Uğur Kaya: "Zunehmender Gegenwind gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt mir zu denken"

Uğur Kaya weiß, was es heißt, als "fremd" wahrgenommen zu werden: Aufgrund seiner türkischen Wurzeln wurde der gebürtige Berliner immer wieder mit Rassismus konfrontiert. Wachsende gesellschaftliche Spannungen betrachtet er mit Sorge, wie er im Interview verrät.
Elisa Eberle |
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Uğur Kaya (38) macht sich Sorgen angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen.
Uğur Kaya (38) macht sich Sorgen angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen. © Max Motel

Uğur Kaya sorgt sich angesichts der zunehmenden Polarisierung in unserer Gesellschaft. Besonders schlimm, so betont der Schauspieler im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau, sei es "in den sozialen Medien": "Ich deinstalliere die Instagram-App inzwischen immer wieder, weil ich manche Kommentare und den Umgang miteinander kaum ertrage", gesteht er: "Selbst harmlose Beiträge werden plötzlich völlig anders gedeutet und polarisieren."

Doch das ist noch nicht alles: "Auch der zunehmende Gegenwind gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt mir zu denken", fährt der 38-Jährige fort. Natürlich gebe es Reformbedarf. Auch einen "Vertrauensverlust" streitet der gebürtige Berliner nicht ab: "Aber dass inzwischen vieles pauschal abgelehnt und Fakten ignoriert werden, finde ich erschreckend."

"Themen wie Feminismus und Body Positivity sind richtig und wichtig"

Mit Blick auf seine Branche sieht der türkischstämmige Schauspieler eine positive Entwicklung in Bezug auf die Diversität: "Ich habe den Eindruck, dass sich die TV-Landschaft verändern möchte", lobt er. Allerdings wünscht er sich, dass der Wandel schneller geschieht: "Gerade bei Rollen und Positionen mit größerer Verantwortung am Set sehe ich noch Potenzial, auf das Können und Talent von Menschen zu setzen - ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihres Geschlechts", erklärt er: "Seit Beginn meiner Karriere wünsche ich mir bei Castings, dass ganz unterschiedliche Typen für dieselbe Rolle vorsprechen dürfen und nicht schon im Vorfeld festgelegt wird, welche Optik eine Figur haben muss."

Verglichen mit seiner Kindheit sei die Gesellschaft heute insgesamt toleranter und sensibler, lobt Kaya: "Themen wie Feminismus, Body Positivity und Antirassismus-Kampagnen sind richtig und wichtig." Humor, so betont der Schauspieler, sei in Krisenzeiten zwar ein wichtiger Schutzmechanismus, allerdings dürfe man dabei "nicht den Blick fürs Wesentliche verlieren": "Es geht um Sichtbarkeit und Toleranz, nicht um einen Freifahrtschein, um uns - manchmal unter dem Deckmantel von Satire - permanent gegenseitig zu kritisieren - auch im Internet."

Demnächst ist Uğur Kaya wieder im Fernsehen zu sehen: In der Tragikomödie "Heute fängt mein neues Leben an" spielt er einen Taxifahrer mit Helfersyndrom. Das Erste zeigt den Film am Freitag, 7. August, um 20.15 Uhr.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

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