Star-Designer Philipp Plein: Wie er den Style der Münchner beschreibt

Ein Code zum Erfolg: Klingt zu schön, um wahr zu sein? Wenn es nach Medienexperte und Autor Tom Junkersdorf (TOMorrow – Business & Style) geht, nein. Der stellte am Montag vor rund 150 Gästen in der Cupra City Garage am Odeonsplatz sein Buch "Der Code zum Erfolg" (115 einflussreiche Vorbilder aus Business, Sport, Kultur, Medien über ihre Strategien) vor.
Unter den Gästen: Fußballer Christian Lell, Moderatorin Katja Wunderlich, Produzent Günter Rohrbach ("Das Boot") – und Modeschöpfer Philipp Plein (47). Die AZ sprach mit ihm über seine Anfänge, seine Heimatstadt München und seine Familie.
AZ: Herr Plein, Ihr Name steht für Luxusmode, Uhren, Parfum. Sie haben ein 250-Millionen-Business mit Präsenz in über 30 Ländern aufgebaut, besitzen neben Ihrem Wohnsitz in Lugano auch Anwesen in L.A., in New York und in Cannes. Wie lautet Ihr Schlüssel zum Erfolg?
Philipp Plein: Wir müssen an unsere Träume glauben, bis sie wahr werden. Aber aus Angst vor dem Scheitern und vor Misserfolgen machen viele nicht das, was sie wirklich wollen. Vor 29 Jahren habe ich mich selbstständig gemacht. Disziplin ist wichtig und Ausdauer! Erfolg ist planbar, eine Formel, die man immer wieder anpassen muss, weil sich alles ständig verändert. Träume sind das Lebenselixier, sind Motivation! Und ich habe nie was verschenkt, also schon Geschenke gemacht, aber keine meiner Produkte umsonst hergegeben. Mein Leben hat sich in den letzten Jahren verändert, ich lebe anders. Ich arbeite nicht weniger, aber die Familie steht im Mittelpunkt. Ich bin Autodidakt und ein Nischenproduktmensch, schaue immer, wo ich punkten kann.
Plein: "München ist ein wichtiger Teil meines Lebens"
Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt München?
Ich bin hier geboren, bin hier zur Schule gegangen, auf die Wilhelmschule in Schwabing. Danach sind wir nach Nürnberg gezogen, mein Vater Klaus Michael Dieth ist dort Oberarzt geworden. Mit 21 bin ich zurückgekommen und auch meine Eltern leben wieder in Oberbayern. München ist ein wichtiger Teil meines Lebens, ich habe auch sehr viele schöne Erinnerung an meine Kindheit hier. Deshalb hatten wir auch die Idee, heute gemeinsam mit meinen Eltern den Oberbürgermeister Dieter Reiter im Rathaus zu besuchen. Wir hatten großen Spaß und ich habe ihm auch gleich vorgeschlagen, mal ein paar Shows in München zu machen (lacht). Ich bin circa viermal im Jahr bei meinen Eltern, zuletzt zum Nikolaus, meine Kinder wollen ja ihre Großeltern sehen. Ich bringe den Kids Deutsch bei, vielleicht auch ein bisserl Bairisch.

Privat sind Sie (wieder) happy mit dem rumänischen Model Andreea Sasu, Mutter Ihres jüngsten Sprosses. Wie bereiten Sie Ihre vier Jungs auf das Leben vor?
Die Kleinen sind ja erst ein, zwei und drei Jahre alt, ich bereite sie vor, auf die Toilette zu gehen (lacht). Mein Ältester ist zwölf, er lebt bei seiner Mutter in Brasilien und träumt von einer Fußballer-Karriere. Er heißt Romeo Prince, die anderen Rocket Halo Ocean, Rouge Sky Galaxy und Hurricane Thor Thunder. Dafür werden sie wahrscheinlich in der Schule gehänselt, können aber nur starke Persönlichkeiten, Rennfahrer oder Rockstars werden.
Star-Designer: "Ich kenne München wie meine Westentasche"
Wie beschreiben Sie den Style der Münchner?
Sie waren schon immer Schickimicki, setzen sich gerne in Szene. Die Münchner sind speziell, sie haben eine eigene Szene, eine eigene Kultur entwickelt, sie lassen sich sehr von der Mode inspirieren, ich finde sie modisch-elegant.
Wo gehen Sie gerne hin?
In den Englischen Garten, zum Käfer, da war ich schon als kleines Kind, ins Trader Vic’s in den Bayerischen Hof. Meinen ersten Laden hatte ich im Eingangsbereich im P1, vor 26 Jahren, als es noch cool war. Basti Schweinsteiger war Neuzugang beim FC Bayern und hat sich damals eine Jacke dort gekauft. Ich habe auch die Terrasse mit meinen Philipp-Plein-Möbeln umgestaltet. Ich habe damals in der Dietlindenstraße gewohnt und bin oft zu Fuß zum Seehaus gelaufen. Meine Mutter Hanne hatte einen Antiquitätenladen in Schwabing, die Räume hat sie damals von Thea Gottschalk, die dort eine Boutique hatte, übernommen. Ich kenne München wie meine Westentasche – und suche wieder ein Geschäft hier! Der Laden, den wir auf der Theatinerstraße hatten, hat ja nicht funktioniert, er war zu klein. Alles in allem: München ist super, ist meine Heimat und ich bin stolz darauf!