Vozinha überholt Manuel Neuer: Hype um Kap-Verde-Torwart geht weiter

Vor der WM kannte ihn kaum jemand, jetzt hat er mehr Instagram-Follower als Manuel Neuer: Kap-Verde-Torwart Vozinha ist nach starken Auftritten gegen Spanien und Uruguay zum Star geworden. Jetzt könnte die Außenseiter-Mannschaft sogar das Sechzehntelfinale erreichen.
von  (ae/spot)
Vozinha trug auch im zweiten WM-Spiel gegen Uruguay dazu bei, dass Kap Verde ein Unentschieden ablieferte.
Vozinha trug auch im zweiten WM-Spiel gegen Uruguay dazu bei, dass Kap Verde ein Unentschieden ablieferte. © ddp/Sipa USA/Fotoarena/Danilo Fernandes

Vor wenigen Wochen kannte ihn außerhalb von Kap Verde kaum jemand, nun zählt er zu den meistgefolgten Torhütern der Welt: Vozinha (40), der Schlussmann der kapverdischen Nationalmannschaft, hat bei Instagram die Marke von 15,4 Millionen Followern erreicht (Stand Montagvormittag). Damit liegt er jetzt sogar vor dem deutschen Weltmeister und Welttorhüter Manuel Neuer (40), der auf 14,8 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten kommt.

Von rund 50.000 Followern auf 15,4 Millionen

Der Sprung ist gewaltig: Vor seinem Auftritt gegen Spanien am 15. Juni hatte der Keeper, der beim portugiesischen Zweitligisten GD Chaves unter Vertrag steht, noch keine 50.000 Follower. Ausgelöst hat den Hype ein einziges Spiel.

In seinem ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft trennte sich Kap Verde 0:0 vom hohen Favoriten Spanien. Vozinha, mit bürgerlichem Namen Josimar Dias, parierte sieben Schüsse und hielt die Spanier die gesamte Spielzeit über in Schach. Viele hatten dem kleinen Inselstaat mit rund 530.000 Einwohnern bei der Partie eine hohe Niederlage prophezeit, doch stattdessen gelang das wichtigste Ergebnis in der Fußballgeschichte des Landes. Der zuvor weitgehend unbekannte 40-Jährige wurde so schlagartig berühmt und zum frühen WM-Held. Aus dem Mann des Spiels wurde innerhalb weniger Tage ein internationaler Star, dessen Followerzahl rasch in Millionenhöhe schoss.

Schafft es Kap Verde eine Runde weiter?

Und der Hype geht weiter. Seinen neuen Status untermauerte der Torhüter beim zweiten Gruppenspiel gegen Uruguay in der Nacht zu Montag. Hier kassierte er zwar zwei Tore, konnte aber auch wieder einige Schüsse parieren und dazu beitragen, dass Außenseiter Kap Verde ein 2:2-Unentschieden erreicht. Damit hat die afrikanische Inselgruppe die Chance, ins Sechzehntelfinale einzuziehen. In der Nacht von Freitag auf Samstag trifft die Mannschaft in Houston im dritten Gruppenspiel auf Saudi-Arabien. Mit einem Sieg wäre Kap Verde sicher im Sechzehntelfinale, aber selbst ein weiteres Unentschieden könnte reichen, um die Sensation perfekt zu machen.

Mutter im Stadion gegen Uruguay

Einen besonders emotionalen Moment gab es für Vozinha aber bereits in der Partie gegen Uruguay: Seine Mutter Ana Candida Evora konnte live im Stadion in Miami dabei sein. Nach dem Spiel gegen Spanien hatte Vozinha öffentlich bedauert, dass sie nicht einreisen konnte. "Sie hat es wegen des Visums nicht hierher geschafft ... wegen des Geldes, das wir für das Visum zahlen müssen", sagte er Reportern. "Wir haben es zeitlich nicht geschafft, und ich hätte sie gerne hier." Kap Verde gehört zu rund 50 Ländern, deren Staatsbürger nach einer Regelung der Trump-Regierung eine Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar hinterlegen müssen, begründet mit angeblich hohen Raten von Visa-Überschreitungen. Auf den Hilferuf des Torwarts reagierten schließlich die US-Behörden: Sie ermöglichten die Einreise und erließen der Mutter sogar die Gebühren.

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