erhalten hat, darunter drei Bambis, zwei Goldene Kameras sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

 

Der Autodidakt

 

Rademann wurde nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer aus Leidenschaft für den Journalismus Reporter. Jahrelang schrieb er für das Magazin "Stern" und die Zeitung "B.Z." Die nächsten Stationen des fleißigen Sympathieträgers gingen in eine andere Richtung: Er wurde Pressechef von Schauspieler Pierre Brice und Entertainer Peter Alexander. 1969 folgte sein Durchbruch als Fernsehmacher mit der "Peter Alexander Show".

Weil er selbst Autodidakt in der Fernsehbranche ist, hat er ein Herz für Macher. "Ob jünger oder älter, Mann oder Frau, das ist mir sowas von egal", sagte er im Interview. "Wenn die Person gut ist, passt es." Die Filmbranche sei ohnehin die letzte Branche, in der die Vorbildung keine Rolle spiele. "Abitur oder nicht ist unwichtig, entweder kann ein Autor schreiben oder er kann es nicht", so Rademann.

Sein Lieblingsbeispiel: "Bei der 'Schwarzwaldklinik' hatten wir mal einen Fahrer, der heute mein Produktionsleiter ist." Jeder habe hier die Chance, alles zu werden, frei nach dem alten amerikanischen Motto: vom Tellerwäscher zum Millionär. "Diese Vorurteilsfreiheit finde ich toll."

 

Das Familienoberhaupt

 

Rademann ist ein Ausnahmefilmemacher, nicht nur wegen der Themen und weil er sich so viel selbst angeeignet hat. Vor allem auch menschlich wird er hoch geschätzt, weil er eine wahrhaft treue Seele ist. Wie besonders das ist, bestätigt auch seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek (83), im Interview: "Das, was der Wolfgang da macht, ist tatsächlich sehr außergewöhnlich. Es ist etwas Besonderes in dieser mitunter doch recht oberflächlichen Branche."

Konkret meint sie seine "Witwentour", wie er es nennt. Im Rahmen dieser Reise besucht er jedes Jahr die Witwen jener verstorbenen Menschen, die ihn jahrelang begleitet haben. Er bleibe aber auch mit denen in Kontakt, "die einfach nur aufgehört haben, mir aber ans Herz gewachsen sind", erklärt Rademann.

"Das macht ein bisschen Mühe, aber es macht mir auch Spaß", sagt der Mann, der im engeren Sinn gar keine Familie, also keine Ehefrau, keine Kinder, hat. Trotzdem ist Wolfgang Rademann ein Familienoberhaupt, wie man es sich nur wünschen kann - entsprechend viele Glückwünsche wird er an seinem heutigen 80. Geburtstag auch entgegennehmen dürfen.

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