"Wäre ich an dem Tag gestorben ...": Medizinischer Notfall brachte Özcan Cosar zum Umdenken

Ein medizinischer Notfall veränderte Özcan Cosars Blick aufs Leben. Seitdem gehe der Comedian anders mit den Themen Konsum und Luxus um. Im Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl" hat er über den Vorfall gesprochen.
von  Paulina Meissner
Die Comedians Özcan Cosar (links) und Bastian Bielendorfer waren gemeinsam im Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl" zu Gast.
Die Comedians Özcan Cosar (links) und Bastian Bielendorfer waren gemeinsam im Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl" zu Gast. © 2024 Getty Images/Joshua Sammer

Im Podcast "Betreff: Leben - Die Sprechstunde mit Hans Sigl" haben Bastian Bielendorfer (42) und Özcan Cosar (45) über ihren Beruf als Comedians und Podcaster gesprochen - und verraten, für welchen Luxus sie viel Geld ausgegeben haben. Dabei kommt Özcan Cosar auf einen prägenden Vorfall zu sprechen, der seine Sicht auf Konsum nachhaltig verändert habe.

Cosar erklärt, sich kürzlich ein neues Auto bestellt zu haben - einen Sportwagen. Er habe nun zwei Autos: "Das eine ist sehr groß, das andere ist sehr schnell, und ich denke mir 'Wenn ich es nicht jetzt mache, wann dann?'"

Diese Einstellung habe der Comedian, der in einfachen Verhältnissen aufwuchs, jedoch nicht immer gehabt. Er erklärt: "Vor eineinhalb Jahren hatte ich einen Herzkasper." Cosar sei damals plötzlich zu Hause zusammengebrochen und kam mit einem Verdacht auf Herzinfarkt auf die Intesivstation. "Ich habe gedacht, ich sterbe", erinnert er sich. Im Krankenhaus habe man eine erhöhte Herzfrequenz festgestellt, einen Herzinfarkt jedoch ausschließen können.

"Ich habe hart gearbeitet, ich leiste mir das jetzt!"

Das Erlebnis habe Cosar dennoch zum Umdenken bewogen. Er sage sich nun häufiger: "Du lebst nur einmal. Gönn' dir einfach!" Zwar lebe der 45-Jährige nicht "in Dekadenz", er merkt jedoch an: "Wäre ich an dem Tag gestorben - man sagt bei uns immer 'Das Leichentuch hat keine Tasche', auf Türkisch - was soll ich denn mitnehmen?"

Mittlerweile gönne er sich gerne etwas Luxus und rede auch offen darüber: "Ich mag zum Beispiel Uhren und ich kaufe mir Uhren. Weil ich die liebe und weil ich die geil finde, und weil ich mir denke: Ich habe hart gearbeitet, ich leiste mir das jetzt", erklärt er. Gleichzeitig verspüre er immer noch Scham, wenn er seinen teuren Lebensstil zur Schau stelle. "Das ist so dieses Wechselbad der Gefühle, das man irgendwie hat."

Podcast-Kollege und Freund Bastian Bielendorfer erklärt, sein Problem sei es, "dass ich gegenüber anderen großzügiger sein kann als gegenüber mir selbst". Ein bisschen "Luxus" habe er sich in der Vergangenheit dennoch gegönnt. "Das Größte oder mich am glücklichsten machende, was ich mir von meinem 'Erfolg' gegönnt habe war, dass ich zu Hause ein Kino habe", erzählt er.

In seinem Keller habe er eine große Leinwand, einen Nahdistanzbeamer und eine Surround-Anlage installiert. "Ich bin schon immer sehr cineastisch aufgewachsen und ich habe immer davon geträumt, das zu Hause haben zu können." Heute sei es für ihn "jedes Mal ein Hochgenuss, wenn ich in meinen Keller gehe und alles auf Anschlag drehe", so Bielendorfer.

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