TV-Tipp: Eines der bewegendsten Gefängnisdramen aller Zeiten läuft im Free-TV
Auf Menschlichkeit im Strafvollzug wird in den Vereinigten Staaten auch heute noch nicht immer geachtet. Engagierte Kämpfer für bessere Bedingungen gab es bereits vor über 60 Jahren: 1961 setzte sich Regisseur John Frankenheimer ("Ronin") mit seinem Drama "Der Gefangene von Alcatraz", das auf der wahren Geschichte des Häftlings Robert Stroud basiert, für ein menschliches Miteinander auch im Gefängnis ein. Der Klassiker im nüchternen Reportagestil ist am Montag, 28. September, um 20.15 Uhr bei ARTE zu sehen.
Nachdem Robert Stroud (Burt Lancaster) wegen Totschlags verurteilt wurde, sperrt man ihn in den 1920er-Jahren ins Gefängnis von Leavenworth. Dort lässt er sich von niemandem etwas sagen, es kommt immer wieder zu gewalttätigen Ausbrüchen. In einem blutigen Streit tötet er den Aufseher Kramer (Crahan Denton), der ihn zuvor schikanierte. Der Kollege des Getöteten, Harvey Shoemaker (Karl Malden), sorgt daraufhin dafür, dass Stroud gehängt werden soll. Allerdings setzt sich die Mutter des Gefangenen dafür ein, dass die Todesstrafe in Einzelhaft umgewandelt wird. Er darf keine sozialen Kontakte mehr pflegen.
Vom Totschläger zum Vogelkundler
Als er während eines Hofgangs einen winzigen Vogel entdeckt, nimmt er ihn mit in seine Zelle und päppelt ihn auf. Das winzige Wesen gibt ihm neuen Lebenssinn. Er beginnt, sich im Bereich der Ornithologie weiterzubilden und zum angesehenen Experten aufzusteigen. Stroud entwickelt sogar Medizin gegen eine gefährliche Infektionskrankheit für die Tiere. Daran ist wiederum Stella (Betty Field) interessiert, die seit dem Tod ihres Mannes Vögel züchtet und eine Fachzeitschrift herausgibt.
Die beiden verlieben sich und heiraten im Gefängnis, Strouds Mutter allerdings ist die Beziehung ein Dorn im Auge. Sie bricht den Kontakt zu ihrem Sohn ab. Eine neue Verordnung legt außerdem fest, dass ihm seine neue Lebensaufgabe, die Vogelzucht, im Gefängnis verboten wird. Weil ihm somit alles genommen wird, bricht die alte Verbitterung wieder auf - und dann wird er auch noch nach Alcatraz verlegt, wo inzwischen Shoemaker die Leitung innehat.
Bei einer Länge von mehr als zwei Stunden berührt vor allem Burt Lancasters Darstellung des Verbrechers, der sich im Gefängnis verändert. Allerdings mehrten sich bald die Stimmen, dass der Stroud im Film nicht allzu viel mit dem aus der Realität zu tun hatte. Der echte Robert Stroud starb 1963 in einem Gefängnis in Missouri. Bis dahin verbrachte er 54 Jahre hintereinander hinter Gittern. Den Film, der zu diesem Zeitpunkt schon erschienen, war, sah er nie.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de
- Themen:


