Tom Cruise als "Digger" auf dem Weg zum Oscar? Das sind die Kino-Highlights der Woche

"Verity - Dunkle Geheimnisse", "Corpus Delicti" und "Digger", ein neuer Film von Alejandro González Iñárritu, in dem Hollywood-Superstar Tom Cruise sich mal von einer ganz anderen Seite zeigen darf: Das sind die Kino-Neustarts am 1. Oktober.
Jonas Decker |
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Kaum wiederzuerkennen: In "Digger" zeigt Tom Cruise sich von einer ganz neuen, weniger coolen Seite.
2026 Warner Bros. Entertainment 6 Kaum wiederzuerkennen: In "Digger" zeigt Tom Cruise sich von einer ganz neuen, weniger coolen Seite.
Digger Rockwell (Tom Cruise) gilt als der mächtigste Mann der Welt und sieht sich selbst immer ganz oben.
2026 Warner Bros. Entertainment/Seoju Park 6 Digger Rockwell (Tom Cruise) gilt als der mächtigste Mann der Welt und sieht sich selbst immer ganz oben.
Lowen (Dakota Johnson) liest einen der Bestseller von Verity Crawford - die Frau, deren letzten Roman sie vollenden soll.
2026 Amazon Content Services LLC/Alisha Wetherill 6 Lowen (Dakota Johnson) liest einen der Bestseller von Verity Crawford - die Frau, deren letzten Roman sie vollenden soll.
Verity Crawford (Anne Hathaway) hat ein eigenwilliges Literaturverständnis: "Die Worte einer Autorin sollten ehrlich sein. Und blutig. Und ein bisschen furchteinflößend."
2026 Amazon Content Services LLC/Alisha Wetherill 6 Verity Crawford (Anne Hathaway) hat ein eigenwilliges Literaturverständnis: "Die Worte einer Autorin sollten ehrlich sein. Und blutig. Und ein bisschen furchteinflößend."
Mia Holl (Hannah Herzsprung) fügt sich zunächst perfekt in das System ein, beginnt dann aber, an der "Methode" zu zweifeln.
Leonine Studios/Stanislav Honzik 6 Mia Holl (Hannah Herzsprung) fügt sich zunächst perfekt in das System ein, beginnt dann aber, an der "Methode" zu zweifeln.
Mia (Hannah Herzsprung) glaubt, dass ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) zu Unrecht verurteilt wurde.
Leonine Studios/Stanislav Honzik 6 Mia (Hannah Herzsprung) glaubt, dass ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) zu Unrecht verurteilt wurde.

Im November 2025 wurde Tom Cruise mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet, in einer knapp zehnminütigen Dankesrede erklärte er, wie viel ihm das bedeute. Dass ein Super-Performer wie er mit so einem Ehrenoscar zufrieden ist, darf man jedoch stark bezweifeln. Zweimal war Tom Cruise in der Vergangenheit bereits als bester Hauptdarsteller nominiert, für "Geboren am 4. Juli" (1989) und "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" (1996), beide Male ging er leer aus. Aber vielleicht klappt es ja jetzt mit "Digger" - die Chancen, da sind sich die meisten Experten einig, stehen gut.

Außerdem neu in dieser Woche: Mit "Verity - Dunkle Geheimnisse" kommt die nächste Adaption einer Colleen-Hoover-Geschichte ins Kino, und "Corpus Delicti" erzählt basierend auf einem Roman von Juli Zeh von einer dystopischen Zukunft, in der Sicherheit und Gesundheit über allem stehen.

Digger

War das schon so etwas wie ein Zeichen? Der Mann, der Tom Cruise vor knapp einem Jahr seinen Ehrenoscar überreichte, war kein Geringerer als Alejandro González Iñárritu - einer der angesehensten Filmemacher der Gegenwart, selbst gefeierter Oscargewinner mit "Birdman" (2014) und dann "The Revenant" (2015), dem Film, mit dem auch Leonardo DiCaprio nach so vielen vergeblichen Anläufen endlich seinen Oscar gewann. Was wäre das nur für eine Geschichte, wenn es nun für Tom Cruise bei seiner ersten Zusammenarbeit mit Iñárritu genauso liefe?

Als Digger Rockwell spielt Tom Cruise die Hauptrolle in "Digger", dem ersten englischsprachigen Film von Alejandro González Iñárritu seit "The Revenant". Der Regisseur habe die Idee zu seinem neuen Film über Jahre mit sich herumgetragen, ehe es konkret wurde und er mit Cruise den idealen Darsteller fand. Cruise seinerseits darf als exzentrischer Öl-Tycoon Digger Rockwell endlich mal wieder, was selten genug vorkommt, seine schräge, durchgeknallte, nicht so perfekte Seite zeigen.

Der titelgebende "Digger" hat mit Erdöl ein Vermögen verdient, er ist der mächtigste Mann der Welt. Aber leider steht die Welt jetzt an einem Abgrund. Klimakollaps, Gesellschaftskollaps, Wirtschaftskollaps, Atommüll, es sieht nicht gut aus. Digger selbst trägt einen Großteil der Verantwortung für die globale Misere, er soll die Sache jetzt auch wieder in Ordnung bringen. So beginnt die große Tom-Cruise-Show in einem skurrilen 125-Millionen-Dollar-Kunstfilm. In Nebenrollen sind unter anderem auch John Goodman (als US-Präsident), Sandra Hüller und Jesse Plemons an dem Projekt beteiligt.

