Umzug für die Liebe: Max Giesinger spricht über möglichen Wohnortwechsel

Seit "Wackelkontakt" ist Oimara von keiner Party-Playlist wegzudenken und hat damit auch Musik-Kollegen Max Giesinger überzeugt. Im AZ-Interview verraten der Bayer vom Tegernsee und der Wahl-Hamburger aus Baden nun, wie sie für einen gemeinsamen Song zusammenfanden – und packen dabei auch über Dialekt-Hürden und mögliche Umzugspläne aus.
von  Eva Meeks
Zwei Genres treffen aufeinander: Max Giesinger und Oimara machen jetzt gemeinsame Sache.
Zwei Genres treffen aufeinander: Max Giesinger und Oimara machen jetzt gemeinsame Sache. © Laura Becker

Der eine lebt am idyllischen Tegernsee, der andere im Großstadtdschungel von Hamburg. Und auch musikalisch haben Oimara (34) und Max Giesinger (37) auf den ersten Blick eher wenig gemeinsam. Während Oimara für humorvolle Party-Songs bekannt ist, hat Giesinger vor allem die gefühlvollen Hits für sich gepachtet. Doch wie die Künstler jetzt im AZ-Interview verraten, war die gemeinsame Basis trotzdem schnell gefunden.

Max Giesinger und Oimara: "Der Song war quasi direkt da"

Hat man Oimaras Hit "Wackelkontakt" einmal gehört, ist der Ohrwurm relativ sicher. So erging es auch Max Giesinger vor einigen Monaten, wie er der AZ verrät: "Ich hatte so krass gute Laune und dachte: 'Okay, das hatte ich lange nicht mehr bei einem Song.' Dann habe ich beschlossen, ich schreibe diesem Dude jetzt einfach mal, was er da abgeliefert hat. Also habe ich ihm bei Instagram ein Kompliment dagelassen."

Aus diesem kurzen Austausch unter Künstlern wurde einige Wochen später ernst: Sie entschieden sich, ein gemeinsames Lied zu produzieren. "Wir haben uns in Berlin zu einer Songwriting-Session getroffen, und der Song war quasi direkt da. Das hat wirklich nicht lange gedauert", erinnert sich Oimara. In "Grossstadt" (erscheint am 5. Juni) erzählen die Künstler von einem "Landei", das von der Metropole zunächst überfordert ist – ein Gefühl, das Oimara bei seinem Berlin-Besuch genau so erlebt hat.

Im Song "Grossstadt" vom Oimara und Max Giesinger trifft Bairisch auf Hochdeutsch sowie Dorf auf Großstadt.
Im Song "Grossstadt" vom Oimara und Max Giesinger trifft Bairisch auf Hochdeutsch sowie Dorf auf Großstadt. © Laura Becker

Max Giesinger sagt über den Song: "Im Grunde ist das ein bisschen wie ein Tagebucheintrag von Beni [Oimara]: Wie es für ihn war, nach Berlin zu kommen, und was er dort alles erlebt und gesehen hat." Doch auch seine Perspektive kommt in dem Lied zum Ausdruck. "Die Großstadt kann schon ziemlich wild sein", so Giesinger, der in Hamburg lebt. Aufgewachsen ist er jedoch in einem kleinen Ort in der Nähe von Karlsruhe: "Ich glaube, genau dieses Thema hat uns am Ende zusammengebracht. Das ist etwas, das uns beide verbindet und das wir in dem Song beschrieben haben."

Bairischer Dialekt: Oimara räumt mit Fake-Vorwürfen auf

Ein Teil des Songs wird in bairischem Dialekt gesungen. In der AZ verrät Max Giesinger, wie es um seine Bairisch-Kenntnisse bestellt ist: "Wenn jemand so richtig loslegt, kann es schon mal eng werden." Da er gebürtig selbst aus Süddeutschland kommt, sei die sprachliche Hürde aber überschaubar: "Mit Beni hatte ich bisher jedenfalls noch nie Verständigungsprobleme. Auch im Song verstehe ich alles, wenn er auf Bairisch singt."

Oimara erzählt, seine Sprache immer dem Gegenüber anzupassen: "Ich habe das Glück, dass in mir sozusagen zwei Welten stecken. Meine Mama kommt aus Wilhelmshaven. Deshalb kann ich ziemlich gut zwischen den Sprachwelten wechseln." Doch das habe ihm in seiner Karriere schon "vermeintliche Authentizitätsprobleme" eingebracht: "Wenn ich auf Bairisch gesungen habe, aber in Interviews Hochdeutsch gesprochen habe, hieß es plötzlich: 'Wie jetzt? Du singst bairisch, redest aber gar nicht bairisch. Das ist doch alles fake!'"

Oimara ist für bairische Songs bekannt. "Wenn ich dann plötzlich Hochdeutsch rede, sorgt das manchmal wirklich für Verwirrung", verrät er der AZ.
Oimara ist für bairische Songs bekannt. "Wenn ich dann plötzlich Hochdeutsch rede, sorgt das manchmal wirklich für Verwirrung", verrät er der AZ. © Jens Niering

Doch Oimara weist die Fake-Vorwürfe schmunzelnd von sich: "Wenn mir jemand gegenübersitzt, der nicht Bairisch spricht, dann rede ich automatisch Hochdeutsch. Das ist doch ganz normal. Wenn jemand Englisch mit mir spricht, antworte ich ja auch auf Englisch – zumindest so gut ich es kann. Mit Bayern rede ich wiederum Bairisch. Das sind für mich einfach zwei verschiedene Sprachen."

Umzug für die Liebe: Max Giesinger und Oimara reden Klartext

Am Tegernsee zu leben, ist für Oimara der größte Luxus, wie er der AZ verrät. Ob er bereit wäre, das idyllische Dorfleben gegen die Großstadt einzutauschen, wenn seine Partnerin diesen Wunsch hätte? "Ich würde eher schauen, dass irgendwie beides möglich ist – auch wenn das nicht immer so leicht ist. München ist für viele Tegernseer ja quasi die zweite Heimat, und andersherum gilt das genauso", so der 34-Jährige und ergänzt lachend: "Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das in meinem Fall kein Thema sein wird."

Max Giesinger sagt zur AZ, dass er Hamburg eventuell für eine Dame den Rücken kehren würde: "Wenn das meine große Liebe wäre, würde ich das, glaube ich, machen. Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen und habe die ersten 22 Jahre meines Lebens dort verbracht – also den größten Teil meines bisherigen Lebens. Ich fand das auch nie schlecht. Ehrlich gesagt bin ich vor allem aus Karrieregründen in die Großstadt gezogen."

Max Giesinger lebt in Hamburg, fühlt sich aber auch auf dem Land pudelwohl.
Max Giesinger lebt in Hamburg, fühlt sich aber auch auf dem Land pudelwohl. © imago/STAR-MEDIA

Schließlich verrät der "80 Millionen"-Sänger, dass es ihm die bayerische Metropole München besonders angetan hat: "Etwa alle fünf bis sechs Wochen bin ich für drei oder vier Tage dort. Das ist fast schon ein kleiner Testlauf, weil ich mir gut vorstellen könnte, dort irgendwann eine zweite Dependance zu haben. Keine große Wohnung, eher eine kleine WG." Mit einem Kumpel habe Max Giesinger jedenfalls schon länger darüber nachgedacht: "Vielleicht probieren wir das nächsten Sommer mal aus. Ich finde die Stadt einfach wahnsinnig attraktiv."

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