Über 400 Jahre alter "Schatz" war im Garten vergraben: "Bares für Rares"-Händler zahlt Liebhaber-Preis

Manchmal sitzt im Händlerraum bei "Bares für Rares" genau die richtige Person für eine Rarität. So wie bei diesem antiken Kräuterbuch, das zwar desolat aussah, dafür vom Händlerteam sofort als "Schatz" identifiziert wurde ...
Bettina Friemel |
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"Das ist ein Schatz!", erkannte das "Bares für Rares"-Händlerteam sofort den unbezahlbaren Wert der Rarität. Dabei dachte die Verkäuferin anfangs noch: "Hier bist du total verkehrt ..."
ZDF 7 "Das ist ein Schatz!", erkannte das "Bares für Rares"-Händlerteam sofort den unbezahlbaren Wert der Rarität. Dabei dachte die Verkäuferin anfangs noch: "Hier bist du total verkehrt ..."
Doch was auf den ersten Blick nach einem Stapel zerfledderter Seiten aussah, barg ein umfangreiches Wissen über Heilkräuter, hübsch gestaltet mit kolorierten Holzschnitten.
ZDF 7 Doch was auf den ersten Blick nach einem Stapel zerfledderter Seiten aussah, barg ein umfangreiches Wissen über Heilkräuter, hübsch gestaltet mit kolorierten Holzschnitten.
"Du hast ein dolles Ding mitgebracht", begrüßte Horst Lichter Jutta aus Weyhe. "Dieses Buch ist seit nachverfolgbar vier Generationen im Familienbesitz", verkündete die Verkäuferin stolz.
ZDF 7 "Du hast ein dolles Ding mitgebracht", begrüßte Horst Lichter Jutta aus Weyhe. "Dieses Buch ist seit nachverfolgbar vier Generationen im Familienbesitz", verkündete die Verkäuferin stolz.
Was außerdem verkauft wurde: Das Silber-Collier von WMF aus den 1920er- bis 30er-Jahren bewertete die Expertin mit 100 bis 150 Euro.
ZDF 7 Was außerdem verkauft wurde: Das Silber-Collier von WMF aus den 1920er- bis 30er-Jahren bewertete die Expertin mit 100 bis 150 Euro.
Die handgetriebene Maikäfer-Spieluhr aus Messing von Werkstudio Jugenheim aus den 1950er-Jahren hatte einen Wert von 200 bis 300 Euro.
ZDF 7 Die handgetriebene Maikäfer-Spieluhr aus Messing von Werkstudio Jugenheim aus den 1950er-Jahren hatte einen Wert von 200 bis 300 Euro.
Die Heißwasserkanne "Service des Princes" aus Porzellan von 1843 stammte aus dem Hause des französischen Königs Louis-Philippe I. und war 600 bis 800 Euro wert.
ZDF 7 Die Heißwasserkanne "Service des Princes" aus Porzellan von 1843 stammte aus dem Hause des französischen Königs Louis-Philippe I. und war 600 bis 800 Euro wert.
Die goldene Barbrosche mit Diamantrosen und einer Perle aus der Zeit zwischen 1880 und 1890 schätzte die Expertin auf 600 bis 800 Euro.
ZDF 7 Die goldene Barbrosche mit Diamantrosen und einer Perle aus der Zeit zwischen 1880 und 1890 schätzte die Expertin auf 600 bis 800 Euro.

"Das ist ein Schatz!", erkannte das "Bares für Rares"-Händlerteam sofort den unbezahlbaren Wert der Rarität. Dabei dachte die Verkäuferin anfangs noch: "Hier bist du total verkehrt ..."

"Oha", seufzte Horst Lichter über den desolaten Zustand des antiken Buches, das der Experte Detlev Kümmel behutsam mit Handschuhen durchblätterte. "Ich würde mal spontan sagen: Das braucht Hilfe, von einem Restaurator und Buchbinder." Dem konnte der Experte nur zustimmen.

Doch was auf den ersten Blick nach einem Stapel zerfledderter Seiten aussah, barg ein umfangreiches Wissen über Heilkräuter, hübsch gestaltet mit kolorierten Holzschnitten.

