"War"-Star Dominic West: "Viele Wohlhabende planen ihre Scheidung zwei Jahre im voraus"
Eine Ehe zerbricht - und aus zwei Menschen, die einmal ein gemeinsames Leben geplant haben, werden erbitterte Gegner. Genau darum geht es in der Serie "War", die bei Sky, Wow und RTL+ gestartet ist. Dominic West und Sienna Miller spielen darin das Ehepaar Morgan und Carla, dessen Trennung in einen immer härteren Scheidungskampf mündet.
Für West, der selbst seit 2010 verheiratet ist, steckt darin eine ziemlich einfache, aber entscheidende Frage: Wann kämpft man - und wann lässt man etwas besser gut sein? "Ich glaube, es sind diese Momente, in denen man entscheiden kann: Lässt man etwas vorbeiziehen oder zieht man in den Krieg?", sagt der britische Schauspieler gegenüber teleschau. Das Problem beginne, wenn Anwälte und viel Geld ins Spiel kommen. Genau das zeige auch die Serie: "Man zieht in den Krieg, obwohl man es eigentlich hätte gut sein lassen und darüber stehen sollen."
"Die meisten Konflikte entstehen, weil man sich nicht gehört fühlt"
West glaubt, dass viele Auseinandersetzungen einen ziemlich einfachen Ursprung haben. "Ich denke, die meisten Konflikte entstehen dadurch, dass sich jemand nicht gehört fühlt." Entscheidend sei deshalb, die Sichtweise des anderen wirklich zu verstehen. "Wenn man das schnell schafft, kann man viele Konflikte vermeiden", sagt der 56-Jährige.
Das gilt für ihn offenbar nicht nur für eine Ehe. Sobald jemand das Gefühl habe, dass die eigene Sichtweise vom anderen überhaupt nicht verstanden werde, entstehe Konflikt. In "War" wird aus diesem Gegeneinander schließlich ein Kampf, bei dem beide Seiten kaum noch zurückkönnen.
Bei der Arbeit an "War" erfuhr West allerdings auch etwas über Scheidungen, was ihn selbst überraschte. "Ich habe diese außergewöhnliche Tatsache erfahren, dass viele sehr wohlhabende Menschen ihre Scheidung planen", erzählt er. Manche würden bereits zwei Jahre vorher ein Anwaltsteam zusammenstellen und ankündigen: "Ich möchte mich in zwei Jahren von meiner Frau oder meinem Mann scheiden lassen."
Für West ist allein die Vorstellung befremdlich. "Das erscheint mir so kalt, berechnend und entsetzlich", sagt er - bevor er mit seinem typisch trockenen Humor doch noch eine Einschränkung macht: "Aber wahrscheinlich ist es sehr vernünftig, wenn man sehr viel Geld hat." Sein Fazit fällt entsprechend nüchtern aus: "Es ist eine ziemlich rücksichtslose Welt da draußen."
"Haltet euch von Social Media fern und lest die Kommentare nicht!"
Und was, wenn eine Trennung nicht nur privat stattfindet, sondern plötzlich Millionen Menschen ihre Meinung dazu haben? West hat darauf eine ziemlich klare Antwort. Wer öffentlich durch Liebeskummer oder eine Trennung geht, sollte sich seiner Meinung etwas Wichtiges beherzigen: "Haltet euch von Social Media fern und lest die Kommentare nicht!"
Mit Unsicherheit umzugehen, gehört für West ohnehin zum Alltag. Als Schauspieler könne er praktisch nie langfristig wissen, wie sein Leben in ein paar Wochen aussieht. "Ich kann überhaupt keine Pläne machen. Und ich bin alt - ich muss langsam Pläne machen", scherzt er. Man gewöhne sich als Schauspieler daran, dass man nicht einmal wisse, was man in zwei Wochen mache, "weil alles passieren kann".
Das sorgt offenbar regelmäßig für Ärger im privaten Umfeld. Man könne sich nicht festlegen, sage zu und müsse plötzlich wieder absagen. Irgendwann bleibe einem deshalb nichts anderes übrig, als diese Unsicherheit zu akzeptieren. Oder wie West es ausdrückt: Man müsse sich ihr "gelegentlich einfach ergeben".
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