Wie ein Arbeitsamt-Computer Sandra Hüller zur Schauspielerei brachte

In der US-Talkshow von Seth Meyers hat Sandra Hüller verraten, wie ungewöhnlich gewöhnlich ihr Start ins Schauspielfach war. Rat aus der Familie gab es keinen, geholfen hat ein Computer im Arbeitsamt.
(mia/spot) |
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Sandra Hüller bei der Premiere von "Digger" in London.
Sandra Hüller bei der Premiere von "Digger" in London. © James Warren/Famous Images/ddp/Sipa USA

Sandra Hüller hat in der US-Talkshow "Late Night with Seth Meyers" erzählt, wie sie überhaupt zur Schauspielerei gekommen ist. Ohne Kontakte in die Kunstszene und lange vor dem Internet habe sie sich den Weg selbst suchen müssen. "Ich musste in ein Büro gehen, so eine Art Jobcenter, um herauszufinden, wie man Schauspielerin wird, weil es mir niemand sagen konnte", sagte die in Thüringen aufgewachsene Schauspielerin.

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Krankenschwester statt Bühne?

Den ersten Kontakt mit dem Theater verdankt Hüller der Schule, ihre Lehrkraft für Deutsch und Englisch habe sie in die Theatergruppe geholt. "Ich habe es ausprobiert, aber ich hatte überhaupt nicht die Idee, Schauspielerin zu werden", erinnerte sie sich. "Ich wusste nicht, was ich machen wollte. Vielleicht Krankenschwester oder so etwas, was auch toll gewesen wäre."

Es folgte ein Besuch in Berlin bei einem Theaterfestival für junge Leute. Dort sei ihr klar geworden, dass sie das womöglich länger machen wolle. Zu Hause konnte ihr allerdings niemand sagen, wie. "Ich komme aus einer Familie von Bauern, Webern und Pädagogen. Niemand hatte in irgendeiner Form etwas mit Kunst zu tun", erzählte Hüller.

Die Technik half weiter

Also ging sie zum Arbeitsamt, wo vor allem die Technik weiterhalf. "Da gab es so kleine Maschinen. Das war vor dem Internet, so etwas hatte niemand", beschrieb sie. An einer Art Computer habe man nach Berufen suchen können. Und dort sei er tatsächlich aufgetaucht: Schauspieler.

Meyers ahmte prompt das Rattern eines Druckers nach und stellte sich eine ausgespuckte Karte mit der Anweisung "Geh hierhin" vor. Hüller bestätigte: "Es war buchstäblich so." Der Rest klingt fast beiläufig: "Dann habe ich mir eine Schauspielschule ausgesucht, bei der ich mich bewerben wollte, und habe das gemacht. Und dann hat es geklappt."

Patrick Swayze in "Dirty Dancing": "Darüber komme ich nie hinweg"

Auch ihren aktuellen Filmpartner kannte Hüller schon früh, zumindest halb. Tom Cruise sei berühmt genug gewesen, um es über die Berliner Mauer zu schaffen, vermutete Meyers. "Ein bisschen, ja", sagte Hüller. Zum ersten Mal habe sie ihn wohl in "Top Gun" gesehen, "aber natürlich synchronisiert". Seine echte Stimme hörte sie damals nicht. "Ich wusste nicht, dass er Amerikaner ist, bis ich erwachsen war", gestand sie. Das sei wie bei fast allem gewesen, was man im deutschen Fernsehen geschaut habe.

Und wer hat die junge Sandra sonst noch beeindruckt? "Patrick Swayze", kam es wie aus der Pistole geschossen. Auf Meyers' Nachfrage, ob "Dirty Dancing" den Ausschlag gegeben habe, antwortete sie: "Natürlich, ja. Darüber komme ich nie hinweg."

Inzwischen steht Hüller selbst mit Cruise vor der Kamera. In "Digger" spielt sie seine Halbschwester, am 1. Oktober startet der Film in den deutschen Kinos.

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