Weißes Haus beleidigt "Big Bang"-Macher Chuck Lorre

Chuck Lorre (73) hat mit einer scharfen Attacke gegen US-Präsident Donald Trump (80) und First Lady Melania Trump (56) das Weiße Haus gegen sich aufgebracht. Der Schöpfer von Erfolgsserien wie "The Big Bang Theory" und "Two and a Half Men" hatte das Präsidentenpaar bei einer Gala heftig kritisiert. Die Antwort aus dem Weißen Haus lässt nicht lange auf sich warten.
Weißes Haus schießt gegen Chuck Lorre
"Chuck Lorre sollte sich umgehend in psychiatrische Behandlung begeben", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, gegenüber "Fox News Digital". Lorre müsse einen schweren Fall des sogenannten "Trump Derangement Syndrome" behandeln lassen.
Dabei handelt es sich nicht um eine medizinisch anerkannte Diagnose, sondern um einen politischen Kampfbegriff. Er wird vor allem von Trump und seinen Unterstützern verwendet, um besonders scharfe oder aus ihrer Sicht irrationale Kritik am US-Präsidenten zu charakterisieren. Ingle ging noch weiter und erklärte, das angebliche Syndrom habe Lorres "erdnussgroßes Gehirn völlig zerfressen".
Auslöser für die scharfe Reaktion waren Lorres eigene Äußerungen bei einer Spendengala. Der Sitcom-Produzent wurde am 26. September bei den Angel Awards von Project Angel Food in Los Angeles geehrt. Seine Dankesrede nutzte er dabei nicht nur für deutliche Spitzen gegen Donald und Melania Trump, sondern auch für persönliche Worte über seine Verbindung zur Organisation.
"Ich empfinde es als ein absolutes Privileg, an eurer Mission mitzuwirken", erklärte Lorre. Das Engagement liege ihm auch aufgrund eigener Erfahrungen besonders am Herzen: "Da ich selbst Hunger erlebt habe, ist mir dieses Anliegen eine Herzensangelegenheit. Ganz gleich, wie sehr ich beruflich gesegnet war - man vergisst nicht so leicht Instant-Ramen in heißem Wasser oder die 'gehobene Küche' in Form von Ketchup-Suppe."
"Orangefarbenes Stück Scheiße"
In seiner Rede holte er laut "The Daily Beast" aber auch zu einer drastischen Attacke gegen Donald Trump aus. Eigentlich, so Lorre, würde er gerne über seinen Wunsch nach einer mitfühlenderen Regierung sprechen, "die Gesundheit und Wohlergehen ihrer Bürger an die erste Stelle setzt". Doch als Comedy-Autor müsse er die Gelegenheit nutzen, "ein paar Worte über dieses aufgeblähte, orangefarbene Stück Scheiße im Weißen Haus zu verlieren".
Auch anschließend blieb Lorre bei seinem scharfen Ton. Statt ausführlich den zahlreichen Helferinnen und Helfern der Organisation zu danken, müsse er als Comedy-Autor darüber sprechen, dass er jeden Morgen CNN einschalte - in der Hoffnung zu erfahren, der US-Präsident habe auf der Toilette einen Herzinfarkt erlitten.
Auch Melania Trump bezog Lorre in seine Kritik ein. Er fragte, wie die USA zunächst eine "kluge, gebildete, herzliche und humorvolle First Lady wie Michelle Obama" hätten annehmen und sich anschließend mit Melania Trump als First Lady abfinden können.