TV-Star äußert plötzlich öffentlich seine Meinung nach CSD-Anschlag: "Warum dulden wir solche Leute im Land?"

Nach dem Anschlag beim CSD in Berlin findet Schauspielerin Anna Hofbauer deutliche Worte. Die ehemalige RTL-Bachelorette äußert sich sonst kaum zu politischen oder gesellschaftlichen Themen, doch diesmal macht sie ihrem Ärger und ihrer Sorge öffentlich Luft.
von  Steffen Trunk
Marc Barthel und Anna Hofbauer haben zwei gemeinsame Kinder
Marc Barthel und Anna Hofbauer haben zwei gemeinsame Kinder © BrauerPhotos

Der von Markus Söder als "feige" bezeichnete Anschlag beim Berliner Christopher Street Day in Berlin sorgt bundesweit für Entsetzen. Eine Frau kam ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt. Nach der Fahrt eines Fahrzeugs in eine Menschenmenge am Samstagabend im Bereich Tiergarten ermittelt und fahndet die Polizei nach Abdul Ballout (21) und weiteren möglichen Mittätern. Berichten zufolge wird geprüft, ob es im Anschluss eine weitere Tatphase mit einer Stichwaffe gegeben haben könnte. Zeugen berichteten von verletzten Personen mit Stichverletzungen. Innenminister Alexander Dobrindt bestätigte am Sonntagmittag, dass der Täter auch mit einer Machete auf Opfer losging.

Entsetzen nach CSD-Anschlag in Berlin: Täter in der islamistischen Szene 

"Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet", hatte Polizeisprecher Florian Nath nach der Amokfahrt erklärt. Wer Angaben über Abdul Ballouts aktuellen Aufenthalt machen kann, wird gebeten, sich über das Hinweisportal der Polizei Berlin oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

CSD-Teilnehmer, Politiker und die Bevölkerung sind erschüttert. Auch Schauspielerin Anna Hofbauer zeigt sich tief betroffen. Die ehemalige RTL-Bachelorette und Musical-Darstellerin findet nach den Ereignissen ungewöhnlich klare Worte. Sie steht jetzt für ihre Meinung ein.

Anna Hofbauer: "Will gerade einfach nicht leise sein"

Auf Instagram erklärt Hofbauer, warum sie sich diesmal öffentlich äußert: "Als ich vor zwölf Jahren 'Bachelorette' wurde, wurde mir geraten, mich niemals zu religiösen oder politischen Themen zu äußern." An diese Empfehlung habe sie sich bislang gehalten. Doch nach den Ereignissen in Berlin sei für sie ein Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr schweigen wolle: "Das, was da gestern aber beim CSD in Berlin passiert ist … ich will gerade einfach nicht leise sein."

Die Schauspielerin schildert ihre Sorgen und ihre Wut über die mutmaßlichen Hintergründe der Tat: "Jetzt wurde bekannt, dass er polizeibekannt ist, dem IS angehört und hier im Gefängnis saß. Ich verstehe nicht, warum wir solche Leute bei uns im Land dulden." 

Sorge um ihre Kinder und die Zukunft

Besonders beschäftigt die Mutter zweier Kinder die Frage, wie sicher Deutschland zukünftig sein wird. "Das macht mir so Angst, auch im Hinblick auf meine Kinder, die einfach irgendwie später friedlich feiern und Spaß haben sollen", erklärt sie.

Dabei betont Hofbauer ihre Verbundenheit mit Deutschland und den Werten, für die das Land aus ihrer Sicht steht: Freiheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander: "Wir lieben unsere Kultur hier und das wird so kaputt gemacht dadurch." Die Situation mache sie "echt fassungslos".

Täter ist deutscher Staatsbürger

Auf der Pressekonferenz am Tag nach der Tat spricht Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) von einem islamistischen Terroranschlag. Abdul Ballout (21) ist nach Aussagen von Dobrindt ein deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln. Nach dpa-Informationen hat er Familie in Berlin und wurde im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Der Hinweis der Polizei auf einen Islamismus-Bezug wirft die Frage auf, wo und wie er sich radikalisiert haben könnte. Anders als bei ausländischen Staatsbürgern ist eine Ausweisung deutscher Staatsbürger nicht möglich.     


Wer Angaben über Abdul Ballouts aktuellen Aufenthalt machen kann, wird gebeten, sich über das Hinweisportal der Polizei Berlin oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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