Wenn Käfer in verkohlten Bäumen Eier legen

Waldbrände werden - meist unabsichtlich - von Menschen hervorgerufen. Schlecht gelöschte Lager- und Grillfeuer werden mit Glutnestern im Waldboden zurückgelassen, nachlässig weggeworfene Zigarettenstummel sind der Klassiker. Manchmal ist Brandstiftung zum Zweck der Landgewinnung im Spiel, selten ein Blitzeinschlag. Der globale Klimawandel verschärft die Lage, ausgetrocknete Böden und Pflanzen können leicht entflammbar sein. Doch es gibt ein Leben nach der schrecklichen Katastrophe, zumindest in schwarz verkohlten Wäldern. Tiere ergreifen Besitz von dem, was der Mensch vernichtet hat. - Der Film "Aus der Asche - Was kommt nach dem Waldbrand?" von Uwe Müller (MDR) aus der Reihe "ARD Wissen" zeigt in Nahaufnahmen und mittels Zeitraffer auf, wie herbeigekrochene Käfer Eier legen, wie Pilze und Farne an verbrannten Baumstämmen wachsen und neue Moose ergrünen.
Nicht nur in deutschen Naturschutzgebieten wie der Sächsischen Schweiz, sondern weltweit, in Amerika, Griechenland oder Spanien, wollen Forscher herausfinden, wie es nach der Katastrophe weitergeht. Emsig vermessen sie, was übrig bleibt und was nach der Katastrophe neu erwächst. Ihr tröstliches Fazit lautet: Nur auf den ersten Blick sind verbrannte Wälder tot. Wer hätte es gedacht? Der Schwarze Kiefernprachtkäfer kann einen Waldbrand über 80 Kilometer Entfernung erspüren und rückt dann heran, um sich im verbrannten Holz fortzupflanzern. Wenn andere Tiere vor dem Feuer die Flucht ergreifen, steuert er die Rauchsäulen an, um sich im Verkohlten zu paaren und seine Eier in die verbrannte Rinde zu legen. Ein besonderes Sinnesorgan zeigt dem Käfer die Infrarotstrahlung des Feuers an. Von Wissenschaftlern wurden sie daher bereits zu natürlichen "Feuermeldern" erklärt.
Aber auch andere Käfer nisten sich, bevor die Vögel kommen, in verbrannten Baumstämmen ein. Der kalifornische Naturschützer Chad Hanson plädiert gar dafür, verbrannte Wälder in ihrem Zustand zu belassen, weil Waldbrände ein natürlicher und "ökologisch wertvoller Teil der Waldentwicklung" sind. In der Tat erholen sich die Wälder bis zu einem gewissen Grad nach zwei bis drei Jahren. Bis die Bäume wieder ausgewachsen sind, dauert es jedoch mehrere Jahrzehnte.
Aus der Asche - Was kommt nach dem Waldbrand? - Mo. 27.07. - ARD: 22.25 Uhr