Veggie-Keule sorgt beim "perfekten Dinner" für Unmut: "Warum muss man Fleisch imitieren?"

Nick aus Eisingen bei Pforzheim ist leidenschaftlicher Tortenbäcker, hat sechs Hunde und kocht aus Überzeugung vegetarisch. Doch ausgerechnet sein ambitionierter Hauptgang sorgt bei "Das perfekte Dinner" (VOX) für Stirnrunzeln. Besonders Joshua wird mit dem Veggie- und Zeitkonzept so gar nicht warm.
von  teleschau
Hauptgang-Vorfreude bei Sarah und Nick (links), nur Joshua wirkt skeptisch.
Hauptgang-Vorfreude bei Sarah und Nick (links), nur Joshua wirkt skeptisch. © RTL

Heilerziehungspfleger Nick (40) aus Eisingen ist ein Gastgeber mit großem Herzen. In diesem hat nicht nur Ehemann Ramon Platz, sondern eine ganze "Rasselbande" (Nick) aus sechs Hunden sowie einigen Hühnern und Laufenten: "Ohne sie kann ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen." Für Nick sind sie "vollwertige Familienmitglieder und, ja, Kinderersatz".

Aufgrund seiner Tierliebe entschloss er sich vor sechs Jahren zur vegetarischen Ernährung: "Für mich soll kein Tier leiden müssen. Es hat auch Herz und Seele und ein Recht auf Leben." Missionieren möchte er aber niemanden ("Jeder soll essen, was er möchte"), zumal auch Ramon Fleisch isst.

Motto: Erde - Feuer - Eis

  • Vorspeise: Erde - Rotkraut / Walnuss / Birne / Ziegenkäse
  • Hauptspeise: Feuer - Pilze / Laugen / Möhren
  • Nachspeise: Eis - Zimt / Blutorange / Hafer

"Wenn wir schon nichts zu essen haben, trinken wir eben"

Sich selbst bezeichnet Nick als "kleinen Wirbelwind". Kreativität lebt er nicht nur beim Kochen aus, sondern auch beim Tortenbacken: "Das bringt mich nach einem stressigen Arbeitstag runter." Und wer genau hinsieht, entdeckt sogar ein Britney-Spears-Tattoo am Unterarm. Nick ist großer Fan und ist sogar für eine Live-Show nach Las Vegas gereist. Die wichtigste Frau in seinem Leben war allerdings seine vor zehn Jahren verstorbene Mutter - ihr widmet Nick sein Dessert mit Zimt-Parfait.

Doch bevor das süße Finale ansteht, sorgt vor allem der Hauptgang für Diskussionen. Joshua (29) hatte schon vor dem ersten Bissen Zweifel. Ein vegetarisches Gericht für vier überzeugte Fleischesser? "Um mich da abzuholen, muss Raffinesse her. Da muss was passieren auf den Teller", kündigt er hohe Ansprüche an. Oder wie es Alex (51) formuliert: "Da haben wir den Salat."

Der Auftakt gelingt Nick allerdings ordentlich. Sarah (45) schwärmt von der "gigantisch guten" Rotkohl-Suppe. Yvonne (53) hätte sie sich heißer gewünscht, Joshua würziger. Regelrecht nervös wird er zwischen den Gängen: "Die Zeit dazwischen könnte geraffter sein." Mäkelnd fügt er sich ins Unabänderliche: "Wenn wir schon nichts zu essen haben, trinken wir eben."

Hauptgang spaltet die Gemüter

Dann kommt der Hauptgang und wird zum Knackpunkt des Abends. Nick serviert pikant marinierte und gezupfte Austernpilze, in Reispapier gewickelt und in Keulenform angerichtet - mit Zimtstangen als "Knochen". Dazu gibt es Laugenknödel aus der Guglhupfform.

Geschmacklich kann vor allem die Soße überzeugen. Noah lobt ihre "überragende Tiefe", hadert aber mit dem Gesamtkonzept. Sein größter Kritikpunkt: "Warum muss man Fleisch imitieren?" Für ihn stellt sich das vegetarische Gericht einem unnötigen Vergleich mit Fleisch: "Brauch ich nicht." Alex holt die Idee ebenfalls nicht ab, Sarah und Yvonne bemängeln zudem die Konsistenz. Die Füllung sei zu weich geraten - Nick gibt zu, dass er schlicht vergessen hat, sie mit Speisestärke abzubinden.

Allerdings ist Alex überzeugt: "Bei der Nachspeise lässt sich Nick nicht die Butter vom Brot nehmen." Aber sogar beim Parfait findet Joshua ein Haar in der Suppe - und zwar in Form eines verbrannten Crumble-Stücks.

Am Ende erhält Nick 27 Punkte: Ein Abend mit viel Herz, einer klaren Haltung und einem vegetarischen Menü, das die Gäste zwar zum Nachdenken, aber nicht unbedingt zum Nachschlag bringt.

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