Exklusiv

TV-Moderatorin verliert Job durch Rauswurf: Sender begründet harte Entscheidung

Moderatorin Laura Knöll ist beim TV-Kinderformat "Tigerenten Club" raus. Der SWR, als produzierender Sender, hat sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit der 34-Jährigen entschieden. Der AZ liegt das Statement exklusiv vor. Ein echter Schock für die Journalistin. Ein Experte erklärt der AZ, wie unberechenbar Senderentscheidungen in der aktuell so brodelnden Medienbranche sein können.
Autorenprofilbild Steffen Trunk
Steffen Trunk
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Nach fast vier Jahren muss sich Laura Knöll aus dem "Tigerenten Club" verabschieden.
Nach fast vier Jahren muss sich Laura Knöll aus dem "Tigerenten Club" verabschieden. © SWR/Christian Koch

Laura Knöll (34) liebte ihren Job im Kinderfernsehen: Seit knapp vier Jahren führte die TV-Moderatorin mit Spaß und Leidenschaft durch den "Tigerenten Club". Umso größer war die Verwunderung, als sie von ihrem plötzlichen Show-Aus erfuhr. Moderatorin Knöll verglich ihre Gefühlslage mit "ganz schlimmem Liebeskummer". Sie verspürte Stille und Leere.

Moderatorin Laura Knöll von Sender vor die Tür gesetzt

Der SWR meldet sich erst verzögert auf eine AZ-Anfrage zu Knölls Rauswurf. Der öffentlich-rechtliche Sender teilt exklusiv der AZ mit: "Der 'Tigerenten Club' begeistert seit 30 Jahren Kinder und Familien und hat sich in dieser Zeit beständig weiterentwickelt. Ganze Generationen von Moderatorinnen und Moderatoren haben das Format geprägt. Laura Knöll hat die Moderation im Jahr 2022 von Jess Schöne und Muschda Sherzada übernommen und seitdem an der Seite von Johannes Zenglein mit großer Begeisterung und Empathie durch die Sendung geführt. Die aktuellen Folgen mit Laura Knöll werden noch bis Oktober 2026 ausgestrahlt. Dann verabschiedet der 'Tigerenten Club' Moderatorin Laura Knöll nach vielen erfolgreichen und gemeinsamen Jahren."

Noch bevor sich der Sender dazu äußerte, ging Laura Knöll mit der pikanten Information selbst an die Öffentlichkeit: "Es darf weh tun, soll es sogar", schrieb sie auf Instagram. "Es zeigt nur, wie wichtig mir alles ist und wie viel mir die letzten Jahre bedeutet haben."

AZ weiß: Casting für neue "Tigerenten Club"-Moderation läuft

Wie die AZ aus Insiderkreisen erfahren hat, plant der SWR bereits das Casting für Knölls Nachfolgerin. Der Sender gibt selbst bekannt: "Nach ihrem Ausscheiden wird die Position der Moderation nachbesetzt. Hierzu informieren wir zu gegebener Zeit."

Der SWR beendete die Zusammenarbeit mit der beliebten Moderatorin Laura Knöll. Diese Entscheidung traf sie unerwartet.
Der SWR beendete die Zusammenarbeit mit der beliebten Moderatorin Laura Knöll. Diese Entscheidung traf sie unerwartet. © SWR/Christian Koch

Medienexperte zur AZ: "Timing, Image und interne Machtfragen"

Wie läuft solch ein Rauswurf eines prominenten Sendergesichts ab? Was steckt hinter solchen Personalplänen? Im Gespräch mit der AZ erklärt PR- und Medienexperte Ferris Bühler, was hinter der SWR-Entscheidung stecken könnte: "Das hat selten nur einen Grund und fast nie den, den man öffentlich hört. In solchen Fällen geht es meist um eine Mischung aus strategischer Neuausrichtung, frischem Gesicht für das Format oder internen Spannungen."

