Werner Herzog erhält Ehrenpreis aus Orlando Blooms Händen

Großer Abend für Werner Herzog: Der deutsche Filmemacher ist beim Festival im spanischen San Sebastián mit dem Donostia-Preis geehrt worden. In seiner Dankesrede verriet er, warum er sich im Baskenland nicht als Fremder fühlt.
(mia/spot) |
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Orlando Bloom und Werner Herzog bei der Verleihung des Donostia Awards.
Orlando Bloom und Werner Herzog bei der Verleihung des Donostia Awards. © ddp/Geisler/Clemens Niehaus

Werner Herzog (84) ist am Freitagabend beim Filmfestival von San Sebastián mit dem Donostia-Preis ausgezeichnet worden, der höchsten Ehrung des Festivals. Im Kursaal im Norden Spaniens feierten die Gäste den deutschen Regisseur mit stehenden Ovationen, wie "The Hollywood Reporter" berichtet.

Die Trophäe überreichte Orlando Bloom, der in Herzogs neuem Film "Bucking Fastard" mitspielt. Das Werk mit Kate und Rooney Mara sowie Domhnall Gleeson läuft ebenfalls beim Festival. Herzog revanchierte sich mit einem großen Kompliment: "Was für eine Ehre, den Preis aus den Händen von Orlando Bloom zu erhalten. Er ist schon in seinem jungen Alter eine lebende Legende. Er ist ein Schatz des Kinos."

Zu Fuß von Cannes in die Pyrenäen

"Ich stehe hier nicht als Fremder vor Ihnen", sagte der Filmemacher dann. Mit den Basken verbinde ihn sein früher Film "Aguirre, der Zorn Gottes" von 1972. Vor vielen, vielen Jahren sei er von Cannes aus zu Fuß in die Pyrenäen gewandert, mehr als 1.000 Kilometer weit. "Aber ich muss gestehen, ich bin in Biarritz gelandet", erzählte Herzog lachend, "nicht in San Sebastián."

Die Begegnungen von damals haben ihn trotzdem geprägt. "Ich habe Basken in den Bergen getroffen, und sie haben mich immer fasziniert", so der Regisseur. Auch die Dichtkunst des Landes verfolge er aufmerksam. Den Preis nahm er deshalb gewissermaßen aus Dichterhand entgegen: "Ich fühle mich, als würde ich hierher gehören. Es ist ein Land der Poesie. Es ist ein Land der Dichter, und ich erhalte diesen Preis hier von den Dichtern. Vielen Dank."

Politischer Auftakt

Die Eröffnungsgala war auch politisch geprägt. Die Moderatorinnen Fariba Sheikhan und Mariona Terés forderten ein Ende von Völkermord, "wie jenem, der in Gaza geschieht", und erklärten sich unter donnerndem Applaus solidarisch mit Yuval Abraham und Rachel Szor. Deren Film "NAZA" hat in Venedig den Spezialpreis der Jury gewonnen, Israels Kulturminister Miki Zohar hatte den beiden mit dem Entzug ihrer Staatsbürgerschaft gedroht.

Eröffnungsfilm war Fatih Akins "Ghost Song". Der stark von Anime und Manga beeinflusste Film erzählt von zwei Studenten, deren Liebe auf den ersten Blick jäh endet, als einer von beiden stirbt. Das Festival läuft bis zum 26. September.

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