Uwe Kockisch saß selbst im DDR-Gefängnis

In der beliebten TV-Serie "Weissensee" spielt Uwe Kockisch einen DDR-Generalmajor. Als Hans Kupfer hat er schon Menschen in den DDR-Knast gebracht.
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Uwe Kockisch als Generalmajor des Ministeriums für Staatssicherheit Hans Kupfer in "Weissensee"
ARD/Julia Terjung Uwe Kockisch als Generalmajor des Ministeriums für Staatssicherheit Hans Kupfer in "Weissensee"

In der beliebten TV-Serie "Weissensee" spielt Uwe Kockisch einen DDR-Generalmajor. Als Hans Kupfer hat er schon Menschen in den DDR-Knast gebracht. Und was das bedeutet, weiß der Schauspieler genau, denn auch er saß ein, sechs Monate lang.

Berlin - In der preisgekrönten DDR-Saga "Weissensee" spielt Uwe Kockisch (69) den Generalmajor des Ministeriums für Staatssicherheit, Hans Kupfer - Stasi-Akten anfertigen, lesen, nutzen inklusive. Auch über den gebürtigen Cottbuser gab es eine Akte, die der Schauspieler kurz nach der Wende anfordern musste. "Da ich in der DDR wegen 'versuchter Republikflucht' im Gefängnis saß, hätte ich sonst auch in der Bundesrepublik als vorbestraft gegolten", erklärt Kockisch "Bild.de".

"Weissensee" - beide Staffeln der erfolgreichen TV-Serie gibt es hier

Es sei ein formaler juristischer Akt gewesen, "damit diese Vorstrafe gelöscht wird", so der Schauspieler weiter. 1961 wollte er als 17-Jähriger zusammen mit drei Freunden aus der DDR fliehen. Doch dann hatte die Verlobte eines der Freunde, die nicht mitgenommen werden sollte, die vier Flüchtlinge verraten. "Es war Verrat aus Verzweiflung, nicht zum eigenen Vorteil", nimmt Kockisch die Frau heute in Schutz.

Große Geste, denn damals wanderte er in den DDR-Knast: "Ich saß etwas mehr als ein halbes Jahr im Gefängnis und mich hat diese Zeit zehn Jahre weiter gebracht. Die Dinge, die ich damals erlebt habe, von denen zehre ich heute noch. Ich kann als Schauspieler besser nachvollziehen, warum bestimmte Personen bestimmte Dinge tun", erklärt der gar nicht bittere Adolf-Grimme-Preisträger weiter.

Heute lebt Kockisch zusammen mit seiner Ehefrau Christine Gautier im spanischen Madrid. Die beiden hatten sich dort über gemeinsame Freunde kennengelernt. Wie genau, erzählt er im Interview so: "Ein chilenischer Freund, den ich noch vom Maxim-Gorki-Theater kannte, zog nach der Wende mit seiner Frau Olga nach Madrid und eröffnete dort ein kleines Theater. Beide waren politische Emigranten in der DDR. Sie haben mich und meine Frau verkuppelt." Und zum Dank dafür feiern die beiden ihren Jahrestag immer mit besagtem Ehepaar.

Die letzten beiden Folgen der DDR-Familiensaga "Weissensee" werden am 15. und 22. Oktober jeweils um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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