Kommentar

Warum nicht Samira Yavuz? Die Ofarim-Wahl sagt viel über das Publikum aus

Gil Ofarim hat es tatsächlich geschafft und ist 2026 zum Dschungelkönig gekrönt worden. Warum RTL bewusst auf den Skandal-VIP als Zugpferd gesetzt hat und wer die bessere Wahl gewesen wäre – ein Kommentar von AZ-Reporter Sven Geißelhardt.
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Hat Gil Ofarim die Dschungelkrone wirklich verdient?
Hat Gil Ofarim die Dschungelkrone wirklich verdient? © RTL

Fassungslosigkeit, Boykottaufrufe und dennoch Rekord-Einschaltquoten: Mit der Verpflichtung von Gil Ofarim hatte RTL im Dschungelcamp 2026 für einen Coup gesorgt. Am Ende schalteten trotz zahlreicher Proteste aus der Trash-TV-Community Millionen Menschen ein – und der Skandal-VIP wurde zum Sieger von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" gekürt. Warum das eine schlechte Wahl war und wer stattdessen hätte gewinnen sollen...

Einsicht und Selbstverantwortung? Das fehlt bei Gil Ofarim komplett

Nein, Gil Ofarim ist – anders als es ihm diverse Male in der RTL-Show unterstellt worden war – kein verurteilter Verbrecher. Und ja, es waren bereits Promis im Dschungelcamp, die für schlimmere Vergehen vor Gericht standen. Man denke an Ingrid van Bergen, die wegen Totschlags verurteilt wurde, oder Arno Funke, der als Erpresser mehrere Bombenanschläge verübt hatte. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied: Die beiden VIPs standen zu ihren Taten und arbeiteten diese entsprechend auf – eine Einsicht, die bei Ofarim komplett zu fehlen scheint.

Genau hier liegt die Krux: Dass Gil Ofarim sich nach wie vor nur wenig einsichtig zeigt, wenn es um den Davidstern-Skandal geht, war RTL vorab bekannt. Zwar hat er sich vor Gericht bei dem Hotelangestellten, dem er Antisemitismus vorgeworfen hatte, entschuldigt, doch in einem späteren Interview mit dem Sender hat er wieder abgewiegelt und erklärt, die Schuld auf sich genommen zu haben. Sein Auftritt im Dschungel zeigt nun deutlich, dass der Musiker noch immer keine Verantwortung für das eigene Handeln und dessen Konsequenzen tragen will.

Einschaltquoten vs. echte Geschichten: Wer die bessere Dschungelcamp-Gewinnerin gewesen wäre

RTL hat das für "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" dankend angenommen, denn ein polarisierender Kandidat sorgt – unabhängig von dem angedrohten Fan-Boykott – für hohe Einschaltquoten. Der Sender hat damit bewusst das Narrativ von Gil Ofarim verbreitet, dass mehr hinter seiner Geschichte stecken könnte, als öffentlich bekannt sei. Seine Krönung zum Dschungelkönig sorgt jetzt dafür, dass das Format auch nach seinem Ende noch lange im Gespräch bleiben wird.

Es ist auch bezeichnend für die Reality-Branche, dass nicht Samira Yavuz als Siegerin hervorging, sondern Gil Ofarim – da schien der moralische Kompass einiger abstimmender Zuschauer wohl etwas defekt gewesen zu sein. Die Münchnerin hat eine echte Heldenreise erlebt, nachdem ihre Familie vergangenes Jahr aufgrund der öffentlichen Affäre ihres Ehemannes zerbrochen war. Im Dschungelcamp musste sie sich dann mit der Liebhaberin ihres Ex-Partners herumschlagen. Dabei zeigte sie sich überraschend versöhnlich und auch selbstkritisch.

Samira Yavuz hat es im Dschungelcamp 2026 auf den zweiten Platz geschafft.
Samira Yavuz hat es im Dschungelcamp 2026 auf den zweiten Platz geschafft. © RTL

Am Ende konnte aber nicht die betrogene alleinerziehende Single-Mutter gewinnen, sondern ein Mann, der sich selbst vom Täter zum Opfer stilisiert hat. Damit ist der umstrittene, fast schon perfide Plan von RTL komplett aufgegangen.

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  • Witwe Bolte vor einer Stunde / Bewertung:

    Das reinste Schmierentheater.
    Hat sich die Mutter von Gil Doron R. schon geäußert? Die freut sich bestimmt riesig.

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  • Salvator2000 vor 3 Stunden / Bewertung:

    “There is no such thing as bad publicity” hat schon Barnum gesagt (die Vorlage für den Film the Greatest Showman) in dem Sinne: let the show go on…

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  • Haan vor 3 Stunden / Bewertung:

    Dass es immer noch soviel Zuseher für so eine schw.chsinnige Sendung gibt macht mir Angst.

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