Umstrittene Oper-Aussagen: Kosten sie Timothée Chalamet den Oscar?

Mit einem unbedachten Satz über Ballett und Oper hat Timothée Chalamet kurz vor der Oscarverleihung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Kosten sie ihn auch die begehrte Trophäe?
von  (lau/spot)
Timothée Chalamet und Kylie Jenner bei der Premiere von "Marty Supreme" in Los Angeles.
Timothée Chalamet und Kylie Jenner bei der Premiere von "Marty Supreme" in Los Angeles. © imago images/Lisa OConnor/ AFF-USA.COM

Kurz nach dem Jahreswechsel galt Hollywood-Jungstar Timothée Chalamet (30) als einer der Favoriten auf den Oscar als bester Hauptdarsteller. Einen Critics' Choice Award und einen Golden Globe Award als bester Hauptdarsteller - Komödie oder Musical konnte Chalamet für sein Spiel im Pingpong-Großstadtfilm "Marty Supreme" bereits gewinnen. Doch nach diesen Triumphen blieben weitere Schauspielpreise aus - und der erst 30-jährige "Dune"-Star sabotierte zuletzt seine Oscar-Chancen auch selbst.

Ein Satz verändert alles

In einem Gespräch mit Matthew McConaughey (56), der im Filmklassiker "Interstellar" seinen Leinwandvater spielte, kam nicht nur ein besonderes Abschiedsgeschenk des Texaners beim damaligen Dreh zur Sprache. Chalamet ließ auch eine Bemerkung fallen, die er im selben Atemzug bereute: "Ich möchte nicht beim Ballett oder der Oper arbeiten - in Bereichen, wo es heißt: 'Haltet das am Leben, obwohl es niemanden mehr interessiert'", sagte er wörtlich, um sogleich hinzuzufügen, dass er mit diesem Satz wohl gerade einen Teil seines Publikums verloren hätte.

"Verdammt, ich hab' da Schüsse abgegeben, ohne Grund", erkannte Chalamet.

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Kunstwelt kontert

Neben viel Online-Kritik sowie Reaktionen namhafter Opern- und Balletthäuser wie des Londoner Royal Opera House reagierten auch Künstlerinnen wie etwa Rapperin Doja Cat (30). "Die Oper ist 400 Jahre alt. Das Ballett ist 500 Jahre alt. Ein gewisser Timothée Chalamet hatte die Frechheit, vor laufender Kamera zu sagen, dass sich niemand dafür interessiert", sagte die Musikerin in einem Social-Media-Video, das sie offenbar nach einer Dusche zeigte. Chalamet solle "die Klappe" halten und "vielleicht etwas lernen".

Keine Chance mehr auf einen Oscar?

Die für viele Filmfans derzeit wohl wichtigste Frage lässt sich jedoch bei der Opern-Kontroverse rund um Timothée Chalamet nicht allzu leicht beantworten: Hat sich der Schauspielstar selbst um seine Chancen auf den Oscar als bester Hauptdarsteller gebracht?

Das Gespräch mit "Interstellar"-Co-Star Matthew McConaughey wurde schon am 21. Februar veröffentlicht. Doch es dauerte eine Weile, bis Chalamets kontroverse Aussage in den Weiten sozialer Netzwerke Empörung auslöste. Bis zum 5. März konnten dann die wahlberechtigten Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences über die verschiedenen Oscarpreisträger abstimmen. Viele Stimmen dürften daher schon vor Chalamets herablassenden Kommentaren abgegeben worden sein.

Zuletzt keine Schauspielpreise mehr für "Marty Supreme"-Hauptdarsteller

Und auch bei den letzten bedeutenden Awards-Shows vor der 98. Oscarverleihung ging der Mime leer aus. Bei den Actor Awards (ehemals bekannt als SAG Awards) am 1. März triumphierte "Blood & Sinners"-Star Michael B. Jordan (39). Bei den eine Woche zuvor verliehenen BAFTAs gab es mit dem britischen Darsteller Robert Aramayo ("Verflucht Normal", 33) einen Überraschungssieger. Die US-Stars schauten in die Röhre.

Doch Chalamets Chancen auf einen begehrten Academy Award liegen mitnichten bei null. So gab etwa Oscar-Experte Michael Schulman, Autor des Buches "Oscar Wars", gegenüber der BBC zu bedenken, dass die Kontroverse rund um den "Marty Supreme"-Star schlicht ein Zeichen dafür sein könnte, "dass die Oscar-Saison schon zu lange gedauert hat". Schulman hält sowohl ein Chalamet-Comeback als auch eine Niederlage für möglich und bemerkt: "Er könnte immer noch gewinnen."

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