TV-Tipp: Zu Unrecht in Vergessenheit geratener 80er-Action-Kracher läuft im Free-TV

Science-Fiction-Filme haben immer zwei Möglichkeiten: Sie können sich auf die Seite der Zukunft schlagen oder derselben misstrauen. John Badhams Thriller "Das fliegende Auge" (Samstag, 19. September, 20.15 Uhr, ZDFneo), versuchte 1982, vor den Gefahren der Zukunft und ihrer technischen Möglichkeiten zu warnen - verfällt zugleich aber ihrem Reiz. Während seine Geschichte den willkürlichen Einsatz der High-Tech anprangert, zeugen seine Bilder von einer Begeisterung über die Technik.
Das "fliegende Auge" ist ein Super-Helikopter, der offiziell für die Überwachung der städtischen Sicherheit eingesetzt werden soll. Als der hochqualifizierte Pilot Murphy (Roy Scheider) auf einem Testflug die Abhörgeräte überprüft, erfährt er in einem Gespräch seines Vorgesetzten Cochrane (Malcolm McDowell) von einem gemeinen Komplott: Um die Existenz dieser Kampfmaschine zu rechtfertigen, wollen Armee und Geheimdienst einen Ghettoaufstand provozieren, der mit dem "fliegenden Auge" niedergeschlagen werden soll. Murphy will da nicht mitspielen. Er zeichnet das Gespräch auf Band auf und entführt den Helikopter.
Ein Feuerwerk für Action-Freaks
Nie zuvor gab es Hubschrauber-Kampfszenen wie in John Badhams "Blue Thunder" (Originaltitel). Hollywoods Tricktechniker bedienten sich dazu einer aufgerüsteten "Aerospatiale Gazelle", des spezialisierten Stuntfliegers Jim Gavin und eines Gerüsts, in dem sich die Sperrholzattrappe des Hubschraubers um die eigne Achse drehte.
Nur dadurch wird das Unmögliche möglich, kann das "fliegende Auge" auch Loopings drehen. Der Luftkampf über Los Angeles ist ein Feuerwerk für Action-Freaks und gilt als Meisterleistung des Kameramanns John Alonzo ("Chinatown"). Der ließ immerhin mit zehn verschieden postierten Kameras gleichzeitig drehen. Sogar die "New York Times" schrieb damals begeistert: "Die Action-Szenen sind das Herzstück des Films, und diese sind bemerkenswert gut gelungen."