"Es würde sich lohnen, dieses Buch zu retten"

"Du hast ein dolles Ding mitgebracht", begrüßte Horst Lichter Jutta aus Weyhe. "Dieses Buch ist seit nachverfolgbar vier Generationen im Familienbesitz", verkündete die Verkäuferin stolz. Den Zustand begründete sie ebenfalls: "Es ist während der Kriegszeiten im Garten vergraben worden, dadurch hat es Nässe gekriegt." Allerdings wurde ihr immer ans Herz gelegt, gut darauf aufzupassen, "es sei was wert".

Das konnte Detlev Kümmel bestätigen, denn vor ihm lag ein Sammelwerk über Heilkräuterlehre aus der Zeit zwischen 1610 und 1614. "Dieses Buch hat eine wirklich sehr alte Vorlage, und zwar von Pedanius Dioscorides. Ein Heiler und Pharmakologe, der schon im ersten Jahrhundert mit dem römischen Heer umherzog", erklärte er.

"Dieses Wissen wurde dann in sieben Bücher zusammengefasst" und von weiteren Wissenschaftlern ergänzt, unter anderem von Petrus Uffenbach. "Der hat das für uns auch in die deutsche Sprache übersetzt", erklärte Kümmel weiter. Er riet zur kostspieligen und aufwändigen Restaurierung: "Es würde sich lohnen, dieses Buch zu retten." Juttas Wunschpreis konnte der Experte mit einem Schätzwert von 1.000 bis 1.200 Euro bestätigen.

Verkäuferin: "Ich habe gedacht: Hier bist du total verkehrt"

Das Händlerteam wusste sofort: Hier liegt eine außergewöhnliche Rarität, die bewahrt werden muss. "Ich bin wirklich baff. Ich habe schon viel Pharmazie gehabt, aber das ist selten", meinte Sarah Schreiber. "Irre! So ein Schatz eigentlich!", nickte Lisa Nüdling.

Sie startete mit 150 Euro, die sich schnell steigerten. In Fabian Kahl meldete sich die Buchretter-Leidenschaft: "Ich würde das auch als Liebhaber restaurieren lassen." Für 1.300 Euro kaufte er die Blätter: "Ich verspreche, es wird erhalten und ich werde es in meine Sammlung mit aufnehmen."

Lisa Nüdling gratulierte ihrem Kollegen zum Kauf: "Ein Schatz an Wissen!" Kahl freute sich schon aufs Lesen: "Mega!" Jutta dankte für die Wertschätzung: "Das ist mehr als Geld." Dabei dachte sie zu Beginn der Verhandlung: "Als die Händler anfingen mit 150 Euro habe ich gedacht: Hier bist du total verkehrt." Am Ende wurde ihr Wunschpreis sogar übertroffen.

"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung

Was außerdem verkauft wurde: Das Silber-Collier von WMF aus den 1920er- bis 30er-Jahren bewertete die Expertin mit 100 bis 150 Euro. "Endlich mal wieder Silber", freute sich Lisa Nüdling über das Schmuckstück. Bei der Verhandlung gab sie sich jedoch Friedrich Häusser geschlagen, der bei 200 Euro den Zuschlag bekam.

Die handgetriebene Maikäfer-Spieluhr aus Messing von Werkstudio Jugenheim aus den 1950er-Jahren hatte einen Wert von 200 bis 300 Euro. Fabian Kahl wollte den Maikäfer unbedingt haben und ließ sich von den Verkäuferinnen auf 250 Euro hochhandeln.

Die Heißwasserkanne "Service des Princes" aus Porzellan von 1843 stammte aus dem Hause des französischen Königs Louis-Philippe I. und war 600 bis 800 Euro wert. Da die Gebote sehr zögerlich kamen, einigte sich Sarah Schreiber mit dem Verkäufer auf 400 Euro.

Die goldene Barbrosche mit Diamantrosen und einer Perle aus der Zeit zwischen 1880 und 1890 schätzte die Expertin auf 600 bis 800 Euro. Lisa Nüdling wollte die Brosche gerne umarbeiten und gab dafür 600 Euro aus.

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