Till Lindemanns Mutter Gitta im Alter von 87 Jahren gestorben

Sie leitete die Kulturredaktion des NDR in Mecklenburg-Vorpommern und stellte noch im Frühjahr einen eigenen Gedichtband vor. Nun ist Gitta Lindemann, die Mutter von Rammstein-Frontmann Till Lindemann, gestorben. Sie wurde 87 Jahre alt.
(jom/spot) |
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Till Lindemann beim Leipziger Opernball im Oktober 2025.
Till Lindemann beim Leipziger Opernball im Oktober 2025. © imago images/EHL Media/Björn Stach

Die Lyrikerin und Journalistin Gitta Lindemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie der NDR unter Berufung auf die Familie berichtet, starb sie am Wochenende in ihrem Zuhause in Nordwestmecklenburg. Bis 2002 hatte sie die Kulturredaktion des Senders in Mecklenburg-Vorpommern geleitet.

Getauft war sie auf den Namen Brigitte, doch fast alle nannten sie Gitta. Einem breiteren Publikum war sie vor allem als Ehefrau des DDR-Schriftstellers Werner Lindemann (1926-1993) und als Mutter von Rammstein-Sänger Till Lindemann (63) bekannt. Weggefährten erinnern sich laut NDR an eine inspirierende und kluge Frau mit viel Humor.

Leidenschaft für Bücher

Geboren wurde Gitta Lindemann am 11. April 1939 in Dresden. Ihre Liebe zur Literatur verdankte sie nach eigener Aussage dem neuen Mann ihrer Mutter. "Das war ein Lehrer, und der wusste, wie man mit Kindern umgeht. Der hat mich einfach korrumpiert", erzählte sie. Wenn die Großmutter sie zum Abwasch rief, habe er sich vor sie gestellt und gebeten, sie weiterlesen zu lassen. Er ermutigte sie auch zum Journalistik-Studium in Leipzig (1957 bis 1962).

Privat fand sie ihr Glück mit Werner Lindemann, der später zu den bekanntesten Autoren der DDR zählte. Seinetwegen zog sie 1968 in den Norden. Fortan arbeitete sie beim Radio der DDR in Neubrandenburg und pendelte mit den beiden Kindern ins Familienhaus nach Drispeth bei Schwerin, wo sie sich mit vielen Literaten austauschte.

Mit ihren eigenen Texten ging sie erst später an die Öffentlichkeit. Ihr 2023 erschienenes Buch "Meine Fensterplätze" versammelt Lebenserinnerungen, viele davon aus jener Zeit in Drispeth.

Neuanfang nach der Wende

Mit dem Mauerfall veränderte sich ihr Leben laut NDR grundlegend. Die Bücher ihres Mannes wurden nicht mehr verlegt, 1993 starb Werner Lindemann. Seine Frau hatte zu diesem Zeitpunkt gerade die Leitung der Kulturredaktion beim NDR Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Dort rief sie das "Literatur-Café" ins Leben, eine Sendung über aktuelle Autorinnen und Autoren. Im "Kunstkaten" am Sonntagabend widmete sie sich ausführlich kulturellen Themen aus dem Land.

Auch nach ihrem Ruhestand 2002 blieb sie der Kultur eng verbunden. Noch im Frühjahr dieses Jahres, kurz vor ihrem 87. Geburtstag, präsentierte sie auf der Leipziger Buchmesse ihren Lyrikband "Lautlos" und las dort ihr Gedicht "Himmel".

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