Was macht Natascha Kampusch heute?

Die Entführung von Natascha Kampusch zählt zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle im deutschsprachigen Raum. Doch wie lebt Kampusch eigentlich heute?
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Natascha Kampusch versucht ein normales Leben zu führen
Kristof Gyselinck / Dag Allemal Natascha Kampusch versucht ein normales Leben zu führen

Die Entführung von Natascha Kampusch zählt zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle im deutschsprachigen Raum. Im Alter von zehn Jahren wurde die Wienerin vom arbeitslosen Wolfgang Priklopil auf dem Schulweg in einen Lieferwagen gezerrt und fortan über acht Jahre in einem Kellerverließ festgehalten. Bis ihr schließlich die Flucht gelang. Doch wie lebt Kampusch eigentlich heute?

Wien - Acht Jahre lebte Natascha Kampusch (26) in Gefangenschaft ihres Entführers und Peinigers Wolfgang Priklopil. Acht Jahre ist es nun auch her, dass der Österreicherin die Flucht gelang. Priklopil nahm sich anschließend das Leben. Kampusch verarbeitete ihre tragische Geschichte in ihrer Autobiografie "3096 Tage", die 2010 veröffentlicht wurde. Basierend auf ihrem Buch lief 2013 der gleichnamige Film in den Kinos an, der am heutigen Mittwoch im Ersten um 22:45 Uhr TV-Premiere feiert. Doch was macht Natascha Kampusch eigentlich heute?

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Kampusch lebt mittlerweile zurückgezogen in Wien. Dort hat sie sich im ersten Gemeindebezirk ihr eigenes kleines Unternehmen aufgebaut. Seit 2011 betreibt sie in der österreichischen Hauptstadt die Firma "Consolea GmbH". Der Name stammt von einer karibischen Kaktusart. Kerngeschäft sind laut "oe24.at" die Bereiche "Promotion, EDV und Marketing". Das Unternehmen soll im ersten Geschäftsjahr einen Gewinn von über 450.000 Euro gemacht haben, wie damals das österreichische Wirtschaftsmagazin "Format" berichtete.

Neben ihren geschäftlichen Angelegenheiten kümmert sich die mittlerweile 26-Jährige aber auch um soziale Dinge. So besuchte sie 2011 in Sri Lanka mehrere Schulen und Kinderwohnheime, die von der Organisation "Jugend Eine Welt / Don Bosco" unterstützt werden. Auch beteiligte sie sich im Mai diesen Jahres an der weltweiten Internet-Kampagne, die die Freilassung der in Nigeria entführten Schülerinnen fordert, wie auf ihrer eigenen Homepage zu sehen ist.

Ansonsten versucht Kampusch, ein soweit es geht unaufgeregtes Leben zu führen. Sie züchtet Kakteen, strickt und häkelt gerne, erklärte sie 2013 der österreichischen "Kronen Zeitung". Außerdem seien Fische ihre große Leidenschaft. "Deshalb hab' ich mir vermehrungsfreundliche, besonders zutrauliche, doofe Guppys zugelegt", gab sie damals an. Ihren Wochenablauf schilderte sie so: "Ich bemühe mich, Einkäufe zu tätigen. Ich bereite mich auf diese Einkäufe vor, gleiche alles mit meinem Budget ab. [...] Zweimal pro Woche suche ich meine Therapeutin auf und bespreche mit ihr, was mich momentan belastet."

Denn auch nach über acht Jahren in Freiheit befinde sie sich noch immer "in einer Selbstfindungsphase", erklärte die Österreicherin ihre Situation im April der "Bild am Sonntag". An dem Ziel, das Abitur zu machen, hält die Wienerin nach wie vor fest. Gescheitert sei es bisher an den sozialen Kontakten, die unweigerlich folgen würden, gab sie zu verstehen: "Das regelmäßige sehen von Mitstudenten war für mich eine Horrorvorstellung."

Auch privat will sie sich nicht unbedingt auf einen engen Kontakt einlassen. "Ich versuche, Nähe zuzulassen", erklärte sie der "Kronen Zeitung", aber im Grunde sei sie "eine Einzelgängerin, die es nicht so toll findet, eingeengt zu werden. Eine beste Freundin habe sie jedoch in ihrer Friseurin gefunden. "Ich bin am glücklichsten, wenn ich bei ihr im Stuhl sitze und sie mir meine Haare macht. Das ist ein Glücksgefühl für mich", verriet Kampusch der "Bild".

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