TV-Tipp: In diesem Film kehrte eine der kultigsten deutschen Serienfiguren zurück

Vor 20 Jahren lief die letzte Folge der ARD-Serie "Berlin, Berlin" im Fernsehen. Jetzt ist Lolle Holzmann (Felicitas Woll) zurück - in einem Spielfilm, der vor allem die Nostalgiekarte spielt.
Elisa Eberle |
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Lolle (Felicitas Woll) landet nach einer wilden Autofahrt vor Gericht.
ARD Degeto/RBB/Real Film/Letterbox/Stefan Erhard 5 Lolle (Felicitas Woll) landet nach einer wilden Autofahrt vor Gericht.
Lolle (Felicitas Woll) ist sich unsicher: Wen soll sie denn nun heiraten?
ARD Degeto/RBB/Real Film/Letterbox/Stefan Erhard 5 Lolle (Felicitas Woll) ist sich unsicher: Wen soll sie denn nun heiraten?
Der Richter (Detlev Buck) fällt das Urteil: Lolle muss 40 Sozialstunden an einer Schule ableisten.
ARD Degeto/RBB/Real Film/Letterbox/Stefan Erhard 5 Der Richter (Detlev Buck) fällt das Urteil: Lolle muss 40 Sozialstunden an einer Schule ableisten.
Nach einer wilden Partynacht wachen Lolle (Felicitas Woll, links) und ihre neue Bekannte Dana (Janina Uhse) im Harz auf.
ARD Degeto/RBB/Real Film/Letterbox/Stefan Erhard 5 Nach einer wilden Partynacht wachen Lolle (Felicitas Woll, links) und ihre neue Bekannte Dana (Janina Uhse) im Harz auf.
Werden Lolle (Felicitas Woll) und Sven (Jan Sosniok) am Ende doch noch zusammenfinden?
ARD Degeto/RBB/Real Film/Letterbox/Stefan Erhard 5 Werden Lolle (Felicitas Woll) und Sven (Jan Sosniok) am Ende doch noch zusammenfinden?

"Mit 18 hatte ich eine beknackte Frisur und voll den Plan": Diese Selbsterkenntnis von Lolle Holzmann (Felicitas Woll) steht am Anfang von "Berlin, Berlin". Der Film ist die Fortsetzung der gleichnamigen TV-Serie, deren letzte Folge vor 20 Jahren im Ersten ausgestrahlt wurde. Eigentlich hätte der Streifen im März 2020 Kinopremiere feiern sollen. Coronabedingt landete er stattdessen bei Netflix, nun wiederholt der WDR die Komödie zu später Stunde (Donnerstag, 6. August, 23.45 Uhr).

"Berlin, Berlin", das war Kult - nicht nur in Deutschland, sondern auch in mehr als einem Dutzend weiteren Ländern, in denen die Serie im Fernsehen lief. Im Zentrum stand die Hauptstadt-WG von Lolle, die nach dem Abitur aus der Provinz nach Berlin gezogen war und jetzt mit ihrem Cousin und späteren Liebhaber Sven (Jan Sosniok) sowie der gemeinsamen Freundin Rosalie (Sandra Borgmann) zusammenlebte. Lolle verfolgte den mehr oder minder erfolgreichen Plan, Comiczeichnerin zu werden. Unzählige Gelegenheitsjobs, Krisen und Liebesbeziehungen später, beschlossen sie und Sven am Ende der letzten Staffel dann aber, nach Australien auszuwandern.

Nostalgisches Wiedersehen

Doch Lolle wäre nicht Lolle, wenn sie nicht irgendwann einen Rückzieher gemacht hätte. Wie genau dieser Rückzieher aussah, wird unter dem Titel "Berlin, Berlin - Der Kinofilm" Stück für Stück gezeigt: Lolle, so erfährt der Zuschauer gleich zu Beginn, hat sich von Sven getrennt und ist nach Berlin zurückgekehrt. Dort besitzt sie eine Produktionsfirma für Animationsfilme und ist in der Zwischenzeit mit ihrem ehemaligen Nachbarn Hart (Matthias Klimsa) zusammengekommen. Nun wollen die beiden heiraten und eine Familie gründen. Doch vor dem Traualtar platzt Sven in die Feier und macht seiner Verflossenen einen Heiratsantrag - Chaos ist also vorprogrammiert.

Nostalgie spielt in dem Film eine große Rolle: Wie Lolle sind auch ihre vorwiegend weiblichen Fans im Laufe der Jahre gealtert und - zumindest ein Stück weit - erwachsen geworden. Die beiden Drehbuchautoren David Safier, der einst die Serie entwickelt hat, sein Sohn Ben sowie Regisseurin Franziska Meyer Price ("Männerhort") versuchen diese Entwicklung zu zeigen: Im Verlauf des Films wirft Lolle all jene Fragen auf, die sich vermutlich jede Frau Mitte, Ende dreißig einmal stellt: Was ist mir wichtiger - Familie oder Karriere? Und möchte ich überhaupt Kinder? Allerdings dürfen Zuschauerinnen und Zuschauer keine tiefgründigen Antworten erwarten. "Berlin, Berlin - Der Kinofilm" ist und bleibt eine Komödie, die in erster Linie unterhalten will.

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