Ursula Strauss ermittelt jetzt auch in Innsbruck

"Wiener Blut": Der Name des berühmten Walzers musste schon häufiger für Krimi-Titel herhalten. Dabei hatte das Blut bei Johann Strauss so gar nichts mit Mord und Totschlag zu tun, sondern spielte, im Gegenteil, auf den vermeintlich lebensfrohen Charakter der Wiener an. Aber egal, es ist wieder einmal so weit: "Tiroler Blut: Der erste Schuss" heißt der deutsch-österreichische Krimi, der am Donnerstagabend in der ARD Premiere feiert und vorab in der Mediathek abrufbar ist. Zunächst soll es zwei Filme geben, bei Erfolg geht es weiter.
Angeführt wird der Cast von Ursula Strauss als Innsbrucker Chefinspektorin Fanny Gruber. Strauss hat langjährige Krimi-Erfahrung. In der hierzulande bei 3sat ausgestrahlten ORF-Serie "Schnell ermittelt" geht die Schauspielerin seit knapp 20 Jahren auf Verbrecherjagd. Krimi-erprobt sind auch Regisseur Matthias Tiefenbacher ("Irland-Krimi") und Drehbuchautor Christian Jeltsch ("Kommissarin Lucas"). Eine geballte Ladung an Profis am Werk also. Und das, was sie zusammen geschaffen haben, kann sich durchaus sehen lassen.
Notwehr oder Absicht?
Das Polizei-Gen liegt bei den Grubers offenbar in der Familie. Nicht nur Fanny, auch ihr Vater Hannes (Sven-Eric Bechtolf) und nun Sohn Tobi (Noah L. Perktold) entschieden sich für diesen Beruf. Doch schon Tobis erster von ihm verantworteter Einsatz wird ihn gewaltig in die Bredouille bringen - und Fanny in einen Konflikt, der sie den Job kosten könnte.
Es ist ein Fall von häuslicher Gewalt, zu dem Tobi und seine Kollegin gerufen werden: Der betrunkene Lukas Prantl (Dominic Marcus Singer) bedroht seine Frau Nadine (Marlene Hauser) und die beiden Kinder. Die Situation eskaliert, es fällt ein Schuss. Am Ende ist Prantls Hund tot, er selbst schwer verletzt.
Tobi sagt, er habe aus Notwehr auf das aggressive Tier geschossen, Nadine Prantl behauptet, er habe auf ihren Mann gezielt. Während sich dieses Gerücht bei der Polizei verbreitet, stellt sich Fanny vor ihren Sohn. Und, natürlich, ermittelt sie trotz Verbot von oben auf eigene Faust und geht dabei einige Schritte zu weit. So unterstellt sie Nadine Prantl nicht nur, zu lügen, sondern ein Verhältnis mit ihrem Schwager Markus (Aaron Karl) zu haben. Der einzige, der die Wahrheit kennt, scheint Lukas Prantl zu sein, doch der liegt im Koma ...
"Der Tobi, der geschossen hat"
Der Auftaktfilm einer neuen Krimireihe ist immer besonders. Natürlich soll den Zuschauerinnen und Zuschauern ein guter Fall präsentiert werden. Gleichzeitig aber müssen die wichtigsten Figuren, ihre Beziehungen zu- und ihre Dynamiken untereinander eingeführt werden. In "Tiroler Blut: Der erste Schuss" klappt das ziemlich gut.
Dass Familie, bei aller Liebe, auch sehr kompliziert sein kann, das zeigt sich hier immer wieder. Fanny und ihr Vater stehen zu Tobi, glauben an Notwehr. Doch das hilft ihm nicht. Sie würden ihn nun mit anderen Augen ansehen: "Ich bin jetzt nicht mehr der Tobi, ich bin der Tobi, der geschossen hat." Er werde nie wieder frei sein. Anders als der Falke, den er zuvor mit seinem Vater in den weiten Himmel entlassen habe. Und so ist auch Günther (Kai Ivo Baulitz) eingeführt, Fannys Exmann, mit dem sie eine ungewöhnlich enge Beziehung zu haben scheint. Wenn sich da mal nicht eine Versöhnung anbahnt ...
Kommenden Donnerstag geht es weiter mit dem zweiten Film "Tiroler Blut: Am Abgrund".
"Tiroler Blut: Der erste Schuss" - Do. 08.10. - ARD: 20.15 Uhr