Vladimir Burlakov hält nicht viel von virtuellen Duellen

Am heutigen Sonntagabend hat der "Tatort" im Ersten ausnahmsweise ernstzunehmende Konkurrenz. Denn mit "Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte" schickt das ZDF echte Topstars ins Rennen. Auch Vladimir Burlakow ist mit von der Partie. Auf ein "Tatort" vs. "Wagner-Clan"-Duell will er sich aber nicht einlassen, wie er spot on news sagt.
| (ili/spot)
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Damals eine verbotene Liebschaft: Siegfried Wagner (Lars Eidinger, l.) und Dorian Davies (Vladimir Burlakov)
ZDF/Hannes Hubach Damals eine verbotene Liebschaft: Siegfried Wagner (Lars Eidinger, l.) und Dorian Davies (Vladimir Burlakov)

Der Schauspieler über faire Vergleiche, "Tatort"-Kommissare und Homosexualität

Trotz seiner erst 26 Jahre kann der Wahl-Berliner Vladimir Burlakov schon zwei angesehene Preise sein Eigen nennen: Den Deutschen Fernsehpreis 2010 bekam er für seine schauspielerische Leistung in "Im Angesicht des Verbrechens" und das Bayerische Pendant für "Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis". Am heutigen Sonntagabend ist er in "Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte" zu sehen, zusammen mit dem Who is Who der Branche: Iris Berben, Petra Schmidt-Schaller, Eva Löbau, Justus von Dohnányi, Lars Eidinger, Felix Klare, Heino Ferch...

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In dem sehenswerten Familiendrama spielt Burlakov den jungen Dorian, den Geliebten von Siegfried Wagner (Lars Eidinger). Was der in Moskau geborene Schauspieler über die Homosexualitäts-Debatte nach Hitzlsperger und vor Sotschi denkt, hat er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten. Erklärt hat er aber auch, warum er das Duell "Tatort" gegen "Wagner-Clan" unfair findet.

Sie treten mit "Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte" (ZDF) gegen den Bremen-"Tatort" (Das Erste) an. Wie groß sind Ihre Chancen?

Vladimir Burlakov: Ich habe keine Ahnung, weil ich seit fünf Jahren keinen Fernseher mehr habe. Filme, die mich interessieren, schaue ich mir in der Mediathek an, als "Tatort"-Fan würde ich mich aber nicht unbedingt bezeichnen. Ich weiß natürlich, dass sich ganze Familien oder Freunde zum Sonntagskrimi treffen. Diese Familientradition hat es bei uns aber nie gegeben, vielleicht auch, weil meine Familie nicht aus Deutschland stammt.

Was halten Sie denn überhaupt von diesen virtuellen Duellen?

Burlakov: Nicht so viel, weil wir doch eigentlich alle das gleiche wollen, nämlich dass sich all die Arbeit gelohnt hat und der Film bei den Zuschauern gut ankommt. Außerdem haben diese beiden Filmtypen absolut nichts miteinander zu tun. Ein fairer Vergleich wäre es, wenn eine jeweils eigene Version der Geschichte der Familie Wagner zeitgleich auf beiden Sendern laufen würde.

Wären Sie denn gerne mal ein "Tatort"-Kommissar?

Burlakov: Die Episodenrollen finde ich interessant, weil sie sehr unterschiedlich sind - und welcher Schauspieler würde nicht gerne mal einen Psychopathen spielen? Als Kommissar muss man dagegen schon verhältnismäßig oft fragen: "Wo waren Sie zwischen 12 und 14 Uhr?". (lacht)

Mögen Sie Familientraditionen in beruflicher Hinsicht?

Burlakov: Davon halt ich nicht so viel. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, was er machen möchte, und dabei vor allem die eigenen Träume verwirklichen.

Was halten Sie von Machtmenschen?

Burlakov: Es gibt Menschen, die mit Macht gut umgehen können. Wobei 90 Prozent das wohl eher nicht können und einfach nur immer mehr wollen. Ich glaube, dass man Macht sehr spürt und dass sie eine Persönlichkeit entsprechend stark verändern kann.

Lars Eidinger (Siegfried Wagner) und Sie (Dorian) spielen im Wagner-Film ein schwules Paar. Das Hitzlsperger-Outing und die Olympischen Spiele in Russland machten Homosexualität wieder zum Top-Thema. Braucht es diese Diskussion?

Burlakov: Unser Film spielt in einer Zeit, in der es "normal" war, Homosexualität abzulehnen. Leider ist das in manchen Ländern aber auch heute noch der Fall, insofern ist die Diskussion gut und wichtig.

"Ist Erfolg ein Maßstab für den Wert eines Kunstwerkes?", wird an einer Stelle im Wagner-Film gefragt. Was ist für Sie Erfolg?

Burlakov: Für mich persönlich ist Erfolg, wenn ich mir für ein Filmprojekt etwas vorgenommen habe und dann hinterher auf dem Bildschirm oder der Leinwand sehe, dass es in Erfüllung gegangen ist. Wichtig ist mir auch, mit welchen Regisseuren und Kollegen ich spielen darf und welche Rollen - schließlich ist es ja immer auch meine Lebenszeit, die ich mit einem solchen Projekt verbringe. Die Quote ist mir dagegen nicht ganz so wichtig, aber natürlich freut es mich schon auch sehr, wenn ich von den Zuschauern gemocht werde.

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