"Unkontrolliertes Ego": Barbra Streisand attackiert US-Präsident Trump

Ein Foto aus der Air Force One sorgt in den USA für Aufregung. Nun meldet sich Barbra Streisand zu Wort. Die Sängerin wurde 2008 selbst im Kennedy Center geehrt und findet für den Umgang von Donald Trump mit der Kulturinstitution in Washington deutliche Worte.
(stk/spot) |
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Barbra Streisand ist kein Fan von Donald Trump.
Barbra Streisand ist kein Fan von Donald Trump. © imago/Avalon.red / Avalon.red / Avalon / Imago Images/ZUMA Press Wire / Andrew Leyden

Barbra Streisand (84) hat US-Präsident Donald Trump (80) scharf für seinen Umgang mit dem Kennedy Center in Washington kritisiert. In einer Stellungnahme, die sie am Donnerstag auf ihrer offiziellen Website veröffentlichte, schreibt die Sängerin und Schauspielerin, was mit der Kulturinstitution geschehe, sei "so empörend und schmerzhaft mitanzusehen".

Ein Plakat hinter dem Flugzeugfenster

Nur einen Tag zuvor hatten Fotojournalisten Trump durch die Fenster der Air Force One abgelichtet. Auf dem Bild betrachtet der Präsident ein Plakat, auf dem offenbar "Kennedy Center DEMOLISHED" steht, also "Kennedy Center abgerissen". Am selben Mittwoch hatte Trump vor Reportern erklärt, seine Regierung müsse für ihre Arbeit am Kennedy Center Anerkennung erhalten. Andernfalls werde das Haus schließen und letztlich womöglich 'abgerissen'. Das berichtet CNN.

Die Justiz reagierte prompt. Ein Bundesrichter in Washington wies das Kennedy Center am Donnerstag an, größere Änderungen an den Renovierungs- oder Bauplänen mindestens 30 Tage im Voraus anzukündigen. Das gelte ausdrücklich auch für einen möglichen "Abriss" des Hauptgebäudes, wie die "New York Times" berichtet.

Eine Plane über der Fassade

In ihrem Statement zeichnet Streisand den Streit aus ihrer Sicht nach. Trumps Versuch, seinen Namen neben den des verstorbenen Präsidenten Kennedy über den Eingang zu setzen, sei bei Künstlern und großen Teilen der Öffentlichkeit auf breiten Widerstand gestoßen. Ein Bundesrichter habe dann entschieden, dass der Name nur per Gesetz des Kongresses geändert werden dürfe. Trumps Name verschwand wieder von der Fassade.

Beendet war der Kampf damit laut Streisand nicht. Ein "gedemütigter Trump" habe eine große Plane über die Fassade hängen lassen, die dort bis heute sei. Das Trump-nahe Kuratorium habe sich erneut für seinen Namen eingesetzt und sei an einem weiteren Urteil gescheitert. Nun solle das Haus für eine große Renovierung schließen. Die Sängerin wundert sich: Solange Trumps Name am Gebäude stand, sei von einer Schließung nie die Rede gewesen.

"Unkontrolliertes Ego"

Für Streisand ist die Sache persönlich. 2008 gehörte sie zum 31. Jahrgang der Kennedy Center Honors. Diese Ehrung habe für sie und viele andere Künstler mehr bedeutet als eine Anerkennung der Karriere, schreibt sie. Sie habe für den Glauben an die Bedeutung der Kunst für eine Demokratie gestanden.

Entsprechend deutlich wird die EGOT-Gewinnerin: "Sie können sich meine Empörung gut vorstellen, wenn ich sehe, wie diese verehrte Institution zum Gegenstand eines so erbitterten Kampfes um den Namen und das unkontrollierte Ego eines einzigen Mannes wird." Ihrem Text fügte sie ein Foto von 1963 bei, das sie mit John F. Kennedy zeigt, dazu ein Bild von der Gala 2008 an der Seite von Morgan Freeman.

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