Sohn von Mette-Marit: Marius Borg Høiby beantragt Freilassung
Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52), hat Amtsgericht Oslo einen Antrag auf Freilassung aus der Untersuchungshaft gestellt. Das bestätigte seine Anwältin Ellen Holager Andenæs gegenüber der Zeitung "Aftenposten": "Es wurde beim Osloer Amtsgericht ein Antrag auf Freilassung gestellt. Er wurde für vier Wochen inhaftiert, und es ist naheliegend, das Gericht prüfen zu lassen, ob die Voraussetzungen für eine Inhaftierung noch gegeben sind."
Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bereits reagiert - und zwar ablehnend. Polizeianwalt Andreas Kruszewski erklärte gegenüber "Aftenposten", man habe entschieden, Høiby nicht von sich aus freizulassen: "Das Gericht hat die Untersuchungshaft für Høiby erst kürzlich geprüft und war damals zu dem Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen dafür vorliegen." Der Antrag wird nun dem Gericht zur weiteren Entscheidung übermittelt.
Neue Vorwürfe kurz vor Prozessbeginn
Der Grund für die Verhaftung liegt nur wenige Tage zurück. Zwei Tage bevor der eigentliche Prozess gegen Høiby beginnen sollte, wurde er festgenommen und wegen Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer sowie wegen eines Verstoßes gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Frau aus dem Osloer Stadtteil Frogner angeklagt. Ebenjene Frau zählt zu den Opfern in dem laufenden Strafverfahren gegen ihn. Der Vorfall, der zur Festnahme führte, ereignete sich einen Tag zuvor in seiner Wohnung im Westen Oslos.
Noch am Tag seiner Verhaftung ordnete das Gericht die Untersuchungshaft an. Die Richter sahen einen hinreichenden Tatverdacht. Als Haftgrund wurde Wiederholungsgefahr angeführt. In dem Prozess selbst streitet Høiby die Vorwürfe der Bedrohung und Körperverletzung ab, räumt jedoch den Verstoß gegen das Kontaktverbot gegenüber der Frau ein.
Wie lange könnte er in Haft bleiben?
Polizeianwalt Kruszewski hatte bereits im Februar gegenüber "Aftenposten" klargestellt, dass die Staatsanwaltschaft bezüglich der Untersuchungshaft nicht von sich aus tätig werden würde - es sei denn, Høiby beantrage seine Freilassung selbst oder das Gericht entscheide anderweitig.
Genau diesen Schritt hat Høiby nun unternommen. Der Prozess gegen ihn dauert voraussichtlich bis zum 19. März. Die Anklageschrift umfasst 38 Punkte - ein Umfang, der eine längere Beratungsphase erwarten lässt. Hinzu kommt die Osterunterbrechung. Beobachter gehen davon aus, dass zwischen dem Ende der Hauptverhandlung und der Urteilsverkündung noch einige Monate vergehen könnten.
Høiby behauptet, vollständig isoliert zu sein
Marius Borg Høiby sitzt derzeit im Osloer Gefängnis. In seiner Haftanordnung sind keine Beschränkungen hinsichtlich Besuch oder Kommunikation festgelegt. Trotzdem hat Høiby im Verlauf des Prozesses angegeben, er sitze dort "vollständig abgeschirmt" und habe keinerlei Kontakt zu anderen Menschen. Gefängnisleiter Nils Leyell Finstad hatte gegenüber "Aftenposten" allgemein erklärt, dass Insassen in der Regel einmal pro Woche Besuch für 60 bis 90 Minuten empfangen dürfen und dabei selbst bestimmen können, wen sie sehen möchten. Bis zu vier Personen könnten auf die Besuchsliste gesetzt werden.
Ob das Osloer Amtsgericht dem Antrag auf Freilassung stattgeben wird, ist derzeit offen. Angesichts der frischen Vorwürfe und der Einschätzung der Staatsanwaltschaft gilt das laut norwegischen Medien jedoch als eher unwahrscheinlich.
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