Tobias Krell über Social Media: "Ob ein Verbot am Ende die Lösung ist, daran zweifle ich"

Im Dezember 2025 führte Australien als erstes Land ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige ein. Inzwischen wird ein ähnliches Konzept auch in Deutschland diskutiert. Was der als "Checker Tobi" bekannte KiKA-Moderator Tobi Krell davon hält, verriet er nun in einem Interview.
Elisa Eberle |
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Für ein TV-Experiment verzichtete "Checker Tobi" Tobias Krell 22 Tage lang auf sein Smartphone.
Für ein TV-Experiment verzichtete "Checker Tobi" Tobias Krell 22 Tage lang auf sein Smartphone. © SWR/Thomas Spitschka

Sollte Deutschland dem Vorbild von Australien folgen und ein generelles Social-Media-Verbot bis zu einem gewissen Alter einführen? Diese Frage wird seit einigen Monaten immer wieder diskutiert. Einer, der ein Verbot eher skeptisch sieht, ist der als "Checker Tobi" bekannte KiKA-Moderator Tobias Krell: "Ob ein Verbot am Ende die Lösung ist, daran zweifle ich", gesteht der 40-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau.

Es ergebe einfach keinen Sinn, "sich irgendwelche Gesetze für Jugendliche auszudenken, ohne mit ihnen darüber zu sprechen", argumentiert Krell und fordert: "Wir brauchen Bildung statt Verbote."

Wie das aussehen kann, zeigt ein TV-Experiment, an dem Krell für den SWR teilnahm: Unter dem Motto "Schule ohne Smartphone" gab er gemeinsam mit rund 100 Kindern und Jugendlichen einer rheinland-pfälzischen Schule für 22 Tage die Handys ab. In der Zwischenzeit nahmen die Schüler unter anderem an einem Workshop teil, der die Mechanismen und Algorithmen von Social Media genau erklärte.

"Da fiel mir auf, dass viele von ihnen auf diesem Gebiet schon super fit sind", erinnert sich Krell: "Ohne diesen Film hätte es aber auch diesen Workshop nicht gegeben. Dabei wäre gerade das total wichtig, dass man sich bildungspolitisch noch viel mehr dafür einsetzt." Krell, Vater eines kleinen Kindes, fährt fort: "Wir haben zu allen möglichen Themen Expertengremien. Warum haben wir eigentlich keins zum Thema Digitalisierung und Jugend? Wahrscheinlich, weil auf die Themen Kindheit und Jugend in der Politik ohnehin nicht allzu viel Wert gelegt wird."

Die dreiteilige Doku "Schule ohne Smartphone - Das Experiment mit Tobi Krell" von Antonia Simm ist in der ARD Mediathek abrufbar. Den ersten Teil zeigt das Erste am Montag, 7. September, um 23.35 Uhr, linear.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

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