Waldbrände, Dürre und Co: Wie der Mittelmeerraum zum Klimamittelpunkt wird

Viel Sonne, hübsche Dörfer, gutes Essen und wunderbare Strände: Von der Algarve über Mallorca bis nach Kreta gilt das Mittelmeer nach wie vor als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Doch zwischen türkisblauen Buchten und historischen Stätten scheinen sich die Dinge langsam zu ändern: Der Klimawandel ist spürbar wie kaum irgendwo sonst in Europa - Hitzewellen, Dürren, Überflutungen und wie zuletzt wieder gigantische Waldbrände sind die Folge. "Klima-Hotspot Mittelmeer" heißt es entsprechend im Untertitel zum dritten Film der ARD-Reihe "Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger?", in dem sich der Meteorologe auf eine Reise in die bedrohten Regionen begibt.
Entscheidend ist der Blick auf die Mittelmeergegend nicht nur aus touristischer und ökonomischer Sicht auf den Klimawandel, sondern auch deshalb, weil auch unser Wetter von der mediterranen Großlage beeinflusst wird. Verändern sich die meteorologischen Bedingungen dort, können kurz danach auch wir und ganz Europa betroffen sein. Doch wie zeigt sich der Klimawandel am Mittelmeer konkret? Wie verändern sich Flora, Fauna und das Meer dadurch? Welche Folgen haben die Einschnitte für Leben und Arbeit der Menschen, etwa in der Landwirtschaft? Und welche Veränderungen kann die Wissenschaft schon jetzt beobachten? Der Film von Lars Abromeit geht diesen Fragen anhand konkret Betroffener nach.
Auf Löschtour mit der Feuerwehr
So etwa der Biobauer Xesc Sans, den Plöger auf Mallorca trifft: "Es wird in Zukunft auf jeden Fall weniger Mandelbäume geben", weiß der Mann, der bei der Ernte zuletzt immer weniger Mandeln einfuhr. "Nicht nur wegen der Trockenheit, sondern auch wegen der hohen Temperaturen - selbst im Winter." Als Alternative hat Sans mittlerweile die klimaresistenteren Johannisbrotbäume entdeckt.
Der ARD-Wettermann begleitet außerdem auf der griechischen Insel Rhodos eine Einheit der Feuerwehr bei ihrem Kampf gegen Waldbrände im Hochsommer. Ein in diesem Sommer hochaktuelles Thema, das zu den dringlichsten Problemen gehört, die der Klimawandel mit sich bringt.
Wie man diese Herausforderungen aus wissenschaftlicher Sicht angehen kann, und um zu begreifen, was am Mittelmeer vor sich geht, begleitet Sven Plöger in seinem Film auch zahlreiche Forschende. So etwa den spanischen Klimaforscher César Azorin-Molina, der eine fliegende Wetterstationen erfunden hat, mit deren Hilfe drohende Unwetter früher als bislang identifiziert werden sollen. Ein Forscherteam auf Zypern begibt sich dagegen auf die Spur des invasiven Feuerfisches, der heimische Meeresbewohner bedroht. Immer mehr Arten aus dem Indischen Ozean finden ihren Weg ins durch den Klimawandel erwärmte Mittelmeer. Wie kann man ihre Ausbreitung verhindern? Auf der östlichen Mittelmeerinsel hilft Plöger zudem dabei, den durch die Hitze immer weniger werdenden geschlüpften Schildkrötenbabys den Weg zum Meer zu weisen.
Nicht zuletzt begibt sich der 59-jährige Meteorologe für seine Doku auch an Bord des Forschungsschiffs "Meteor": Vor der französischen Küste blickt etwa die Meeresforscherin Leonie Jaeger mithilfe eines Spezialkatamarans auf die oberste Schicht der Meeresoberfläche: "Wir schauen auf Temperatur und Salzgehalt, aber wir nehmen auch Proben, die anschließend biologisch und chemisch analysiert werden." Eines der Forschungsvorhaben von Wissenschaftlern aus vier Ländern, die entscheidende Fragen beantworten wollen: Wie beeinflussen die Klimaveränderungen das Wetter und das Leben im Mittelmeer? Und müssen wir in Zukunft mit mehr Waldbränden, Starkregen, Dürren und Überflutungen rechnen?
Die Doku ist ab dem Zeitpunkt der linaren Ausstrahlung auch in der ARD Mediathek abrufbar.
Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger? - Mo. 14.09. - ARD: 20.15 Uhr