True Crime History: Geiselnahmen und Todesdrohungen

Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Das fragte Bertolt Brecht schon in seiner Dreigroschenoper. Könnte heißen: Wer schlau ist, macht Geschäfte und verübt keinen Diebstahl. Doch die großen Überfälle faszinieren nach wie vor das Publikum. Eine "Tarra X"-Dokumentation blickt zurück.
Hans Czerny |
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Am 18. April 1974 kommt es in der Commerzbank am Hamburger Steindamm zu einem Banküberfall mit anschließender Geiselnahme. Im Eingangsbereich des neben der Bank gelegenen Buch- und Schreibwarengeschäftes warten drei Angehörige des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) mit Schutzwesten, Funkgerät, Pistole und Maschinenpistole auf ihren Einsatz.
Am 18. April 1974 kommt es in der Commerzbank am Hamburger Steindamm zu einem Banküberfall mit anschließender Geiselnahme. Im Eingangsbereich des neben der Bank gelegenen Buch- und Schreibwarengeschäftes warten drei Angehörige des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) mit Schutzwesten, Funkgerät, Pistole und Maschinenpistole auf ihren Einsatz. © ZDF / ullstein bild / Hans G. Lehmann

Die Gier nach Geld treibt Verbrecher immer wieder zu neuen Taten an. Dabei kennt ihr Erfindungsgeist kaum Grenzen. Selbst, wenn sie auf physische Straftaten statt auf die jüngst alle Rekorde brechende Cyberkriminalität setzen, sind ihre Pläne ziemlich perfekt. Die Polizei hinkt vielfach hinterher, auch wenn schließlich etwa zwei Drittel der Fälle aufgedeckt werden. Das Publikum ist fasziniert, das True-Crime-Format hat nicht nur im TV Hochkonjunktur. "Terra X" erinnert an "große Banküberfälle" der Nachkriegsgeschichte samt Toten, Geiselnahmen und später Reue.

Der Banküberfall von Gelsenkirchen steckt den Betroffenen noch in allen Knochen. An den Weihnachtstagen des Jahres 2025 oder kurz danach bohrten sich Gangster in den Tresorraum einer Gelsenkirchener Sparkasse und öffneten dort 3.200 Schließfächer. Die Beute wurde mit 30 bis 100 Millionen Euro beziffert. "Rififi" hat immer noch Hochkonjunktur, wenn auch auf raffiniertere Weise. Der Weg der Täter führte durch eine Tiefgarage über einen Archivraum zu den Tresoren.

Auch der Überfall auf eine Commerzbank-Filiale in Berlin-Zehlendorf bestätigte die "Genialität" der Täter. Vier Maskierte nahmen im Juni 1996 Geiseln und forderten mehrere Millionen Lösegeld. Als die Polizei das Bankgebäude nach vielen Stunden stürmte, fand sie dort die Geiseln, nicht aber die Täter und deren Millionenbeute vor. Die waren längst durch einen zuvor gegrabenen Tunnel getürmt.

Beim Überfall auf eine Hamburger Commerzbank-Filiale samt Geiselnahme kam es 1974 durch ein Einsatzkommando zu einem finalen Rettungsschuss auf den Täter. Beim Überfall auf eine Filiale der Deutschen Bank in München wurden 1971 ein Täter und eine Geisel getötet. Erstmals wurde hier ein Überfall live im TV übertragen.

Terra X: Geld her! – Die großen Banküberfälle - So. 16.08. - ZDF: 23.55 Uhr

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