Sophie von Kessel: "Ich bin sehr ungeduldig mit mir selbst"

In "Beste Bescherung" gibt es ein Wiedersehen mit Sophie von Kessel. Jetzt spricht sie über ihre Schwächen, Kinder und Weihnachten.
| (jic/spot)
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Sophie von Kessel mit Marc Hosemann und Misel Maticevic in "Beste Bescherung"
Sophie von Kessel mit Marc Hosemann und Misel Maticevic in "Beste Bescherung" © ZDF/ Christian Hartmann

Berlin - Färbt es ab, wenn man zum dritten Mal eine hochneurotische Rolle spielt? Offensichtlich nicht, denn im Gegensatz zu ihrer Rolle der Anna Mailinger in Beste Bescherung (16.12., 20:15 Uhr im ZDF) ist Schauspielerin Sophie von Kessel (45) angenehm unaufgeregt, wie sie im Interview mit spot on news beweist.

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In "Beste Bescherung" kommen Annas Neurosen wieder zum Vorschein. Ein großes Thema ist ihre Eifersucht. Kennen Sie das von sich selbst auch?

Sophie von Kessel: Eigentlich nicht. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich nie eifersüchtig werden könnte. Vielleicht hatte ich bisher einfach noch nicht die richtige Gelegenheit dazu, richtig eifersüchtig zu werden. Aber eine krankhafte Eifersucht, wie Anna sie teilweise an den Tag legt, kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Was würden Sie dann als Ihre größte Schwäche bezeichnen?

Sophie von Kessel: Ich bin leider sehr ungeduldig. Ich mache Sachen oft zu früh und zu schnell, ich überhaste Dinge, über die ich besser nochmal eine Nacht geschlafen hätte. Ich bin vor allem mit mir selber ungeduldig; Dinge, die ich angehe, sollen auch genauso klappen, wie ich mir das vorstelle. Bei anderen Leuten bin ich, glaube ich, entspannter. Mit meinen Kindern bin ich z.B. sehr geduldig.

Ein weiteres großes Problem von Anna ist, dass sie ihre Gefühle nicht äußern kann. Wie ist das bei Ihnen?

Sophie von Kessel: Als Schauspielerin würde ich ein Problem bekommen, wenn ich keine Gefühle zeigen könnte. Manche sind da vielleicht zurückgezogener und lassen ihre Emotionen nur in der Arbeit raus, aber ich finde es schwierig, das zu trennen. Ich bin eher ein emotionaler als ein vernünftiger, kopfgesteuerter Mensch.

Wie verstehen Sie sich mit Ihren Kollegen? Immerhin arbeiten Sie schon zum dritten Mal miteinander.

Sophie von Kessel: Wir haben es wieder sehr genossen, miteinander zu arbeiten. Das hier ist ja keine Serie, bei der man monatelang aufeinanderhockt. Wir treffen uns alle zwei, drei Jahre; in der Zeit verändert sich natürlich einiges, und trotzdem hat man dieses Vertrauen, weil man einander kennt. Man geht sich nicht auf die Nerven, weil man sich eben lange nicht gesehen hat.

Familienstreit an Weihnachten, kennen Sie das?

Sophie von Kessel: Ich kann es total nachvollziehen, wie es dazu kommen kann, aber richtig erlebt habe ich das noch nicht. Natürlich gab es auch schon mal gereiztere Situationen, aber dass es so richtig eskaliert wäre, habe ich noch nicht erlebt. Wir vermeiden das bewusst, denn man will ja auch, dass es ein schönes Fest ist. Gerade Kinder haben ja eine große Sehnsucht danach, dass es harmonisch abläuft, und da sollte man sich soweit zusammenreißen können, dass man das auch hinkriegt.

Ist Weihnachten wichtig für Sie?

Sophie von Kessel: Ich finde Weihnachten herrlich, aber wenn ich keine Kinder hätte, weiß ich gar nicht, ob ich es wirklich so feiern würde wie ich es jetzt mache. Wir haben auch keine festen Traditionen, die unbedingt eingehalten werden müssen. Ich lasse das eher so auf mich zukommen. Hauptsache, es wird ein schönes Fest für alle, der Ablauf ist dann letztendlich nicht so wichtig.

Anna feiert im Film ohne ihre Kinder. Wäre das für Sie überhaupt vorstellbar?

Sophie von Kessel: Ich finde es schön, dass Weihnachten ein Familienfest ist, aber ich wäre die letzte, die meine Kinder krampfhaft davon abhalten würde, woanders hinzugehen. Wenn meine Kinder, später wenn sie älter sind, irgendwo eingeladen wären, und sie es gerne möchten, dann wäre ich die letzte, die das verbieten würde. Mir persönlich täte es schon leid, weil ich sie gerne bei mir hätte, aber ich würde sie nie zu etwas zwingen wollen.

Muss es die weiße Weihnacht wie im Film sein?

Sophie von Kessel: An Heiligabend am Strand zu liegen, fände ich schwierig. Und die Kinder würden das, glaube ich, auch nicht mögen. Ich finde es schön, dass im Film alles sehr urtümlich ist. Dieses Krippenspiel wird dann plötzlich tausendmal wichtiger, als einen Berg von Geschenken zu haben.

Welchen Stellenwert haben Geschenke für Sie?

Sophie von Kessel: Ich mache mir schon Gedanken, denn überflüssige Geschenke landen ja irgendwann doch nur auf dem Müll. Deswegen versuche ich immer, nur Sachen zu schenken, von denen ich denke, daß es dem anderen gefällt. Das macht das Ganze letztendlich viel zeitaufwändiger und mühsamer. Aber ich finde auch, dass man diesen Kaufrausch nicht mitmachen muss. Ich selbst freue mich zum Beispiel am meisten, wenn meine Kinder was basteln. Die lassen sich jedes Jahr was Neues einfallen, das finde ich hinreißend.

Die Mailinger-Kinder sind ja sehr unterschiedlich. Welche Eigenschaften schätzen Sie besonders an Ihren Kindern?

Sophie von Kessel: Sie sind sehr begeisterungsfähig. Sie haben beide ihre Leidenschaften, in die sie sehr viel Energie und Zeit investieren. Das gefällt mir. Ich finde auch gut, dass sie sehr sozial sind. Sie haben viele Freunde, die ihnen wichtig sind und mit denen sie Zeit verbringen. Sie sind nicht so zurückgezogen und beschäftigen sich nicht die ganze Zeit nur mit sich selbst.

Viele Schauspieler wünschen sich für ihre Kinder jeden anderen Beruf als den eigenen. Wie würden Sie reagieren, wenn eines Ihrer Kinder eines Tages doch genau diesen Weg einschlägt?

Sophie von Kessel: Ich würde es natürlich nicht verbieten, aber es gibt noch viele andere schöne Berufe. Oder besser gesagt, Berufe, bei denen man vielleicht mehr auf seine Kosten kommt. Die Schauspielerei hat doch sehr viel mit Glück und Zufall zu tun, und das wünscht man sich für seine Kinder nicht. Ich weiß natürlich auch, dass ein Verbot das genaue Gegenteil auslösen würde. Und natürlich würde ich sie unterstützen, wenn sie sich tatsächlich dazu entschließen sollten.

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