Tod von "Once"-Star Glen Hansard: Bono, Springsteen, Finneas trauern
Die Nachricht traf die Musikwelt am Mittwochmorgen ohne Vorwarnung: Glen Hansard ist tot. Der irische Sänger und Songschreiber kam in den frühen Morgenstunden bei einem Motorradunfall unweit seiner Heimatstadt Dublin ums Leben. Er wurde 56 Jahre alt.
Hansard stand jahrzehntelang als Frontmann der Band The Frames auf der Bühne, einem breiten Publikum wurde er jedoch durch das Filmmusical "Once" bekannt. Für "Falling Slowly", den Song aus dem Film, den er mitgeschrieben hatte, gab es einen Oscar.
Hansards Kollegen finden auf Social Media persönliche Worte. U2-Sänger Bono veröffentlichte auf X einen langen Essay über seinen Landsmann, der mit dem Satz beginnt: "Manchmal habe ich mich gefragt, ob Glen Hansard wirklich existiert ..."
Es folgt eine Erinnerung an einen Mann, der seine Anfänge als Straßenmusiker nie hinter sich gelassen habe: "Er war wirklich der, für den man ihn hielt. Er konnte an keinem Menschen vorbeigehen, der auf der Straße lebt, ohne sich zu vergewissern, dass es ihm gut geht ... und mehr noch, er hat sehr hart dafür gearbeitet, dass weniger Menschen überhaupt auf der Straße leben müssen."
Bono bescheinigt Hansard eine "engelsgleiche Präsenz" und schließt seinen Text mit den Worten: "Für mich wird er immer überall dort sein, wo ich eine Münze in einen offenen Gitarrenkoffer fallen sehe."
Springsteen und Costello erinnern an gemeinsame Abende
Auch Bruce Springsteen meldete sich zu Wort. Kennengelernt hätten sich die beiden "vor vielen Jahren" in Irland, schrieb der US-Rocker in den sozialen Medien. "Er war immer nichts anderes als ein großartiger Musiker, ein guter Freund und ein großzügiger, gütiger Mann", heißt es dort. "Immer positiv, lächelnd und bereit zu singen."
Elvis Costello sprach der Familie und den Freunden Hansards mit einem Instagram-Post sein "tiefes Beileid" aus, "angesichts dieser furchtbar traurigen Nachricht". Gemeinsam auf der Bühne gestanden hätten sie nur selten: "Wir haben nur ein paar Mal zusammen gesungen, aber ich habe mich immer gefreut, sein Gesicht zu sehen und seine Stimme zu hören."
An einen Abend erinnert sich Costello besonders genau, nämlich an ein Konzert in der Royal Albert Hall anlässlich des ersten Staatsbesuchs eines irischen Präsidenten in Großbritannien. "Ich werde diesen unglaublichen Abend nie vergessen", schrieb er, damals führten Hansard und der Folk-Musiker Donal Lunny den versammelten Chor an.
Josh Groban beschrieb den Iren bei Instagram als "absolutes Juwel von einem Mann. Eine so reine Künstlerseele, wie es sie nur gibt, und ein Geist der Güte, der immer Vorrang vor seinem immensen Talent hatte."
"Falling Slowly" war der erste Song, den Finneas auf einer Bühne sang
Wie weit Hansards Wirkung reichte, zeigt die Familie der wohl größten Popstars der Gegenwart. Billie Eilishs Bruder, Finneas O'Connell, berichtet bei Instagram, dass "Falling Slowly" mit elf Jahren sein allererster Auftritt auf einer Bühne war. "Seine Songs haben mich dazu gebracht, selbst Songs schreiben zu wollen, und sie haben mich zum Weinen gebracht", schrieb er.
2019 traf die Familie ihn in Dublin: "Er begrüßte uns wie alte Freunde, obwohl wir nur seine Fans waren. Heute bin ich ein Fan mit gebrochenem Herzen. Ich hoffe, er wusste, wie viel er so vielen bedeutet hat, so viel hat er mir bedeutet."
Seine Mutter Maggie Baird, die auch Billie Eilishs Mutter ist, schrieb bei Instagram, Hansard sei "eine Kraft in unserem Leben" gewesen, sie sei "am Boden zerstört für seine Familie und für uns alle, die er so verändert hat". Der Film habe die Familie tief getroffen: "Ich weiß, dass Finneas und Billie nicht die wären, die sie sind, ohne seine Musik."
Billie habe sämtliche Songs aus dem Film gesungen, 2013 sei die Familie zu einem Auftritt Hansards im Grammy Museum gepilgert und aus dem Staunen nicht herausgekommen. Ihren eigenen Film habe sie von "Once" inspiriert gedreht. Zuletzt sah sie ihn im vergangenen Herbst im Greek Theatre. "Er hatte so viele Konzerte geplant und ein dreijähriges Kind!"
Hozier: "Völlig surreal"
Auch Hozier schrieb in einem längeren Nachruf bei Instagram, Hansards Bedeutung gehe weit über die eines Dubliner Musikers hinaus, dessen Werk international geliebt wurde. Er sei ein zentraler Bestandteil des irischen Geschichtenerzählens gewesen, "auf der Bühne, auf der Leinwand und auf der Straße, solange sich viele von uns erinnern können".
Hansard sei so untrennbar mit dem Atem der irischen Musik und besonders mit Dublin verbunden, "dass es sich völlig surreal anfühlt, sich vorzustellen, dass er jetzt nicht mehr bei uns sein soll". Und: "Dieser Mann hat bemerkenswert viel von sich selbst gegeben, dem Lied, seinen Konzerten, der Stadt, die er liebte, und einer Gemeinschaft von Musikern, die ihn zutiefst liebten und bewunderten."
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