Vorsicht vor invasiven Arten: Experten raten zum Autowaschen nach dem Urlaub

Die meisten Bundesländer befinden sich bereits in den Sommerferien. Viele Deutsche reisen nach wie vor mit dem Auto in den Süden. Doch auf der Heimfahrt können sich womöglich blinde Passagiere im Fahrzeug verstecken, die zu einer Gefahr für die heimische Flora und Fauna werden könnten.
Solche invasive Arten, etwa der Japankäfer, können sich in mitgebrachten Früchten verstecken, durchs geöffnete Fenster in das Auto gelangen oder auf das Gepäck aufsatteln, das beim Einladen kurz am Straßenrand gestanden hat. Mit dem Auto geht es dann über die Grenze nach Deutschland. Um die ungewollte Einführung invasiver Arten zu verhindern, raten Experten dazu, das Auto nach der Rückkehr zu waschen und Koffer und Taschen zu reinigen.
Behörden raten zur Autowäsche
Bereits im vergangenen Sommer warnte das schweizerische Bundesamt für Landwirtschaft laut "tagesanzeiger.ch" vor einer möglichen Einschleppung invasiver Arten durch das Auto. Eine gründliche Autowäsche nach der Rückfahrt aus betroffenen Gebieten sei daher angebracht, ebenso wie die Reinigung des Gepäcks.
In Deutschland warnt jetzt auch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) davor, den Japankäfer nach Deutschland einzuschleppen. Deshalb sollen Reisende nicht nur ihr Gepäck, ihre Campingausrüstung oder ihr Auto prüfen, sondern auch keine Pflanzen, keine Erde, keine Samen oder Rollrasen aus dem Urlaub mitbringen. Das gilt insbesondere für Heimkehrende aus Norditalien und der Südschweiz.
So erkennen Sie den Japankäfer
Der Japankäfer wurde zwar laut dem BMLEH schon in Deutschland gesichtet, etwa in der Region Freiburg oder in der Region Trebur in Südhessen, heimisch ist er hierzulande jedoch noch nicht. In Norditalien sieht das anders aus. In den Regionen Lombardei, Piemont, Venetien und Emilia-Romagna ist er stark verbreitet. Auch in Südtirol wurden im letzten Sommer schon mehrere Exemplare gefunden. Die invasive Art wurde erstmals 2014 auf dem europäischen Festland entdeckt und breitet sich seitdem aus.
Der Japankäfer gilt als Schädling, der bis zu 400 Pflanzenarten durch Blattfraß und Wurzelfraß schädigen kann. Natürliche Feinde hat das Tier hierzulande nicht. Sie erkennen den Japankäfer an seinem charakteristischen glänzend grünem Körper und Halsschild. Das Insekt wird etwa 8 bis 11 mm lang und 5 bis 7 mm breit und ist damit etwa so groß wie eine Kaffeebohne. Wer genau hinsieht, kann zwölf kleine weiße Haarbüschel erkennen. Fünf an jeder Seite des Tiers und zwei größere am hinteren Ende.