Stimme von Mike Oldfield: Was macht "Moonlight Shadow"-Sängerin Maggie Reilly heute?

Zusammen mit Mike Oldfield landete Maggie Reilly Welthits wie "Moonlight Shadow" und "To France". Ihre gemeinsame Zeit endete zwar Ende der 80er-Jahre, die Karriere der Musikerin, die am 15. September 70 wird, bis heute nicht.
Stefan Weber |
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Am 15. September feiert sie ihren 70. Geburtstag: Mit "Everytime We Touch" landete Maggie Reilly 1992 ihren größten Solohit.
IMAGO / teutopress 2 Am 15. September feiert sie ihren 70. Geburtstag: Mit "Everytime We Touch" landete Maggie Reilly 1992 ihren größten Solohit.
Im Oktober geht Maggie Reilly mit ihrer Band auf Tour und ist dabei auch in acht deutschen Städten zu sehen.
Stefan Bürger 2 Im Oktober geht Maggie Reilly mit ihrer Band auf Tour und ist dabei auch in acht deutschen Städten zu sehen.

Sie war eine der Stimmen, die in den 80er-Jahren im Radio ständig zu hören war - ihr Gesicht kannten indes wohl nur die wenigsten: Am 15. September wird Maggie Reilly 70 Jahre alt, und wer den Mike-Oldfield-Hit "Moonlight Shadow" hört, hat sofort ihre unverkennbare Stimme im Ohr. Dabei lässt sich die Sängerin längst nicht auf ihr gemeinsames Schaffen mit dem britischen Multiinstrumentalisten reduzieren. Als Solokünstlerin ist die Schottin immer noch gut im Geschäft.

Alles begann mit einem Zufall. In den Siebzigern tourte Reilly mit ihrer Soul- und Funk-Band Cado Belle durch Schottland, ehe sie 1976 ihr erstes Album aufnahm und mit Größen wie Poco um die Welt reiste. Bei einem Besuch von alten Weggefährten, die inzwischen bei Mike Oldfield engagiert waren, traf sie dessen damalige Frau Sally Cooper - ein Fan von Cado Belle. Die Begegnung mit Oldfield selbst schilderte Reilly im Rückblick fast beiläufig: "'Ich habe gehört, Du bist Sängerin', habe er gesagt, und sie habe geantwortet: 'Ich habe gehört, Du spielst ein bisschen Gitarre'", sagte Reilly im Gespräch mit dem SWR. Noch am selben Abend standen beide erstmals gemeinsam auf der Bühne.

Mehr als nur die Stimme von Mike Oldfield

1981 gelang Reilly mit der Mike Oldfield Group der internationale Durchbruch. Ihre Stimme prägte Hits wie "Moonlight Shadow", "Family Man", "To France" und "Foreign Affair" - Songs, die bis heute im Radio laufen. Nach einer Familienpause Ende der Achtziger folgte 1992 mit dem Solodebüt "Echoes" ein beachtliches Comeback: Die erste Single "Everytime We Touch" stürmte an die Chartspitze und bewies, dass Reilly auch als Songschreiberin bestehen konnte. Als Dance-Version der Band Cascada eroberte der Song Jahre später sogar ein zweites Mal die US-Charts - eine Version, die Reilly ausdrücklich mag: "Ich freue mich natürlich, wenn andere meine Songs mögen und sie nachsingen", sagte sie 2014 im Interview mit "Rock Times".

Als Sängerin arbeitete sie zudem mit einer - für viele wahrscheinlich erstaunlichen - großen Bandbreite an Musikern zusammen, von Cream-Bassist Jack Bruce, mit dem sie an zwei Alben mitwirkte, bis zu den Sisters Of Mercy, für die sie auf "Vision Thing" im Background sang. Dass man sie musikalisch stets auf ein Etikett reduzierte, störte sie zeitlebens: "Die Leute wollen mich immer in eine musikalische Schublade stecken und meinen, die macht nur diese Musik und sonst nichts. Aber das hasse ich." Auch mit Plattenfirmen habe es früher deshalb Reibereien gegeben - Zeiten, die aus ihrer Sicht heute vorbei sind: "Die Zeiten haben sich in dieser Hinsicht zum Besseren gewandelt", sagte sie der "Rock Times".

Wirklich schlechte Zeiten kannte Reilly ohnehin nicht: Seit den frühen 90er-Jahren veröffentlichte sie regelmäßig Musik, mit "Listen To Your Heart" gelang ihr 1997 ein weiterer Hit, 2006 überraschte sie mit "Rowan", einer Rückbesinnung auf ihre schottischen Wurzeln, produziert mit ihrem langjährigen Partner Stuart MacKillop. 2021 gelang ihr mit dem Album "Past - Present - Future" sogar einmal mehr der Einstieg in die deutschen Charts, im gleichen Jahr legte sie mit "Christmas" ein Weihnachtsalbum vor.

Mit Deutschland ist Reilly bis heute verbunden

Wie viele Popstars der 80er-Jahre hat Reilly in Deutschland eine besonders treue Fanbasis: Neben Großbritannien spielt sie hierzulande die meisten Konzerte, ab Mitte Oktober ist sie mit ihrer "Everytime We Touch"-Tour in Europa unterwegs und ist dabei auch in acht deutschen Städten zu sehen. "Die Leute mögen mich hier und meine Musik und das ist es ja, was dich als Künstler glücklich macht", sagte sie im "Rock Times"-Interview: "Ich liebe die wunderschöne Landschaft in Deutschland und vor allem die alten Burgen und Schlösser."

Und während Reilly bis heute auf der Bühne steht, hat sich ihr langjähriger musikalischer Partner Mike Oldfield seit Längerem aus dem Musikgeschäft zurückgezogen und lebt auf den Bahamas. Kontakt habe sie keinen mehr, so Reilly: "Ich habe schon sehr lange nichts mehr von Mike gehört. Viele Leute fragen mich immer wieder nach ihm. Er lebt auf der anderen Seite der Welt - und das ist wirklich schade, denn ich würde ihn sehr gern mal wiedersehen", sagte sie dem SWR. Über ein Treffen würde sie sich aber "auf jeden Fall" freuen: "Unsere gemeinsame Zeit war wirklich besonders - sehr intensiv und geprägt von einem bestimmten Lebensabschnitt", so Reilly: "Man hat immer eine gewisse Zuneigung für die Menschen, mit denen man damals gearbeitet hat. Es war wie eine Familie."

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