"Warum dulden wir solche Leute im Land?": TV-Star spricht nach CSD-Terror plötzlich Klartext
Der von Markus Söder als "feige" bezeichnete Anschlag beim Berliner Christopher Street Day in Berlin sorgt bundesweit für Entsetzen. Eine Frau kam ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt. Nach der Fahrt eines Fahrzeugs in eine Menschenmenge am Samstagabend im Bereich Tiergarten ermittelte und fahndete die Polizei nach Abdul Ballout (21) und weiteren möglichen Mittätern. Berichten zufolge wird geprüft, ob es im Anschluss eine weitere Tatphase mit einer Stichwaffe gegeben haben könnte. Zeugen berichteten von verletzten Personen mit Stichverletzungen. Innenminister Alexander Dobrindt bestätigte am Sonntagmittag, dass der Täter auch mit einer Machete auf Opfer losging. Am späten Nachmittag wurde der mutmaßliche Täter vom SEK in einer Gartenlaube erschossen.
Entsetzen nach CSD-Anschlag in Berlin: Täter in der islamistischen Szene
"Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet", hatte Polizeisprecher Florian Nath nach der Amokfahrt erklärt.
CSD-Teilnehmer, Politiker und die Bevölkerung sind erschüttert. Auch Schauspielerin Anna Hofbauer zeigt sich tief betroffen. Die ehemalige RTL-Bachelorette und Musical-Darstellerin findet nach den Ereignissen ungewöhnlich klare Worte. Sie steht jetzt für ihre Meinung ein.
Anna Hofbauer: "Will gerade einfach nicht leise sein"
Auf Instagram erklärt Hofbauer, warum sie sich diesmal öffentlich äußert: "Als ich vor zwölf Jahren 'Bachelorette' wurde, wurde mir geraten, mich niemals zu religiösen oder politischen Themen zu äußern." An diese Empfehlung habe sie sich bislang gehalten. Doch nach den Ereignissen in Berlin sei für sie ein Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr schweigen wolle: "Das, was da gestern aber beim CSD in Berlin passiert ist … ich will gerade einfach nicht leise sein."
Die Schauspielerin schildert ihre Sorgen und ihre Wut über die mutmaßlichen Hintergründe der Tat: "Jetzt wurde bekannt, dass er polizeibekannt ist, dem IS angehört und hier im Gefängnis saß. Ich verstehe nicht, warum wir solche Leute bei uns im Land dulden."
Sorge um ihre Kinder und die Zukunft
Besonders beschäftigt die Mutter zweier Kinder die Frage, wie sicher Deutschland zukünftig sein wird. "Das macht mir so Angst, auch im Hinblick auf meine Kinder, die einfach irgendwie später friedlich feiern und Spaß haben sollen", erklärt sie.
Dabei betont Hofbauer ihre Verbundenheit mit Deutschland und den Werten, für die das Land aus ihrer Sicht steht: Freiheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander: "Wir lieben unsere Kultur hier und das wird so kaputt gemacht dadurch." Die Situation mache sie "echt fassungslos".
Hofbauer stellt klar, dass es sich bei ihrer Meinungsäußerung weder um einen "Aufruf für irgendeine Partei noch gegen eine Partei" handelt. "Es war die ehrliche Reaktion einer Mutter auf eine schreckliche Gewalttat."
Abschiebung interpretiert: Anna Hofbauer erklärt ihr "Dulden"-Zitat
Manche Fans wollen hinter Hofbauers Ausführungen eine Forderung nach Abschiebungen verstehen. Sie erklärt daher, was sie mit "dulden" meint: "Warum akzeptieren wir als Gesellschaft, dass Menschen bei friedlichen Veranstaltungen immer wieder Opfer von Gewalt werden? Egal welche Religion, Herkunft, politische Interessen etc. die Täter haben! (...) Bitte lasst uns aufhören, Menschen vorschnell in politische Schubladen zu stecken oder ihnen Dinge zu unterstellen, die sie nie gesagt haben."
Täter ist deutscher Staatsbürger
Auf der Pressekonferenz am Sonntag sprach Innenminister Dobrindt (CSU) von einem islamistischen Terroranschlag. Abdul Ballout (21) ist nach Aussagen von Dobrindt ein deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln. Nach dpa-Informationen hat er Familie in Berlin und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Der Hinweis der Polizei auf einen Islamismus-Bezug wirft die Frage auf, wo und wie er sich radikalisiert haben könnte. Anders als bei ausländischen Staatsbürgern ist eine Ausweisung deutscher Staatsbürger nicht möglich.

"Wo bleibt eine konsequente Steuerung von Migration?"
Anna Hofbauer ist nicht die einzige Prominente, die Konsequenzen und politisches Handeln fordert. Franca Lehfeldt, Ehefrau von Ex-FDP-Chef Christian Lindner, schreibt auf Instagram: "Wieder wird über die Folgen einer verfehlten Migrations- und Sicherheitspolitik gesprochen. Ein Ritual, das sich seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 zigmal wiederholt hat. Aber mit welchem Ergebnis? Gefährder tauchen unter, verstecken sich im Zuständigkeitswirrwarr und Behördendschungel oder halten, wie offenbar im Fall von Abdul Ballout, Sozialarbeiter zum Narren. (...) Wo bleibt eine nachvollziehbare und konsequente Steuerung von Migration? Der Staat hat hier seit Jahren nicht geliefert und das Vertrauen seiner Bürger nachhaltig verspielt. All das ist Wasser auf den Mühlen der AfD."
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