TV-Tipp: Einer der schönsten Familienfilme aller Zeiten läuft im Free-TV

Wehren ist zwecklos: Dieser Bär wird Fernseh-Zuschauern unweigerlich das Herz stehlen. Ganz egal, ob sie jung oder alt sind, sich den Film freiwillig ansehen oder von den Kindern gezwungen wurden, ob sie jemals eins der Kinderbücher von Michael Bond in der Hand hatten oder nicht. Man muss sich einfach in "Paddington" (2014) verlieben. Nicht nur, weil er so niedlich aussieht mit seinem viel zu großen roten Hut und dem blauen Dufflecoat, so freundlich und höflich ist und wie Publikumsliebling Elyas M'Barek klingt. Sondern auch, weil er der Titelheld in einem überaus bezaubernden Familienfilm ist. Super RTL wiederholt das erste Abenteuer des knuffigen Bären am Samstag, 26. September, um 20.15 Uhr.
Irgendwie hatte er sich seine neue Heimat anders vorgestellt. Offener, freundlicher, weniger hektisch. Zumindest hatte der britische Entdecker, den sein Onkel und seine Tante lange vor Paddingtons Geburt eine Weile im finstersten Peru beherbergten, London damals so beschrieben. Aber das ist auch schon 40 Jahre her! Statt hilfsbereiter, mitfühlender Gentlemen begegnet der heimatlose kleine Bär am Bahnhof Paddington nur argwöhnischen Großstädtern - und der gutherzigen Mrs. Brown (Sally Hawkins), die den Neuankömmling gegen den Willen ihres übervorsichtigen Mannes (Hugh Bonneville) mit nach Hause nimmt.
Humorvollen Plädoyer für mehr Verständnis
Natürlich sorgt so ein Bär im Haus erst einmal für Chaos, selbst wenn es sich dabei um ein so kultiviertes, manierliches Exemplar handelt wie Paddington. Für jemanden, der bisher in den undurchdringlichen Wäldern Perus lebte, ist so eine moderne Großstadt eben nicht selbsterklärend. Doch ehe man sich versieht, haben die Browns ihren neuen Mitbewohner ins Herz geschlossen. Keine Frage, dass sie ihn gegen die fiese Tierpräparatorin Millicent (Nicole Kidman) verteidigen, die aus Paddington gern ein Ausstellungsstück machen möchte.
Der hervorragend animierte Paddington darf durch eine Welt stapfen, die einerseits wunderbar nostalgisch, andererseits neu und erfrischend wirkt. Eigentlich ist es nur eine kleine, sehr kompakte Geschichte, die in "Paddington" erzählt wird - doch mit wie viel Liebe und Ideenreichtum! Mit feinem Humor bringt Regisseur Paul King Jung und Alt gleichermaßen zum Schmunzeln und mit ausgeklügelten, sorgfältig platzierten Effekten zum Staunen.
Ganz nebenbei wirbt das kleine Familienfilmjuwel - in einer Zeit, in der es nötiger kaum sein könnte - für etwas mehr Verständnis. Für Fremde, die fern ihrer Heimat, aus ihrem gewohnten Lebensraum herausgerissen, Hilfe und ein neues Zuhause suchen. Seien sie nun Bären oder Menschen.