Wegen Tod von John Amos: Tochter verklagt ihren eigenen Bruder

Die Tochter des 2024 gestorbenen Schauspielers John Amos zieht gegen ihren Bruder vor Gericht. Sie wirft ihm vor, den Vater isoliert und notwendige medizinische Hilfe hinausgezögert zu haben. Auch um das Erbe wird gestritten.
(stk/spot) |
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John Amos starb 2024 im Alter von 84 Jahren.
John Amos starb 2024 im Alter von 84 Jahren. © imago/MediaPunch / Raymond Hagans/MediaPunch

Shannon Amos hat ihren Bruder Kelly Christopher Amos verklagt. Sie wirft ihm Vernachlässigung und Mitschuld am Tod ihres Vaters, Schauspieler John Amos, vor. Laut Klageschrift, die "The Hollywood Reporter" vorliegt, wird gefordert, dass das Gericht K.C. Amos vom Erbe ausschließt und das aktuelle Testament für ungültig erklärt. Dazu fordert Shannon Amos Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

John Amos war 2024 mit 84 Jahren gestorben. Um seine Pflege und sein Geld stritten die Kinder da schon seit Jahren erbittert.

Die Vorwürfe wiegen schwer

Ab etwa 2019 soll K.C. Amos den Vater abgeschottet haben, heißt es in der Klage. Er habe dessen Kommunikation überwacht und ihm eingeredet, Familie und Freunde wollten ihn ausnutzen. 2023 seien drei Monate lang alle Kontaktversuche der Angehörigen blockiert worden.

Mehrfach sei der Schauspieler allein in verdreckten Unterkünften zurückgeblieben, etwa in Hotels voller Müll, Drogenutensilien und benutzter Windeln. Wegen einer von Maden verursachten Infektion an den Füßen habe er behandelt werden müssen. Die vielen Klinikaufenthalte sollen schließlich die Erwachsenenschutzbehörde auf den Plan gerufen haben.

Die Pflegerin Elizabeth Bowling schilderte Shannon Amos demnach die Zustände per E-Mail mit den Worten: "Der Gestank war entsetzlich. Es gab kein sauberes Geschirr. Im Spülbecken hatte sich Schimmel gebildet."

13 Stunden ohne ärztliche Hilfe?

Behandlungen gegen Prostatakrebs habe John Amos in dieser Zeit versäumt. Auf Anweisung des Sohnes habe er aber weiter Cameo-Videos gedreht und in Billig-Werbespots mitgespielt. Als sich in Colorado die Behörden einschalteten, sei er nach Tennessee gebracht worden. Dort habe K.C. Amos einen Filmdeal für ihn ausgehandelt.

Im August 2024 habe der Schauspieler deutliche Anzeichen eines schweren Notfalls gezeigt. Seine Betreuer hätten trotzdem 13 Stunden gewartet. Vier Stunden nach der Einlieferung in ein Krankenhaus in Inglewood sei John Amos dann verstorben.

Vom Tod des Vaters aus den Medien erfahren

Ihr Bruder habe den Tod verheimlicht, so Shannon Amos. Sie habe erst im Oktober aus den Medien davon erfahren, der Vater sei ohne Wissen der Familie eingeäschert worden. Danach soll K.C. Amos größere Summen auf eigene Konten überwiesen und sich zum alleinigen Eigentümer der Produktionsfirma Step and One Half Productions gemacht haben. Auch die monatliche SAG-AFTRA-Pension von rund 6.300 Dollar und die Tantiemen kassiere er allein, so der Vorwurf.

Das aktuelle Testament sei erschlichen worden. Eine Fassung von 2020 habe Begünstigte enthalten, die dem Sohn missfielen, und sei wenige Tage nach der Unterzeichnung "verschwunden". Ein Jahr später folgte laut der Klageschrift ein neues Testament, das K.C. Amos eine Vollmacht einräumte.

Verklagt werden zudem Belinda Foster, Sekretärin der Produktionsfirma, und drei von K.C. Amos gegründete Unternehmen, über die er die Geschäfte des Vaters übernommen haben soll. Eingereicht wurde die Klage im August vor einem kalifornischen Gericht.

Vergleichbare Anschuldigungen hatte es schon zu Lebzeiten Amos' gegeben. Etwa im März 2024 hatte er in einer "People" vorliegenden Erklärung unter anderem gesagt: "Diese Geschichte über Vernachlässigung ist falsch und unbegründet." Die ganze Wahrheit werde bald ans Licht kommen. Eine Polizeiuntersuchung wegen einer möglichen Vernachlässigung wurde im April 2024 offiziell eingestellt. K.C. Amos sagte dem Magazin Ende 2024: "Lassen Sie mich klar und transparent sein: Es gab keine körperliche, finanzielle, emotionale oder psychologische Misshandlung oder Vernachlässigung [...]."

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