Streit um Dolly Partons Erbe: Neffen wegen heftiger Drohungen verklagt

Knapp einen Monat nach dem Tod von Dolly Parton wird der Streit um ihr Erbe öffentlich. Die Nachlassverwaltung der Country-Legende geht juristisch gegen ein Familienmitglied vor, das jahrzehntelang für ihre Sicherheit zuständig war. Die Vorwürfe wiegen schwer.
(mia/spot) |
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Knapp einen Monat nach dem Tod von Dolly Parton wird der Streit um ihr Erbe öffentlich.
Knapp einen Monat nach dem Tod von Dolly Parton wird der Streit um ihr Erbe öffentlich. © ddp

Weniger als einen Monat nach dem Tod von Dolly Parton beschäftigt ihr Nachlass die Gerichte. Die Firma She's Alive LLC, die Parton noch zu Lebzeiten für ihre Finanzen und Geschäfte nach ihrem Tod gegründet hatte, verklagt Bryan Seaver. Der Neffe der Country-Sängerin war ihr Sicherheitschef. Laut der am Dienstag eingereichten Klage, die "Billboard" vorliegt, soll er seit Partons Tod versucht haben, mit Gewaltdrohungen Geld aus dem Nachlass zu erpressen.

Mindestens 300 Meter Abstand

Geführt wird die Firma von Partons langjährigem Manager Danny Nozell. Der Nachlass beantragt eine einstweilige Verfügung, wonach Seaver mindestens 1.000 Fuß, also gut 300 Meter, Abstand zu allen Teammitgliedern halten müsste. Über den Antrag entscheidet das Chancery Court in Nashville.

"Seaver war unerbittlich", heißt es in der Klageschrift. Es habe sich nicht um gewöhnliche Streitigkeiten am Arbeitsplatz oder hitzige Worte gehandelt, "sondern um gezielte Drohungen eines ehemaligen Sicherheitsmannes mit Hintergrund als Militärdienstleister, der sich selbst als schwer bewaffnet bezeichnet". Viele Mitarbeiter hätten inzwischen Angst, zur Arbeit zu kommen, oder hätten gekündigt.

"Jeder sollte sich Sorgen machen"

Partons Tod habe Seaver "noch dreister gemacht", so der Vorwurf. Seine Drohungen seien immer gewalttätiger geworden, Screenshots der Nachrichten liegen der Klage bei. An einen Anwalt Partons soll er geschrieben haben: "Ich bin ein Killer." An Nozell ging laut Klage die Nachricht: "Ich bin buchstäblich ein internationaler Waffenhändler und Söldner. Ich mache nichts anderes als Krieg. Jeder sollte sich Sorgen machen, was ich tun könnte." In einer weiteren Nachricht kündigte er an, er werde den Rest seines Lebens damit verbringen, "jeden fertigzumachen, der meine Familie je verraten hat".

Laut "Guardian" soll Seaver zudem einen Waffendeal über 27 Millionen Dollar mit Haiti erwähnt und mit einem Podcast gedroht haben, der Dollys Markenpartnerschaften ruinieren solle. "Das wird großartig. Oder ihr bezahlt mich verdammt noch mal."

Seaver sieht keine Drohungen

Gegenüber "Billboard" äußerte sich Seaver zunächst nicht. "TMZ" sagte er: "Ich bin Berufssoldat und Militärdienstleister und wickle Waffengeschäfte für ausländische Regierungen ab. Ich bin Sicherheitsprofi und ich bin ein Killer. Nichts in dieser Klage waren jedoch Drohungen, und zu den meisten Aussagen stehe ich."

Mit der Ankündigung, andere "fertigzumachen", habe er Leute gemeint, die Dolly geschäftlich geschadet hätten, konkret "eine bestimmte Firma, die ihr Angst gemacht und sie eingeschüchtert hat".

Kündigung vor einer Woche

Wegen seines Verhaltens wurde Seaver laut Klage bereits am vergangenen Mittwoch (16. September) gefeuert. Neue Wachleute übernahmen laut "People" unter anderem Partons Anwesen in Nashville und ihr Museum. Sein persönlicher Anspruch aus dem Trust bleibe unberührt, heißt es in dem Kündigungsschreiben. Seaver und sein Team zeigten sich "bestürzt über das unerwartete und bislang unerklärte Vorgehen" und kündigten an, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Seaver ist der Sohn von Partons Schwester Cassie. Am 25. August hatte er ihren Tod per Instagram-Video verkündet, "etwas, worum Dolly mich schon vor Jahren gebeten hat". Parton hinterlässt Hits wie "9 to 5" und ein Geschäftsimperium samt Freizeitpark Dollywood. Kinder hatte sie nicht, ihr Mann Carl Dean starb im März 2025.

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