Sophie von der Tann gibt Posten als Israel-Korrespondentin ab

Nach fünf Jahren verlässt Sophie von der Tann das ARD-Studio Tel Aviv. Nachfolgerin der umstrittenen Nahost-Korrespondentin wird Pia Steckelbach.
von  Franziska Wenzlick
Sophie von der Tann räumt nach fünf Jahren ihren Posten als Nahost-Korrespondentin der ARD.
Sophie von der Tann räumt nach fünf Jahren ihren Posten als Nahost-Korrespondentin der ARD. © BR / Markus Konvalin

Ab September wird eine neue Journalistin für die ARD aus Tel Aviv berichten. Einer Meldung des Bayerischen Rundfunks zufolge wird Sophie von der Tann bereits im Juli die Heimreise antreten. Sie gibt ihren bisherigen Posten als Nahost-Korrespondentin damit turnusgemäß nach fünf Jahren ab. Bei ihrer Nachfolgerin handelt es sich um Pia Steckelbach. Letztere lebt laut BR-Angaben seit über sechs Jahren in Israel und ist seit 2023 für das ARD-Studio Tel Aviv tätig.

Die bisherige Korrespondentin Sophie von der Tann bezeichnet Steckelbach als "eine fachkundige und erfahrene Kollegin". Von der Tann selbst habe in ihrer Aufgabe als Reporterin "viel Mut bewiesen", wird indessen BR-Chefredakteur Christian Nitsche zitiert. Die 35-Jährige habe "die immerwährende Bereitschaft, für das Publikum da zu sein - auch in Gefahrensituationen."

Scharfe Kritik an Sophie von der Tann

Die Journalistin stand in der Vergangenheit unter starkem Beschuss. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem, dass von der Tann 2025 mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet wurde. Der israelische Reserve-Armeesprecher Arye Shalicar schrieb, von der Tann sei "das Gesicht vom neu-deutschen Juden- und Israelhass". Israel-Botschafter Ron Prosor warf ihr einseitige Berichterstattung sowie eine "Dämonisierung Israels" vor.

Viele Beobachter halten diese Kritik für unangebracht. Unter anderem veröffentlichten 72 Nahost-Korrespondenten einen offenen Brief, in dem sie eine "Diffamierungskampagne" monieren, deren Anschuldigungen längst über von der Tann als Person hinausgehen würden.

Verlassen wird Sophie von der Tann die ARD nicht. "Aufbauend auf ihrer enormen Reichweite gerade bei jüngeren Zielgruppen" seien bereits neue Auslandsformate mit der Journalistin "in der Planungs- und Entwicklungsphase", wie es in der BR-Mitteilung heißt. Von der Tann selbst freue sich, "in neuen multimedialen Formaten aus dem Ausland zu berichten".

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