Monika Gruber wundert sich über Einser-Abiturienten: "Einfach eine Lulli-Nummer"

Tausende Schüler und Schülerinnen haben auch in diesem Jahr an deutschen Gymnasien ihren Abschluss gemacht. Monika Gruber ist die hohe Anzahl an "Einser-Abis" nicht entgangen – und erinnert sich an frühere Zeiten zurück.
von  Eva Meeks
Monika Gruber beobachtet eine interessante Entwicklung an deutschen Gymnasien.
Monika Gruber beobachtet eine interessante Entwicklung an deutschen Gymnasien. © BrauerPhotos/P.Schoenberger

Die allgemeine Hochschulreife qualifiziert im besten Fall für den beruflichen Werdegang, den man sich wünscht. Gerade in begehrten Studiengängen kann der Abitur-Notendurchschnitt entscheidend sein. Doch wie schwer ist es heutzutage noch, ein "Einser-Abi" abzustauben? Laut Monika Gruber (55) liegt hier eine interessante Entwicklung vor.

Monika Gruber über starke Abiturjahrgänge: "Waren wir damals blöder?"

Dass Deutschland in der Pisa-Studie zunehmend schlechter abschneidet, ist für Monika Gruber nicht verwunderlich. In der aktuellen Folge des Podcasts "Die letzten Monikaner" lacht sie über Rechtschreibfehler, die selbst studierte Politiker heutzutage in offiziellen Partei-Statements platzieren. "Echt Pisa-Studie, mich wundert gar nichts mehr", so die Kabarettistin zynisch.

Doch demgegenüber stehe eine interessante Entwicklung an deutschen Gymnasien: "Und dann schlägst du die Zeitung auf und siehst die ganzen Abiturienten." Die Gruberin zieht einen Vergleich zur eigenen schulischen Vergangenheit: "Ich glaube, bei uns haben maximal sieben oder acht Leute einen Einserschnitt gehabt. Heute: 25 Kids haben einen Einserschnitt im Abitur!" Das wirft bei Monika Gruber Fragen auf: "Waren wir damals blöder oder sind die gescheiter? Oder ist das Abitur einfach eine Lulli-Nummer?"

Monika Gruber wundert sich über die vielen Abiturenten mit Einser-Notendurchschnitt.
Monika Gruber wundert sich über die vielen Abiturenten mit Einser-Notendurchschnitt. © imago/STL

Abitur 2026: Rekord-Notendurchschnitt in Bayern

Wie "BR24" im Juli berichtete, gab es im Jahr 2026 tatsächlich an vielen bayerischen Gymnasien so viele Bestnoten wie nie. An einigen Schulen hatte fast jeder zweite Abiturient einen Einser-Notendurchschnitt erreicht. Wichtig zu erwähnen: 2026 handelte es sich um den ersten "neuen G9"-Jahrgang. G9 meint das klassische neunjährige Gymnasium mit dem Abitur nach der 13. Klasse. In vielen Bundesländern war dieses vor einigen Jahren zugunsten des kürzeren G8-Modells abgeschafft worden.

Experten sind sich sicher, dass das zusätzliche Lernjahr die herausragenden Prüfungsergebnisse im Abitur 2026 erklärt. Michael Schwägerl vom bayerischen Philologenverband merkte jedoch auch kritisch an, dass die vielen Bestnoten das Abitur potenziell entwerten könnten: "Tatsache ist, dass es schwerer wird, die sehr Guten von den Herausragenden zu unterscheiden." Und weiter: "Wenn jeder 1,0 hat, hat am Ende keiner eine 1,0." Mit ihrer Beobachtung scheint Monika Gruber auf jeden Fall nicht danebenzuliegen.

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