Studie zeigt verblüffenden Zusammenhang zwischen Träumen und Erkrankungsrisiko

Wie viel Schlaf ist gesund? Bei der Frage nach der optimalen Dauer der nächtlichen Erholung kursieren viele unterschiedliche Empfehlungen. Eine neue Untersuchung liefert nun interessante Hinweise darauf, wie Schlaf mit unserer langfristigen Gesundheit zusammenhängt.
Bei 86 Krankheitsbildern fanden die Forschenden einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Erkrankungsrisiko. Demnach ist das statistisch errechnete Erkrankungsrisiko bei 69 Krankheiten bei sechs bis acht Stunden Schlaf am geringsten. Doch auch die Qualität des Schlafs scheint dabei entscheidend zu sein.
Für die im Fachjournal "PLOS Medicine" veröffentlichte Studie werteten Forschende Daten von 95.559 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der britischen UK Biobank aus. Die Probanden trugen jeweils sieben Tage lang einen Bewegungssensor am Handgelenk. Mithilfe eines Algorithmus konnten die Forschenden daraus unter anderem Schlafdauer, REM- und Tiefschlaf sowie nächtliche Wachphasen ableiten. Anschließend wurden die Teilnehmer im Median fast neun Jahre lang beobachtet.
Weniger als sechs Stunden Schlaf erhöhen Erkrankungsrisiko
Menschen, die weniger als sechs Stunden schliefen, zeigten im Vergleich zur Gruppe mit sechs bis acht Stunden bei zahlreichen Erkrankungen ein höheres Risiko. Besonders deutlich waren die Zusammenhänge bei einer Schlafdauer von weniger als fünf Stunden. So war sehr kurzer Schlaf unter anderem mit einem höheren Risiko für Herzinsuffizienz, Typ-2-Diabetes und chronisch obstruktive Lungenerkrankung verbunden.
Interessant ist, dass die Forschenden nicht nur auf die Uhr schauten. Mehr REM-Schlaf war mit einem geringeren Risiko für 83 verschiedene Erkrankungen verbunden. Dazu gehörten unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Demenz und Alzheimer.Auch mehr Tiefschlaf zeigte bei mehreren Erkrankungen einen günstigen Zusammenhang.
Umgekehrt waren häufigeres nächtliches Wachliegen und unregelmäßige Schlafzeiten mit einem erhöhten Risiko für einige Erkrankungen verbunden - darunter Depressionen und Angststörungen. Das spricht dafür, dass guter Schlaf nicht allein bedeutet, möglichst lange im Bett zu liegen. Entscheidend könnten auch Regelmäßigkeit, Schlafkontinuität und eine ausgewogene Schlafarchitektur sein.
Was bedeutet das für den Alltag?
Wer gelegentlich schlecht oder kurz schläft, muss sich aufgrund dieser Studie nicht sofort Sorgen machen. Die Untersuchung zeigt Zusammenhänge, keine Ursache-Wirkung-Beziehungen. Es lässt sich also nicht daraus schließen, dass mehr Schlaf automatisch Krankheiten verhindert. Trotzdem liefert die Untersuchung einen wichtigen Hinweis: Wer dauerhaft sehr wenig schläft, sollte versuchen, seine Schlafdauer mit regelmäßigen Schlafzeiten zu erhöhen.
Was tun, wenn der Schlaf trotzdem nicht kommt? Ein paar einfache Gewohnheiten können helfen:
- möglichst regelmäßig aufstehen und zu Bett gehen
- das Schlafzimmer dunkel und ruhig halten
- blaues Licht durch Bildschirme am Abend reduzieren
- auf Alkohol sowie koffeinhaltige Getränke am Abend verzichten