TV-Chefs tauschen Moderatorin knallhart aus: "Die wollen wir jetzt nicht mehr"

Ramona Leiß (68) kann auf eine lange TV-Karriere zurückblicken: Die Münchnerin ist für Formate wie "Die Knoff-Hoff-Show" und den "ZDF-Fernsehgarten" bekannt. Als sie sich im Jahr 2008 zu ihrer Lebensgefährtin bekannte, schenkte sie vielen Mitgliedern der LGBTQ-Community Mut. Doch das öffentliche Coming-out ging für Ramona Leiß auch mit schmerzhaften Erfahrungen einher – und offenbarte, wie gnadenlos die Medienbranche sein kann.
Früher im "Fernsehgarten": Das macht Ramona Leiß heute
Heutzutage verbringt Ramona Leiß ihre Zeit am liebsten beim Malen im Atelier. Im Fokus der Öffentlichkeit steht die 68-Jährige nicht mehr: "Ich lasse mich selten blicken – es ist ziemlich still um mich geworden. Das macht mir aber nichts aus", sagt sie dem "Merkur". "Es ist auch angenehm, wieder etwas anonymer zu sein. In erster Linie bin ich Omi, habe zwei Enkelkinder, male, habe meinen Hund und meine Frau."
Zu Veranstaltungen werde Leiß nur noch selten eingeladen: "Wenn man nicht mehr regelmäßig im Fernsehen erscheint, vergessen einen die Leute – oder es gibt andere, aktuellere Gesichter, Influencer zum Beispiel." Dass sie deren Popularität nicht immer nachvollziehen kann, macht die frühere Moderatorin deutlich: "Da wundere ich mich manchmal wirklich, wie wenig man heute können muss, um zu beeindrucken. Früher musste man wirklich sehr viel mehr draufhaben", so die 68-Jährige.

Ramona Leiß nach Coming-out: "Wollen wir jetzt nicht mehr haben"
Im Jahr 2008 machte Ramona Leiß ihre Liebe zu einer Frau publik. Während das Publikum weitestgehend positiv reagierte, bekam die Münchnerin damals beruflichen Gegenwind zu spüren: "Die, die sich aufgeregt haben und mich sukzessive aus den Sendungen genommen haben, waren die Chefs, die Fernsehbosse. Man hat es mir zwar nie direkt gesagt, aber man hört hinter den Kulissen viel. Es kam klar aus den Chefetagen: 'Die wollen wir jetzt nicht mehr haben.'"
Ramona Leiß erinnert sich noch gut an diese Zeit: "Es war etwa ein halbes Jahr nach meinem Outing, als ich gemerkt habe, dass die Stimmung bei den Verantwortlichen gekippt war." Doch die Moderatorin hatte sich bewusst für Authentizität mit allen möglichen Konsequenzen entschieden: "Egal was passiert, auch wenn meine Karriere jetzt endet – mir ist es lieber, ehrlich zu mir und meinem Umfeld zu sein, als mit einer Lüge weiterzuleben. Das war mein Entschluss damals. Und ich hatte bereits damit gerechnet, dass man mich nicht weiterhin besetzen würde."

"Echte Freundschaften waren dabei kaum möglich"
Zu ehemaligen TV-Kollegen pflegt Ramona Leiß heute keinen Kontakt mehr, was sie sehr bedauert. Doch für tiefgehende Bindungen war die Entertainmentbranche ohnehin nicht gemacht, wie sie erzählt: "Im Grunde war das ein sehr oberflächliches Geschäft. Es war schnelllebig und echte Freundschaften waren dabei kaum möglich. Man hat sich auf Partys, Einladungen, Vernissagen oder beim Job getroffen, und dann war es das."