Steffi Brungs erhebt Stimme gegen Hass: Das sagt sie nach Mittelfinger-Aktion

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Für RTL oder auch Netflix steht Steffi Brungs stets bestgelaunt vor der Kamera. Nichts scheint die Stimmung der Moderatorin trüben zu können – so zumindest der Eindruck vieler Zuschauer. Doch auch im Leben der hübschen 36-Jährigen läuft nicht alles nach Plan. Ende Juni gab Brungs bekannt, vor etwas mehr als fünf Jahren an Gebärmutterhalskrebs erkrankt zu sein. Die Moderatorin konnte den Krebs besiegen und zeigte sich sehr erleichtert. Mit der Diagnose an die Öffentlichkeit zu gehen, hat sich Brungs jedoch lange nicht getraut. Das hat einen bestimmten Grund, wie sie im Interview mit der AZ verrät.
Steffi Brungs verrät: Darum hielt sie Krebsdiagnose lange geheim
Angst habe Steffi Brungs davon abgehalten, ihre Krebserkrankung öffentlich zu machen. "Je mehr man von sich preisgibt, desto verletzlicher macht man sich ja. Und damals hätte ich nicht die Stärke gehabt über gewissen Dingen zu stehen. Meine Diagnose und Behandlung hatten mich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch sehr belastet", so die RTL-Moderatorin. Sie erklärt in der AZ: "Hätte ich mich dann auch noch irgendwelchen negativen Kommentaren stellen müssen, wäre das einfach zu viel gewesen. So etwas auszuhalten braucht Kraft und die habe ich zum damaligen Zeitpunkt lieber für mich und meine Genesung genutzt."
Steffi Brungs im AZ-Interview: Moderatorin spricht von Scham und Ängsten
Heute sei Steffi Brungs froh, dass ihre einstige Krebserkrankung kein Geheimnis mehr sei. Sie habe bemerkt, durch ihre Offenheit anderen Betroffenen helfen zu können. "Ich merke vor allem, wie wichtig es ist, nach wie vor über das Thema HPV aufzuklären und HPV-bedingten Gebärmutterhalskrebs mehr Sichtbarkeit zu geben. Es melden sich täglich so viele junge betroffene Frauen bei mir, die mir von ihren Ängsten erzählen oder so schambehaftet sind, dass nicht einmal ihre Familien ihre Diagnosen kennen. Und das nur, weil öffentlich nicht ausreichend über dieses Thema gesprochen wird", schildert die Moderatorin.
HPV (Humane-Papillomviren-Viren) sind eine große Gruppe von Viren, die Haut- und Schleimhautinfektionen auslösen können. Einige Typen sind harmlos und verursachen Warzen, andere können jedoch Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Online-Hass nach Offenheit: Mittelfinger-Aktion von Steffi Brungs
Wer denkt, Steffi Brungs erfuhr nach der Bekanntmachung ihrer Diagnose nur Zuspruch, irrt gewaltig. Die Brünette zeigte in einem Instagram-Video, für ihre Offenheit und die Krebserkrankung beschimpft worden zu sein. Sprüche wie: "Selber schuld!", "Hättest du mal lieber ein Kondom benutzt", und "Karma für ihre Lügen, Märchen, Klatsch und Tratsch" sorgten bei der Moderatorin für Kopfschütteln. Im Social-Media-Clip reagiert Brungs auf den Online-Hass, indem sie zwei ausgestreckte Mittelfinger in die Kamera zeigt. Diese eindeutige Geste widmete sie ihren Hatern.

Steffi Brungs macht sich gegen Hass stark: "Darf nicht toleriert werden"
Im Interview mit der AZ lässt Steffi Brungs durchklingen, dass sie die Mittelfinger-Aktion in keiner Weise bereut. Auch erklärt die Moderatorin, warum es wichtig sei, sich gegen Hass im Netz starkzumachen. "Der Hass trifft in erster Linie nicht Prominente, sondern so viele Kinder und Jugendliche da draußen, die damit nicht umgehen können. Diese müssen wir schützen", so die Moderatorin. Zudem steht für Brungs fest: "Für [die Kinder, d. R.] müssen wir unsere Stimme und Sichtbarkeit nutzen und so laut werden, dass die Plattformen und die Politik endlich mehr gegen Hass im Netz unternehmen. Hass darf nicht toleriert werden – online als auch im echten Leben nicht."
Um sich gegen Hass zu wehren, würde Steffi Brungs wohl immer wieder ein Zeichen setzen – ob verbal oder auch per Handgeste.