Warm oder kalt? RKI räumt mit einem Händewasch-Mythos auf

Beim Händewaschen drehen viele automatisch den Wasserhahn auf warm. Doch für den Infektionsschutz muss das offenbar gar nicht sein: Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht bei warmen Wasser sogar eine Gefahr.
von  teleschau
Die Hände mit kaltem Wasser schützt vor Krankheitserregern und schont die Haut.
Die Hände mit kaltem Wasser schützt vor Krankheitserregern und schont die Haut. © iStock/okugawa

Dass Händewaschen wichtig ist, damit wir uns nicht mit Krankheitserregern anstecken, wissen wir nicht erst seit Corona. Und auch in der bevorstehenden Erkältungssaison kann uns Händewaschen vor dem einem oder anderen Schnupfen bewahren. Dabei ist es aber dazu gar nicht nötig, warmes Wasser zu nutzen. Die Hände mit kaltem Wasser und Seife zu waschen, reicht laut dem Robert Koch-Institut (RKI) offenbar schon aus, um Keime und Bakterien abzuwaschen.

Das geht aus dem Epidemiolgischen Bulletin des öffentlichen Gesundheitsinstituts von Anfang August hervor, in der Empfehlungen zu Handhygiene im Gesundheitswesen geändert werden. Demnach rät das RKI jetzt Einrichtungen des Gesundheitswesens, dass an medizinischen Handwaschplätzen kein warmes Wasser mehr erforderlich ist. Und wenn für Medizinerinnen und Mediziner sowie für Pflegepersonal keine Notwendigkeit mehr besteht, die Hände mit warmen Wasser abzuwaschen, dann gilt das auch für Normalbürger im Alltag.

Kaltes Wasser reinigt genauso gut

Das RKI ändert seine Empfehlung aufgrund der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC). Mehreren Studien gemäß hat die Wassertemperatur keine Auswirkungen darauf, wie effektiv Krankheitserreger abgewaschen werden.

In einer Studie wurden die Hände von Probanden mit Escherichia coli-Bakterien verunreinigt. Anschließend wurden die Hände mit vier Grad kaltem und 40 Grad warmen Wasser gewaschen. Im Vergleich zeigte sich, dass es anschließend keinen Unterschied gab, warmes wie kaltes Wasser beseitigten die Bakterien. Es wurde lediglich die hautschädigende Wirkung von warmen Wasser festgestellt - und das schon bei einer Temperatur ab 20 Grad. Laut den Autorinnen und Autoren der Studie wäre der Verzicht auf Warmwasser eine sichere und ressourcensparende Methode.

Daher ist für das RKI das Händewaschen mit warmen Wasser aus Gründen der Hygiene und Infektionsprävention nicht länger erforderlich. Viel wichtiger zum Entfernen von Krankheitserregern sind die Dauer des Händewaschens und die Nutzung von Seife.

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