Wie sich Stefanie Giesinger immer wieder neu erfindet

Stefanie Giesinger hat den Castingshow-Stempel längst hinter sich gelassen. Heute steht sie für Mode, Wandelbarkeit und einen Schönheitsbegriff, der nicht nur auf Perfektion setzt. Dazu passt auch ihre neue Beauty-Partnerschaft.
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Stefanie Giesinger gehört zu den bekanntesten deutschen Models.
Stefanie Giesinger gehört zu den bekanntesten deutschen Models. © L'Oréal Professionnel

Stefanie Giesinger (29) gehört zu den wenigen "Germany's next Topmodel"-Gewinnerinnen, die den Castingshow-Stempel hinter sich gelassen haben. Seit ihrem Sieg in der neunten Staffel 2014 hat sie sich vom Teenager aus Kaiserslautern zu einer der bekanntesten deutschen Models und Influencerinnen entwickelt, gerade wurde sie von L'Oréal Professionnel als erste lokale Markenbotschafterin für Deutschland, Österreich und Schweiz vorgestellt.

Die 29-Jährige steht längst nicht mehr nur für Laufsteg, Kampagnen und Social Media, sondern auch für Selbstbestimmung, Wandelbarkeit und einen offenen Umgang mit Themen, die in der Beauty- und Modewelt lange eher ausgeklammert wurden.

Authentizität statt Perfektion

Auf Instagram wurde sie zur Stilfigur einer Generation, fast fünf Millionen Fans folgen ihr dort. Giesinger inszeniert sich professionell, aber nicht glattgebügelt: mal als Model, mal als Unternehmerin, mal als Frau, die offen über Unsicherheiten, Körperbilder, mentale Gesundheit oder persönliche Veränderungen spricht. Perfekte Oberflächen allein interessieren sie offenbar wenig. "Mit allem, was zu stark nach 'perfekt für Social Media' aussieht, kann ich wenig anfangen", sagte Giesinger kürzlich im Interview. Genau diese Mischung macht sie für Marken interessant.

Ihr neuer Job für die Salonmarke L'Oréal Professionnel wirkt naheliegend. Haare sind bei Giesinger seit Jahren mehr als Beiwerk. Typveränderungen, Schnitte, Farben und Stylings gehören bei ihr zu öffentlichen Darstellung. Auch Mode versteht sie nicht nur als Äußerlichkeit. "Ich finde es spannend, wenn Kleidung etwas über Haltung, Stimmung oder Identität erzählt und nicht nur gut aussieht", erklärte sie am Rande einer Fashionshow in Cannes.

Eigene Themen, eigene Plattform

Ihre Reichweite nutzt Giesinger aber nicht nur für Kampagnen, sondern auch für persönlichere Themen. In ihrem Podcast "G Spot" spricht sie mit Gästen über Feminismus, mentale Gesundheit, Sex, Business, Mode und Liebe. Der Ton ist offen, teils direkt und bewusst tabufreier als klassische Promi-Interviews. Damit hat sie sich ein Umfeld geschaffen, in dem sie nicht nur Ziel der Berichterstattung ist, sondern selbst Fragen stellt, Debatten führt und Kontrolle über ihre öffentliche Rolle behält.

Ihre eigene Geschichte spielt dabei immer mit. Giesinger wurde 1996 in Kaiserslautern geboren, ihre Eltern kamen als Russlanddeutsche aus Sibirien nach Deutschland. Schon früh sprach sie auch über gesundheitliche Herausforderungen. Diese biografischen Details haben ihr öffentliches Bild geprägt: Aus dem TV-Gesicht wurde jemand, der die Verletzlichkeit nicht vollständig hinter dem Glamour versteckt. Gerade das unterscheidet sie von vielen klassischen Modelkarrieren, die lange vor allem auf Perfektion und Distanz setzten.

"Modeln bleibt immer ein Teil von mir"

Ihre Wurzeln im Modelbusiness hat Giesinger dennoch nie abgestreift. "Modeln war mein Einstieg in diese Branche und hat meinen Blick auf Ästhetik, Kommunikation und Präsenz maßgeblich geprägt", sagte sie. "Ich glaube, das bleibt immer ein Teil von mir, auch wenn ich heute viel mehr Rollen gleichzeitig einnehme." Zugleich hat sich ihr Blick auf den Laufsteg verändert. "Früher war damit für mich viel Druck verbunden. Heute erlebe ich das bewusster und mit mehr Ruhe als noch vor ein paar Jahren."

Ihre Karriere zeigt, wie sehr sich Modelarbeit verändert hat: Früher reichte ein gutes Foto, heute braucht es Reichweite, Haltung, Wiedererkennbarkeit und die Fähigkeit, die eigene Geschichte selbst zu erzählen. Genau darin liegt Giesingers Stärke.

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