Verity - Dunkle Geheimnisse

Bei Literaturkritikern stoßen ihre Werke regelmäßig auf Ablehnung, die Leser und vor allem Leserinnen sehen es ganz anders. Colleen Hoover gehört zu den fleißigsten und erfolgreichsten Autorinnen der letzten Jahre. Seit ihrem Debüt "Weil ich Layken liebe" 2012 hat die US-Schriftstellerin über 20 Romane und Novellen veröffentlicht, die große Mehrheit davon landete auf der "New York Times"-Bestsellerliste. Das "Time"-Magazin nahm Hoover 2023 sogar in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt auf. Kein Wunder, dass Hoover längst auch in Hollywood ihre Spuren hinterlassen hat. Mit "Verity" wurde nun wieder eines ihrer Werke verfilmt.

Drei Bücher von Colleen Hoover wurden zuletzt bereits fürs Kino adaptiert, "Nur noch ein einziges Mal" (2024), "All das Ungesagte zwischen uns" (2025) und "Für immer ein Teil von dir" (2026). So wie schon in diesen Geschichten geht es auch in "Verity - Dunkle Geheimnisse" um komplizierte Beziehungen, die Ausrichtung ist aber doch eine etwas andere.

Nachdem Hoover-Stoffe zuvor primär im romantischen Young-Adult-Genre angesiedelt waren, spielt "Verity - Dunkle Geheimnisse" erstmals verstärkt mit Elementen des Psychothrillers. Inszeniert wurde der Film von Michael Showalter ("Als du mich sahst", Drehbuch: Nick Antosca), vor der Kamera versammelt sich mit Josh Hartnett, Dakota Johnson und Anne Hathaway viel Star-Power für ein abgründiges Psycho-Schauspiel.

Nach einem schweren Unfall sitzt Bestsellerautorin Verity Crawford (Hathaway) im Rollstuhl, unfähig ihren letzten Roman zu vollenden. Also engagiert ihr Gatte Jeremy (Hartnett) Lowen Ashleight (Johnson), um den Job zu übernehmen. Lowen zieht bei den Crawfords ein, wähnt sich aber schon bald in einem "Irrenhaus", in dem nichts ist, wie es scheint, und die Grenzen zwischen Fiktion und realem Horror zunehmend verschwimmen. Dazu passt Veritys sehr eigenwilliges Literaturverständnis: "Die Worte einer Autorin sollten ehrlich sein. Und blutig. Und ein bisschen furchteinflößend."

Corpus Delicti

Dürfen die Sicherheit und Gesundheit der Gemeinschaft über der Freiheit des Einzelnen stehen? Wie weit darf der Staat in die Rechte des Individuums eingreifen, wenn es um eine vermeintlich gute Sache geht? Als die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh ihr Theaterstück "Corpus Delicti" (2007) und anschließend den gleichnamigen Erfolgsroman (2009) schrieb, war das Science-Fiction gepaart mit einer konkreten Warnung. Die Welt ist heute eine andere, die Themen in "Corpus Delicti" aber sind noch mindestens genauso brisant und aktuell wie damals. Nach dem Theaterstück und dem Roman werden sie jetzt auch im Kino-Format verhandelt.

Die weiterhin hohe Relevanz des "Corpus Delicti"-Stoffes zeigte sich erst vor ein paar Jahren, als 2020 während der Corona-Pandemie in einer Tiefgarage eine aktualisierte Drive-Through-Version des Theaterstücks aufgeführt wurde. Juli Zeh selbst befasste sich 2020 im Buch "Fragen zu 'Corpus Delicti': Wann wird der Begriff der 'Gesundheitsdiktatur' von der Polemik zur Zustandsbeschreibung?" noch einmal eindringlich mit ihrem eigenen Werk. An der Verfilmung, die jetzt im Kino startet, war Zeh allerdings nicht direkt beteiligt. Lena Stahl ("Wunderschön", "Tatort: Was ihr nicht steht") schrieb das Drehbuch und führte Regie.

Die Geschichte, wer den Roman nicht kennt: "Corpus Delicti" erzählt von einer nahen Zukunft, in der alles dem Diktat von Gesundheit, Sicherheit und Ordnung unterworfen ist - für ein harmonisches Leben ohne Leid, Schmerz oder Krankheit. Die Menschen werden ständig überwacht, müssen regelmäßig zu medizinischen Kontrollen, sind in ihrem Leben stark eingeschränkt. Fehlverhalten wird bestraft, Andersdenkende müssen mit Verfolgung rechnen.

Diese "Methode", wie das totalitäre System genannt wird, scheint perfekt zu funktionieren. Aber dann tun sich doch Brüche und Gräben auf, es beginnt zu menscheln: Mia Holl (Hannah Herzsprung) arbeitet als Wissenschaftlerin und fügt sich zunächst vorbildlich in das System ein. Als ihr Bruder Moritz (Damian Hardung) jedoch wegen Mordes verurteilt wird, machen sich erste Zweifel bei ihr breit. Mia ist überzeugt von Moritz' Unschuld - die frühere Konformistin beginnt, die "Methode" infrage zu stellen ...

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

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