Wieder schuldig: Bill Cosby muss 16 Millionen Schadensersatz zahlen

Ein kalifornisches Geschworenengericht hat Bill Cosby für schuldig befunden, eine Frau im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Die Jury verurteilte den einstigen Star zur Zahlung von 19,25 Millionen Dollar Schadensersatz.
(eyn/spot) |
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Bill Cosby wurde bereits mehrfach wegen sexuellem Missbrauch verurteilt.
Bill Cosby wurde bereits mehrfach wegen sexuellem Missbrauch verurteilt. © Ricky Fitchett/ZUMA/ddp

54 Jahre nach der Tat hat Donna Motsinger Gerechtigkeit bekommen. Ein Geschworenengericht in Santa Monica, Kalifornien, befand Bill Cosby (88) am Montag für schuldig, die damalige Kellnerin im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Die Jury sprach Motsinger 19,25 Millionen Dollar Schadensersatz zu (rund 16 Millionen Euro), wie unter anderem die "New York Times" berichtet. Cosby selbst war beim Prozess nicht anwesend.

Für Motsinger, die jahrzehntelang mit dem Geschehenen leben musste, war der Richterspruch nach drei Beratungstagen mehr als nur ein juristischer Erfolg. "Es hat 54 Jahre gedauert, bis Gerechtigkeit geschah", sagte sie nach dem Urteil vor dem Gerichtsgebäude. Den zugesprochenen Schadensersatz bezeichnete sie als "Sahnehäubchen" - entscheidend sei ihr gewesen, dass man ihr glaube und Cosby in irgendeiner Form zur Rechenschaft gezogen werde. Neben dem Schadensersatz sprach die Jury auch Strafschadenersatz aus, dessen genaue Höhe in einem separaten Verfahren noch festgelegt werden muss.

Was damals geschah

Laut den Gerichtsakten hatte Cosby, der damals in der Nähe ein Comedyalbum aufnahm, die Kellnerin Motsinger im Restaurant Trident in Sausalito kennengelernt. Anschließend lud er sie zu einer seiner Vorstellungen im Circle Star Theater ein. In der Limousine dorthin bekam sie ein Glas Wein von Cosby und zudem im Backstage-Bereich eine Pille, die sie für Aspirin hielt.

Donna Motsinger beschreibt, dass sie daraufhin mehrfach das Bewusstsein verlor. Sie erinnerte sich, wie zwei Männer zusammen mit Cosby sie in eine Limousine setzten - und wachte später in ihrem eigenen Zuhause auf, fast vollständig entkleidet. Cosby bestritt in einer Erklärung, sie unter Drogen gesetzt oder missbraucht zu haben. Er erinnere lediglich, in einer Limousine mit Motsinger gesessen und Sex mit ihr gewollt zu haben - ob es dazu gekommen sei, könne er jedoch nicht sagen: "Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es passiert ist oder nicht."

Bill Cosbys Anwältin Jennifer Bonjean kündigte unmittelbar nach dem Urteil Berufung an. Bereits die Klage hatte sie als haltlos bezeichnet und Motsingers Aussagen als bloße Spekulation ohne belastbare Faktengrundlage abgetan.

Mehrfach wegen Missbrauch verurteilt

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Zivilgericht gegen Cosby entscheidet. Schon 2022 befand eine Jury den einstigen TV-Star für schuldig, die damals 16-jährige Judy Huth 1975 auf dem Gelände der Playboy Mansion missbraucht zu haben. In jenem Fall war Cosby zur Zahlung von 500.000 Dollar verurteilt worden; seine Berufung zog er im Januar zurück.

Strafrechtlich war Cosby 2018 wegen der Vergewaltigung der früheren Temple-University-Mitarbeiterin Andrea Constand verurteilt worden. Er saß knapp drei Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis bei Philadelphia, bevor der Oberste Gerichtshof Pennsylvanias das Urteil aus verfahrensrechtlichen Gründen aufhob. Constand trat im Motsinger-Prozess als Zeugin auf, ebenso wie zwei weitere Frauen, die Cosby ebenfalls des Missbrauchs beschuldigen.

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