Todestag von Val Kilmer: Seine größte Kultrolle wollte er gar nicht

Am 1. April 2026 ist der erste Todestag des Schauspielers Val Kilmer (1959-2025), der vor einem Jahr an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben ist. Vier Jahrzehnte lang gehörte er zu den prägenden Gesichtern Hollywoods. Mit Rollen wie Iceman in "Top Gun" oder an der Seite von Robert De Niro (82) und Al Pacino (85) in "Heat" schrieb er Filmgeschichte. Auch als Batman und Musiklegende Jim Morrison hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Doch Kilmers Karriere war nicht nur von Erfolgen geprägt - einige Regisseure hatten Schwierigkeiten, als sie mit ihm arbeiteten. Ein Rückblick auf das Leben und Wirken des verstorbenen Schauspielers.
Val Edward Kilmer wurde am 31. Dezember 1959 in Los Angeles geboren. Er besuchte die Chatsworth High School, wo er mit dem späteren Oscarpreisträger Kevin Spacey (66) befreundet war. Mit nur 17 Jahren wurde Kilmer dann als einer der jüngsten Studenten in die renommierte Juilliard School aufgenommen, ein Beweis für seine außergewöhnliche schauspielerische Begabung. Auch Spacey studierte dort, doch die einstige Freundschaft bekam während der Ausbildung Risse. Hintergrund war eine finanzielle Angelegenheit, wie Kilmer Jahre später in einem Interview erzählte.
Durchbruch mit "Top Gun"
Nach seinem Abschluss an der Juilliard School im Jahr 1981 startete Kilmer seine Schauspielkarriere auf der Theaterbühne. Statt lukrative Filmangebote anzunehmen - Regielegende Francis Ford Coppola (86) wollte ihn für "Die Outsider" besetzen - entschied er sich bewusst fürs Theater. Im selben Jahr stand er im New Yorker Public Theater in der Inszenierung von "How It All Began" auf der Bühne. 1983 feierte Kilmer sein Broadway-Debüt in John Byrnes Drama "Slab Boys", einer Geschichte über junge Arbeiter in einer schottischen Teppichfabrik, an der auch Sean Penn (65) und Kevin Bacon (67) beteiligt waren.
Ein Jahr später folgte dann Kilmers erster großer Filmauftritt in der Agentenkomödie "Top Secret!", in der er die Hauptrolle spielte. Internationale Bekanntheit erlangte Kilmer im Jahr 1986 mit "Top Gun", wo er als arroganter Kampfjetpilot seinem Co-Star Tom Cruise (63) Paroli bot. Was viele nicht wissen: Kilmer wollte die Rolle zunächst ablehnen.
Fast hätte Kilmer nicht in "Top Gun" mitgespielt
"Ich wollte die Rolle gar nicht", erinnerte sich Kilmer in seinen 2020 erschienenen Memoiren "I'm Your Huckleberry". "Der Film war mir egal. Die Geschichte interessierte mich nicht. Mein Agent, der auch Tom Cruise vertrat, hat mich quasi dazu gedrängt, mich wenigstens mit Tony Scott zu treffen, indem er sagte, er sei einer der angesagtesten Regisseure der Stadt." Schließlich ließ sich Kilmer von Scotts Begeisterung anstecken und entschied sich, die Rolle anzunehmen - die richtige Entscheidung, wie er später resümierte.
"Wir waren alle noch so jung während der Dreharbeiten zum ersten Film, aber schon damals gab es eine besondere Verbindung zwischen uns allen. Selbst nach den Dreharbeiten lachten und tanzten wir die ganze Nacht durch", fügte Kilmer hinzu.