Schicksalhafter TV-Rauswurf: "Egal, wie gut eine Moderatorin ist"

Für den Branchenkenner spiele dabei auch das Format eine entscheidende Rolle: "Der 'Tigerenten Club' lebt davon, sich immer wieder neu zu erfinden. Da kommt wohl irgendwann der Punkt, an dem Verantwortliche sagen: Wir brauchen einen Wechsel, und dann ist es egal, wie gut eine Moderatorin ist. Oder anders gesagt: Im TV entscheidet nicht nur Leistung, sondern auch Timing, Image und interne Machtfragen."

PR- und Medienexperte Ferris Bühler erklärt in der AZ, wie in großen Medienhäusern Entscheidungen gefällt werden.
PR- und Medienexperte Ferris Bühler erklärt in der AZ, wie in großen Medienhäusern Entscheidungen gefällt werden. © Thomas Buchwald

Moderatorin macht Job-Verlust publik: "Kein Zufall, sondern Strategie"

Dass Laura Knöll die Öffentlichkeit als Erste über die Kündigung informierte, sieht Ferris Bühler als bewusstes Zeichen: "Es wird immer üblicher, aber es ist ein klares Signal. Früher lief so etwas streng über den Sender, heute holen sich Betroffene die Deutungshoheit selbst. Das ist kein Zufall, sondern Strategie: Wer zuerst spricht, bestimmt die Geschichte." Für den Sender könne diese fehlende "Kommunikationskontrolle" unangenehm sein, so der Medienexperte. "Für die Moderatorin ist es eine Möglichkeit, Nähe aufzubauen und ihre Version emotional zu platzieren – so wie in diesem Post mit Liebeskummer-Metapher."

Kündigungen in TV-Branche: "Meist hinter verschlossenen Türen"

Mit ihrer aktuellen Situation steht Laura Knöll nicht allein da. Erst kürzlich wurden bei RTL rund 600 Stellen gestrichen und auch prominente TV-Gesichter wie Annett Möller (47) oder Annika Lau (47) mussten ihre Posten niederlegen. Die brodelnde Medienbranche kämpft gegen sinkende Umsätze.

"Heute wirst du gefeiert, morgen wirst du gefeuert", sagte Annett Möller nach ihrem Rauswurf.
"Heute wirst du gefeiert, morgen wirst du gefeuert", sagte Annett Möller nach ihrem Rauswurf. © imago/LummaFoto

Nach Kündigungswelle in TV-Branche: "Moderatoren haben keine Planungssicherheit"

"Gerade freie Moderatorinnen und Moderatoren haben keine echte Planungssicherheit, weil sie projektbasiert arbeiten", beschreibt Ferris Bühler die Unberechenbarkeit der Branche. Davon war auch schon Sylvie Meis betroffen. Die Moderatorin musste bei "Let’s Dance" ihren Platz räumen – die 15 Jahre jüngere Victoria Swarovski übernahm.

"Tigerenten Club"-Moderatorin gefeuert

Von ihrer Kündigung beim SWR wurde Laura Knöll offenbar kalt erwischt. Ist das die Norm in der Medienwelt? "Hinter den Kulissen laufen solche Entscheidungen offiziell strukturiert und wertschätzend mit Gesprächen und Feedback ab und oft auch mit einem gewissen Vorlauf", so Ferris Bühler. "In der Realität ist es aber häufig deutlich nüchterner."

Der Medien-Experte erklärt der AZ: "Zwar spüren viele im Vorfeld, dass sich etwas verändert, beispielsweise durch weniger Einsätze oder eine andere Tonalität im Umgang, aber die eigentliche Entscheidung fällt meist hinter verschlossenen Türen und ist dann nicht mehr verhandelbar. Wenn sie kommuniziert wird, kommt sie für die Betroffenen deshalb trotz Vorzeichen oft überraschend und trifft sie entsprechend hart."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.