Thomas Gottschalk enthüllt Krebsdiagnose: "Wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen"

Show-Legende Thomas Gottschalk spricht erstmals offen über seine Krebs­erkrankung – und die zwei komplizierten Operationen, die er monatelang geheim hielt. Er verrät auch, warum er trotz Schmerzen weiter auftrat und nun eine klare Entscheidung für seine Gesundheit trifft.
von  Franziska Hofmann
Thomas Gottschalk hat Krebs, wie er nun verraten hat. (Archivbild)
Thomas Gottschalk hat Krebs, wie er nun verraten hat. (Archivbild) © ZDF und Max Kohr

Spätestens seit seinem verpatzten Auftritt bei der Bambi-Verleihung rätselt Deutschland: Was ist nur mit Thomas Gottschalk los? Noch einmal Öl ins Feuer gießt er mit seiner Performance bei der Romy-Verleihung in Kitzbühel am Freitag, dem österreichischen Pendant zum Bambi.
Auch hier wirkt der Entertainer wirr, vernuschelt Worte und verliert sich in Reimen. Demenz, vermuten einige. Die „Wetten dass...?“-Legende dementiert das vehement. Hätte er eine Demenzerkrankung, würde er damit offen umgehen, bekräftigt der Moderator.

Was tatsächlich der Grund für seine Aussetzer und sein, für die TV-Legende untypisches Verhalten auf der Bühne war, hält Gottschalk zunächst geheim - bis jetzt. 

Diagnose: Thomas Gottschalk hat einen seltenen bösartigen Tumor

Der 75-Jährige hat Krebs. Das bestätigte Thomas Gottschalk am Sonntag im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. Der Entertainer leidet demnach an einem seltenen bösartigen Tumor, wie seine Frau Karina sagt: „Thomas hatte vor knapp vier Monaten eine schwere, komplizierte Krebsoperation.“ Die erschütternde Diagnose: Epitheloides Angiosarkom.
Dem Showmaster seien ein Teil der Harnleiter und auch der Blase entfernt worden. Wenige Wochen später folgte eine zweite OP. Denn wie die Ärzte herausgefunden hatten, war noch mehr Gewebe vom Krebs befallen.

Thomas Gottschalk mit seiner Ehefrau Karina bei der Romy-Vergabe.
Thomas Gottschalk mit seiner Ehefrau Karina bei der Romy-Vergabe. © Barbara Gindl/APA/dpa

Doch noch verriet Gottschalk nichts über seinen Gesundheitszustand. Die AZ traf ihn etwa beim Geburtstag von Ralph Siegel Ende September: Auf Nachfrage sagte Gottschalk, dass es ihm „nur okay“ gehe. Seine Erklärung damals: Es sei ja schon spät und er im fortgeschrittenen Alter.

Erst kurz vor der Bambi-Verleihung wird Gottschalk aus der Klinik entlassen, nimmt starke Schmerzmittel. Eine Pause? Gönnt sich der Entertainer dennoch nicht. „Ich hatte fest zugesagte Engagements und Verträge, die ich erfüllen wollte“, sagt Gottschalk weiter.
Zu diesen gehörte auch die Verleihung des Bambi an Pop-Ikone Cher, die extra nach Thomas Gottschalk verlangt hatte. Es ist der Moment, in dem ihm und Karina bewusst wird, welche Nebenwirkungen die starken Schmerzmittel hatten.

Und es liefert eine Erklärung dafür, warum der Moderator auf der Bühne plötzlich so völlig anders agiert, als von ihm gewohnt – war Thomas Gottschalk doch gerade für seine Schlagfertigkeit, seine Improvisation und seine flotten Sprüche bekannt und beliebt. Stattdessen wirkt der „Wetten, dass...?“-Star plötzlich fahrig, verwirrt und scheint schnell den Faden zu verlieren. „Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken“, sagt der Showmaster nun über sein verändertes Wesen.
Doch warum ist ihm der verpatzte Bambi-Auftritt keine Lehre? Stattdessen tritt Thomas Gottschalk am Freitag in Kitzbühel bei der Verleihung der österreichischen Romy erneut auf die große Bühne.

Die Zeitung „Kurier“, welche die Romy-Awards verleiht, ehrt den Entertainer, der mit seiner Frau Karina erschienen ist, mit einer Diamant-Romy – in Anerkennung seiner TV-Leistungen. Wieder wirkt der Showmaster nicht ganz bei sich, spricht undeutlich und – muss schließlich von „Bergdoktor“ Hans Sigl „gerettet“ werden.
Hätte er die Romy abgesagt, wäre noch mehr Häme über ihn hereingebrochen, ist sich Gottschalk sicher. Doch der Auftritt habe ihm nun klar gemacht: „Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden."

Gottschalk zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück

Und seine Frau Karina? Die erträgt seither all den Spott und die negativen Kommentare über ihren Mann. Und das, obwohl sie die schmerzhafte Wahrheit kennt. Für sie sei es die Hölle gewesen, sagt Karina Gottschalk „Bild“. „Ich bin an Thomas’ Diagnose fast zerbrochen.“ Der Entertainer selbst hingegen sei von Tag eins an positiv gestimmt gewesen.
Doch wie geht es jetzt weiter? Dazu hat sich Gottschalk bislang nicht eindeutig geäußert. Fest steht nur: Eigentlich soll der Showmaster am kommenden Samstag ein letztes Mal als Moderator für die RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ mit Günther Jauch und Barbara Schöneberger vor der Kamera stehen. Es soll sein Abschied aus dem TV werden – ein Abschied mit jetzt bitterem Beigeschmack. 

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