Erfolgreiche 1990er
In den 1990er-Jahren stieg Kilmer zu einem der gefragtesten Schauspieler Hollywoods auf. 1991 übernahm er im Biopic "The Doors" die Hauptrolle und verkörperte den legendären Musiker Jim Morrison. Zwei Jahre später war er in mehreren Filmen zu sehen, darunter in "Tombstone" als Doc Holliday. In einem Interview bezeichnete Kilmer "Tombstone" als einen der Filme, auf die er besonders stolz sei: "Ich war stolz darauf, wie sehr ich in die Rolle eingetaucht war. Es war ein sehr gut geschriebenes Drehbuch." Auch 1995 konnte Kilmer gleich mehrfach auf der Kinoleinwand überzeugen.
Er übernahm die Rolle des Superhelden Batman in "Batman Forever" und spielte im gefeierten Heist-Film "Heat" an der Seite von Robert De Niro und Al Pacino. Besonders "Heat" entwickelte sich zum Kultfilm und gilt bis heute als einer der besten Filme seines Genres. Über die Dreharbeiten an der Seite dieser Schauspielgrößen sagte Kilmer später: "Ich habe während der Proben für unseren Film mit Sturmgewehren über Bobs Kopf hinweg geschossen. Ich durfte Ashley Judd küssen. Ich habe zeitweise bei Michael Mann gewohnt. Ich spiele in einem der besten Polizei- und Gangsterfilme der Filmgeschichte mit. Ich bin sogar auf dem Plakat zu sehen, um Himmels willen. Was für eine Ehre! Eine unbezahlbare Erfahrung."
Kilmer sorgte für Probleme am Set
Doch mit der Zeit bekam Kilmer einen Ruf, der seiner Karriere nachhaltig schadete: Viele Kollegen beschwerten sich über sein Verhalten am Set. Regisseur Joel Schumacher (1939-2020), der "Batman Forever" inszenierte, hatte nichts Positives über Kilmer zu berichten: "Ich hatte Horrorgeschichten über Val gehört und wurde gewarnt, ihn nicht zu besetzen. Aber das habe ich schon von vielen talentierten Leuten gehört, habe sie trotzdem engagiert und hatte keinerlei Probleme", erinnerte er sich.
Anders in Kilmers Fall: "Er benahm sich irrational und rastete gegenüber dem ersten Regieassistenten, dem Kameramann und den Kostümbildnern aus. Er benahm sich schlecht, war unhöflich und unangemessen. Ich war gezwungen, ihm zu sagen, dass das keine Sekunde länger toleriert werden würde. Dann sprach er zwei Wochen lang nicht mehr mit mir, aber für mich war das super. Val war einfach kindisch."
Emotionaler Abschluss seiner Karriere
Nach der Jahrtausendwende konnte Kilmer nicht mehr an die großen Erfolge der 1990er-Jahre anknüpfen. Zwar gab es hin und wieder Filme, die sowohl bei Kritikern als auch bei Fans gut ankamen - etwa "Kiss Kiss Bang Bang" (2005) mit Robert Downey Jr. (60), in dem er eine der Hauptrollen spielte -, doch solche Projekte wurden zur Ausnahme. Kilmer übernahm zunehmend Nebenrollen, seine Zeit als Leading Man war vorbei.
2014 erhielt er die Diagnose Kehlkopfkrebs. Die anschließende Chemotherapie und Bestrahlung führten dazu, dass er einen Schlauch in der Luftröhre tragen musste und unter Atembeschwerden litt. In der 2021 erschienenen Dokumentation "Val" gewährte er emotionale Einblicke in sein Privatleben und seinen Weg der Genesung.
Mit "Top Gun: Maverick", in dem er noch einmal in die Rolle des Tom "Iceman" Kazansky schlüpfte, setzte Kilmer seiner Karriere bereits ein letztes, bewegendes Denkmal. Doch mithilfe generativer KI und der Unterstützung seiner Familie wird er nun noch einmal in dem Film "As Deep as the Grave" zu sehen sein. Dafür nutzte Regisseur Coerte Voorhees ältere Aufnahmen des Schauspielers, die von seiner Familie zur Verfügung gestellt wurden.